Hannover - Wenn die Sonne „blind" macht

Wenn die Sonne „blind" macht

Von: amv
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Blendung durch Sonne
Eine tiefer Sonnenstand führt in den Morgen- und Abendstunden nicht selten zu erheblichen Sichtbehinderungen.

Hannover. In den Morgen- und Abendstunden kann im Spätsommer und Herbst die tiefstehende Sonne zu einer Gefahr werden. Wer für eine Sekunde von der Sonne geblendet wird, legt bei Tempo 50 bereits 14 Meter „blind“ zurück, auf der Autobahn bei 130 Stundenkilometer sogar 36 Meter, warnt der TÜV Nord in Hannover.

Besonders auf Landstraßen mit bewaldeten Teilstücken ist die Gefahr groß, durch plötzliche Lichtwechsel geblendet zu werden. Da hilft nur eins, sagt Ulrich Köster vom Zentralverband deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK): „Ausreichend Abstand zum Vorausfahrenden halten, runter mit dem Tempo und rauf mit der Sonnenbrille.“ Eine saubere Windschutzscheibe bringt zusätzlich Sicherheit. „Lichtstrahlen brechen sich auf schmutzigem Glas noch mehr und blenden extrem“, warnt der ZDK-Fachmann

Trifft das Sonnenlicht auf Ampeln, wird es kritisch. Vor Gericht gibt es im Schadenfall für das Argument „war nicht erkennbar“ oft kein Pardon. Autofahrer müssen sich auf die Gefahr einstellen und notfalls warten, bis das Ampelsignal zweifelsfrei zu identifizieren ist.

Auch wenn hierzulande noch nicht vorgeschrieben, sollten Autos immer mit Licht fahren, in Alleen erst recht, legt Köster Autofahren zudem ans Herz. Die dicht belaubten Bäume erzeugen harte Hell-Dunkel-Kontraste. Fahrzeuge ohne Licht werden vom Gegenverkehr leicht übersehen.

In 22 europäischen Ländern gilt deshalb: Licht an, auch tagsüber. „Neu im Bunde ist in diesem Jahr die Schweiz“, erinnert der Schweizer Mobilitätsclub TCS. Italien, Rumänien, Russland und Ungarn beschränken nach Angaben des ADAC die Pflicht auf Autobahnen und außerhalb von Orten, Kroatien und Moldawien fordern das Abblendlicht in den Wintermonaten.

Frankreich und Deutschland geben zwar die Empfehlung, schreiben die Regel aber nicht unter Strafandrohung vor. Das kann anderswo teuer werden. Einsamer Spitzenreiter ist Norwegen mit rund 245 Euro, gefolgt von Estland und Dänemark mit zirka 190 sowie 135 Euro.

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