Wenn im Winter die Batterie streikt

Von: Norbert Michulsky, dapd
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Autobatterie
Startschwierigkeiten im Winter liegen oft an einer schlappen Batterie. Manchmal reicht selbst das Laden nicht mehr und Ersatz muss her. Foto: dpa

Wien/München. Eine der häufigsten Pannenursachen bei winterlichen Temperaturen sind streikende Batterien. Wer Starthilfe benötigt oder geben will, sollte jedoch vorsichtig sein. „Bei unsachgemäßer Handhabung drohen teure Schäden an der Elektronik”, sagt Thomas Stix, Technikexperte des österreichischen Autoclubs ÖAMTC in Wien. Er rät, „vor der Stromspende sollte man daher unbedingt die Betriebsanleitung studieren”.

Bei einer privaten Stromspende sollten Autofahrer allerdings vorsichtig zu Werke gehen. Ist beispielsweise eine Batterie nicht schwach, sondern defekt, kann durch eine Rückkopplung auch das Spenderauto geschädigt werden. „Falsches Anklemmen kann die Elektronik verwirren, beispielsweise den Airbag auslösen”, warnt Philip Puls vom TÜV Süd in München.

Wer unsicher sei, sollte einen Fachmann hinzuziehen. Werkstätten und Pannendienste besäßen moderne Testgeräte und könnten an Ort und Stelle feststellen, ob eine Batterie defekt sei und mit entsprechenden Spannungserhaltungsgeräten dann einen Batteriewechsel durchführen. Die sorgen dafür, dass Uhr, Radio oder Bordcomputer nicht stromlos werden und deshalb anschließend neu programmiert werden müssen.

Erst Plus dann Minus

Vor dem Zusammenschließen sollte man prüfen, ob die Nennspannung beider Autobatterien gleich ist, in der Regel zwölf Volt, sagt Stix. Wichtig sei zudem, dass die Fahrzeuge einander nicht berührten. Außerdem müssten Motor und alle Stromverbraucher wie Radio und Licht des Spender-Kfz abgeschaltet sein. „Es empfiehlt sich, Starthilfekabel mit Überlastungsschutz zu verwenden”, rät TÜV-Experte Puls.

Der erste Schritt beim Zusammenschließen ist laut Stix, ein Ende des roten Starthilfekabels an den Pluspol der entladenen Batterie zu klemmen. Das andere Ende wird anschließend an den Pluspol der Spenderbatterie angeschlossen. Danach folgt der Anschluss des schwarzen Kabels an den Minuspol der Spenderbatterie. Dieses Kabel wird dann beim Pannenfahrzeug mit einem unlackierten Metallteil oder dem Motorblock selbst verbunden.

„Den Minuspol der entladenen Batterie darf man keinesfalls mit dem Kabel berühren. Wenn das passiert, könnte sich durch Funkenflug Knallgas entzünden”, sagt der ÖAMTC-Experte.

Eine Stunde Überlandfahrt lädt den Akku wieder

Sind diese Schritte durchgeführt, wird der Motor des Spenderfahrzeugs gestartet, anschließend der des anderen Autos. Der ÖAMTC-Techniker rät, gleich danach beim Kfz mit der leeren Batterie einen starken Verbraucher, beispielsweise die Heckscheibenheizung, einzuschalten.

„Die Verbindung zwischen den Autos sollte eine halbe Minute lang aufrecht bleiben. Das schont die Elektronik”, sagt Stix. Anschließend könne der Motor des Spenderfahrzeugs wieder abgestellt werden. Wenn der Motor des anderen Autos weiterläuft, kann man die Kabel in umgekehrter Reihenfolge wieder entfernen.

„Im Winter ist es dann ratsam, mindestens eine Stunde außerhalb von Stadtgebieten zu fahren, um die Batterie vernünftig aufzuladen”, empfiehlt der ÖAMTC-Techniker. Wenn der Motor beim Abbauen der Starthilfekabel abstirbt, ist übrigens entweder die Batterie oder die Lichtmaschine defekt. Dann bleibt nur mehr ein Anruf bei der Pannenhilfe.

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