Zugefrorene Autos: Guckloch reicht nicht für die Fahrt

Von: dapd
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Autofahren im Winter stellt den Fahrer vor besondere Herausforderungen. Foto: dapd

Köln/Stuttgart. Garagenlose Autobesitzer hoffen auf einen milden Winter. Denn überzieht eine Schicht von Eis und Schnee das Auto, bedeutet das morgendliche Arbeit bei Minusgraden. Dazu geben wir einige Tipps von Luftpolsterfolie bis Klimaanlage.

Laut dem TÜV Rheinland reicht es nicht, ein Guckloch auf der Fahrerseite freizukratzen und dann mit tosendem Gebläse und eingeschalteter Heizung die ersten Kilometer zu kriechen, bis alles abgetaut ist. Wer diesen bequemen Weg wähle, erhöhe die Unfallgefahr und könne dafür mit einem Bußgeld bestraft werden. Im Falle eines Unfalls droht nach Angaben der Experten gar eine Teilschuld.

Um sich die Räumarbeit am eigenen Fahrzeug zu erleichtern, lässt so mancher Autofahrer gern den Motor im Stand laufen. Gemäß Paragraf 30 Absatz 1 Straßenverkehrsordnung (StVO) ist aber auch das wegen der Lärm- und Abgasbelästigung verboten.

Daher hilft nur eins: Warm anziehen und alle Scheiben mit dem Eiskratzer bearbeiten, bis eine ungehinderte Rundumsicht möglich ist. Vom Einsatz heißen Wassers zur Scheibenenteisung raten die Experten ab: Der hohe Temperaturunterschied könne selbst intakte Scheiben reißen oder gar platzen lassen. Als Alternative zum Kratzgerät könnten Enteisungsmittel zum Aufsprühen eingesetzt werden. Nach Angaben der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) muss das aufgetaute Eis nach der Anwendung mit dem Eiskratzer vollständig entfernt werden. „Auch festgefrorene Scheibenwischer lassen sich nach kurzer Einwirkzeit des Enteisungssprays mühelos vom Glas lösen”, sagt Hans-Jürgen Götz von der GTÜ. Einfacher geht es jedoch, indem vor frostigen Nächten die Scheibenwischer von der Scheibe weggeklappt werden, damit sie gar nicht erst festfrieren. Das empfiehlt der ADAC in München.

Luftpolsterfolie erspart das Eiskratzen

Um sich morgens das Freikratzen der Scheibe zu ersparen, kann laut ADAC außerdem die Frontscheibe mit einer Alu- oder einer Luftpolsterfolie abgedeckt werden. Wer morgens lieber zum Eisschaber greife, solle am Vorabend noch einmal die Waschfunktion des Scheibenwischers betätigen, raten die Experten. So können fest gefrorene Streusalzpartikel beim Reinigen mit dem Eisschaber das Glas nicht verkratzen.

Vor dem Start sollte laut TÜV Rheinland außerdem mit einem Handfeger die Schneeschicht von den Scheinwerfern, dem Kennzeichen sowie dem Fahrzeugdach, der Motorhaube und dem Kofferraumdeckel gefegt werden. „Ansonsten können sich während der Fahrt Schneehauben lösen und andere Verkehrsteilnehmer gefährden”, sagt TÜV-Fachmann Wolfgang Partz. Auch die eigene Sicht sei gefährdet, beispielsweise wenn durch eine starke Bremsung Schnee vom Dach auf die Scheibe rutsche.

Hilfreich sei außerdem, nach dem Enteisen und vor dem Start die Klimaanlage einzuschalten. Da sie die Luft im Fahrzeug trockne, würden beschlagene Scheiben schneller wieder durchsichtig. Allerdings darf die Anlage laut GTÜ nicht auf Umluft stehen, da sonst die feuchte Luft nicht nach außen befördert wird, sondern nur im Wageninneren zirkuliert.
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