Winterware für den Tank

Von: amv
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Winterqualität: Diesel-Übergangskraftstoff muss mindestens minus zehn Grad Celsius aushalten. Foto: dpa

Bonn. Ab Oktober stellen die Mineralölhersteller ihre Produktion auf Winterqualität um. Das beginnt peu à peu mit einem Übergangskraftstoff beim Diesel. Der muss mindestens minus zehn Grad Celsius aushalten.

„Vom 16. November bis 28. Februar besitzt der Kraftstoff dann eine Kältefestigkeit von minus 20 Grad Celsius“, erläutert Ulrich Köster vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) in Bonn den Wechsel zu Winterware und „nach einer erneuten Übergangszeit vom 1. März bis 14. April wird wieder die Sommerqualität gezapft“. Um den Dieseltreibstoff winterfest zu machen, werden ihm in den Raffinerien spezielle Additive zugesetzt. Sie sollen helfen, dass die enthaltenen Paraffine bei Minusgraden keine Kristalle bilden und den Kraftstofffilter verstopfen können.

Entsprechend der DIN EN 116 muss der Diesel bis mindestens minus 20 Grad Celsius kältefest sein. „Ob die teuren Premiumkraftstoffe bezüglich der Kältetauglichkeit besser sind, kann, muss aber nicht sein“, sagt ZDK-Mann Köster. Hintergrund: Normale Winterdiesel enthalten zirka sieben Prozent Biodiesel. Der ist aufgrund seiner Molekülstruktur und der Fähigkeit, mehr Wasser aufzunehmen, anfälliger ist fürs Ausfrieren und somit für das Verstopfen der Kraftstofffilter. Die teuren Premiumkraftstoffe verzichten teilweise auf den Zusatz und können je nach Temperatur kältetauglicher sein. Additive zuzusetzen, davon rät Hendrik Stein, verantwortlich für die Herstellung von Testkraftstoffen bei der Analytik Service Gesellschaft im schwäbischen Neusäß, ab. „Der Kraftstoff enthält ausreichend Additive. Kommen da noch weitere hinzu, können die sich zusammen mit den Paraffinen am Boden absetzen und verklumpen.“

Sollte der Selbstzünder doch einmal liegenbleiben, hilft nur eins: rein in die warme Garage oder Werkstatt zum Auftauen, Filterheizung überprüfen und gegebenenfalls den Kraftstofffilter ersetzen. Aber es gibt bei manchen Dieselfahrzeugen noch ein Kälteproblem. Die modernen Einspritzsysteme sind selbst für kleinste Schmutzpartikel anfällig, die feinmaschigen Filter setzen sich leicht zu. Deshalb haben viele Dieselautos Kraftstoffheizungen serienmäßig an Bord. Den Komfort gibt es für die meisten Fahrzeuge als Heizelement vor dem Filter, andere verwenden zur Erwärmung den Rückstrom des heißen Kraftstoffs aus dem Hochdruckeinspritzsystem. Zudem bietet der Zubehörhandel Nachrüstsysteme. „Die kleinen Universal-Heizelemente werden vor dem Filtereingang und natürlich nur mit ABE montiert“, erläutert ZDK-Sprecher Köster. Bei den Benzinsorten gibt es ebenfalls Winter- und Sommerware.

Der Hintergrund: Benzin verdampft, im Sommer mehr als im Winter. Deshalb wird in den warmen Monaten der zulässige Dampfdruck gesenkt. So entweichen weniger flüchtige Substanzen in die Umwelt. Von Zusatzmitteln rät Köster auch bei Benzinern ab. „Einspritzsystem und Motor können Schaden nehmen. Die Autofahrer riskieren schlimmstenfalls ihre Gewährleistungsansprüche.“ Besitzer von Autogas-Fahrzeugen brauchen sich ebenfalls keine Gedanken zu machen. Weil Butan zwar einen höheren Energieanteil pro Volumeneinheit hat als Propan, Propan aber bei Kälte besser verdampft, empfiehlt der Deutsche Verband Flüssiggas den Tankstellenbetreibern vom 1. Dezember bis 31. März einen höheren Propananteil (60 Prozent) und in der übrigen Zeit einen höheren Butananteil (60 Prozent). Erdgas indessen bleibt in der Mischung das Jahr über unverändert.

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