„Apps am Abend“, Teil 1: Mit Twitter in den Tag starten

Von: Thomas Vogel
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Tom Vogel Apps
Steht auf Gaming: Lokalredakteur Thomas Vogel. Grafik: Horst Thomas
Screen Tom
Spaß muss sein: Spiele dürfen auf dem Homescreen von Thomas Vogel nicht fehlen.

Aachen. In unserer Online-Serie „Apps am Abend“ zeigen unsere Redakteure euch sechs Tage lang ihre Smartphone-Homescreens und empfehlen euch ihre wichtigsten Apps. Egal ob Informationslieferanten, Alltagshelfer oder Langeweilerkiller - aus jeder Kategorie ist etwas dabei. Den Auftakt macht Thomas Vogel, Lokalredakteur in Aachen.

Die erste App, die ich morgens öffne

Kaffee und Twitter – meine Zutaten für ein ausgewogenes Frühstück. Das Koffein und die bunte Timeline mit all den Bildchen, Gifs und Videoschnipseln geben mir eben alles, um den Tag durchzustehen. Deshalb tippt mein rechter Daumen allmorgendlich auf ein kleines weißes Vögelchen.

Ein Beispiel, warum eine Dosis Twitter am Morgen einfach Sinn macht: Als jemand, der die Nacht gerne, den Morgen aber nur so halb gerne mag, würde ich am liebsten bis mittags im Bett bleiben. Und dann Twitter. Heute morgen gab es: ein Video mit einem Esel, der Geräusche macht, wie ich sie eher von Pietro L. bei einer Vorlesung über Raketenwissenschaft erwartet hätte. Den elaborierten Tweet eines US-amerikanischen Politikers – keine Namen –, den die nette Photoshop-Gemeinde von nebenan gleich mal Stück für Stück demontiert und mit einer Auswahl reizender Exkremente wieder zusammengesetzt hat, um seinen wahren Gehalt angemessen zu präsentieren. Ein Gif mit einer kleinen Prinzessinnenpuppe mit Flugfähigkeit, die ein kleines Mädchen hat in die Lüfte gehen lassen. Wohl im Wohnzimmer, denn das Püppchen machte sich schnurstracks auf den Weg in den lodernden Kamin der Familie. All das sah ich und lachte. All das sah ich und war wach. Morgens Twitter ... das macht Sinn.

Die beste App gegen Langeweile

Es soll noch Menschen geben, die Fernsehschauen. LOL. Dabei gibt es doch Streaming. Vor ein paar Jahren war das noch etwas für digitale Hipster. Seiten mit unterhaltsamen Sachen zum online anschauen kennt mittlerweile aber jeder. Noch eine Ecke spezifischer ist Twitch, eine Website, auf der jeder mit der Welt live teilen kann, wie er gerade Videospiele spielt. Selbst die kennen mittlerweile viele Menschen ohne fetten Brillenrahmen über dichtem Rauschebart. Jeder kann senden, die meisten aber schauen einfach anderen beim Zocken zu.

Wie unterhaltsam kann das wohl sein? Nun, meine Meinung dazu wird der Titel dieser Rubrik verraten haben: Es ist großartig. Schlicht und ergreifend großartig, weil dort witzige, talentierte Menschen nicht nur Entertainment bieten, sondern dazu noch eine tolle Community um sich scharen, mit der man sich ebenso live über die sinnvollste Beschäftigung auf Gottes grüner Erde unterhalten kann: Games. Und über alles andere selbstverständlich auch. Wenn ich jetzt mit der Liebsten beim Picknick auf der Decke sitze oder im Urlaub am Strand auf einem Badetuch, muss ich endlich nicht mehr nur „den Ausblick und die Ruhe genießen“, sondern kann anderen beim Spielen von Mario Kart, World of Warcraft oder Counterstrike zuschauen.

Die Geheimtipp-App

Dropsy ist nicht böse. Dropsy ist lieb. Und Dropsy ist traurig. Also bitte keine Angst vor diesem Clown. Du, ich oder wer immer dieses Spiel gerade spielt, steuert Dropsy und wird es tun, bis die Geschichte zuende erzählt ist. Die Geschichte um den Clown, der auszog, um seine Mitmenschen und Tiere mit Umarmungen aus ihrer Traurigkeit zu holen. Dabei stößt Dropsy nicht immer nur auf Gegenliebe. Die Story ist auf seltsame Art rührend und hält bei der Stange. Man will doch wissen, warum Dropsy anderen helfen will und warum die anderen ihn teilweise so rüde ablehnen.

Das wirklich erlebenswerte Point-and-Click-Adventure gibt es auch für andere, nicht-mobile Systeme und alle Versionen haben etwas gemeinsam: die optische Gestaltung. Wer als Spieler ausschließlich bei aufpolierter HD-Grafik auch auf dem Phone zum Höhepunkt kommt, der muss weiterziehen. Hat man das erste Auge auf Dropsy geworfen, fragt man sich unweigerlich, ob man sich vorher am Kopf gestoßen hat. Hier herrscht Pixelart. Hier herrschen Farben, die an gute alte CGA-Zeiten erinnern.

Heißt: Keine glattgebügelten Kanten und alles in Pastelltönen gestrichen. Urgs. Zehn Minuten im Spiel: alles vergessen. Eigentlich passt die Gestaltung sogar zum Inhalt des Spiels. Ein Detail, das für Atmosphäre sorgt und die kommt sogar auf dem Smartphone rüber. Geht es um Mobile-Games, ist das eher die Ausnahme. Dropsy als App auf dem Smartphone? Das passt!

Die App, die ich eigentlich nie benutze

Zugegeben: Um diese Zeilen zu schreiben, habe ich den Messenger Skype noch einmal geöffnet. Nach Jahren der Abstinenz. Sie auf jedem neuen Smartphone wieder zu installieren muss eine krude, in Fleische und Blut übergegangene Gewohnheit sein. Ein Automatismus, „muscle memory“ würde man im Englischen wohl sagen. Ich weiß es nicht. Kaum hatte ich die App angetippt, stieg kaiserzeitlicher Amtsstubenmief auf, direkt in meine Nase. Sie muss aus dem Handy gekommen sein. Was macht diese App mit mir, dass ich glaube, statt einem Smartphone ein Telefon mit Wählscheibe in der Hand zu halten?

Es muss mit den grauen Haaren zu tun haben, die mir vor Jahren schon über der Nutzung von Skype gewachsen sind – wegen ständiger Abstürze, rauschender Gesprächspartner, irritierender Werbung. Mal ehrlich: Nutzt Skype noch jemand? Auf meinem Phone ward es zur Seite gelegt und dort nie wieder beachtet. Längst haben andere, frischere Messenger Skypes Platz eingenommen. Aber vielleicht, ganz vielleicht wird es irgendwann ein großes Update geben, das wie ein heller Lichtstrahl auf das Programm niederfährt und es wieder gut macht. Obwohl ... Skype gehört ja Microsoft ...

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