Wechselnde Verkehrszeichen beachten

Von: amv
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Symbol Autobahn Schilder Foto Sebastian Kahnert/dpa
Verpflichtend: Verkehrszeichen mit Textanzeige auf einer deutschen Autobahn. Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Frankfurt. Auf mehrspurigen Autobahnen werden vielfach Schilderbrücken mit wechselnden Verkehrszeichen eingesetzt, die der Situation angepasst werden können. Die angezeigten Hinweise sind keine Empfehlungen, sondern müssen beachtet werden, erinnert der Autoclub AvD in Frankfurt. „Vielfach kann das Einhalten der Vorschriften auch schon elektronisch kontrolliert werden“, warnt AvD-Sprecher Herbert Engelmohr.

Wechselzeichenanlagen sollen den Verkehr beeinflussen und Gefahrenstellen entschärfen. Deshalb sind die angezeigten Zeichen genauso bindend, wie die üblichen Verkehrszeichen. Jede Verkehrsbeeinflussungsanlage ist mit einem Sensorfeld verbunden, das die Belegung der Fahrspuren und die Geschwindigkeiten misst und an eine Leitstelle weitergibt. „Dort wird beispielsweise der gesamte Autobahnabschnitt überwacht und regelnd eingegriffen, wenn Verlangsamungen, Störungen oder Staus angezeigt werden“, erläutert Engelmohr: „Auf Knopfdruck können dann Überleitungen geschaltet, Fahrspuren gesperrt und Geschwindigkeiten vorgegeben werden.“

Speziell die Sperrung von Fahrspuren durch ein rot leuchtendes Diagonalkreuz wird nach Engelmohrs Beobachtungen von vielen Autofahrern ignoriert, wenn ihnen die dahinter liegende Fahrstrecke frei scheint. Tatsächlich aber ist diese Sperrung absolut bindend, weil auf diesem Wege vor stehenden Hindernissen auf dieser Fahrspur, notfalls sogar Gegenverkehr auf den betreffenden Fahrstreifen geleitet oder eine Tunnelröhre gesperrt werden kann.

Wo ein LKW-Überholverbot verordnet wird gilt dies ab der Schilderbrücke ebenso, wie eine Spur-Überleitung oder ein Tempolimit. Wenn Glätte oder Eis angezeigt werden, sollte man zumindest vorsichtig verlangsamen oder besser noch diese Fahrspuren verlassen. Bei dichtem Verkehr auf mehrspurigen Autobahnen darf die angezeigte Geschwindigkeit auf einzelnen Fahrstreifen nicht überschritten werden, auch wenn dieser Fahrstreifen weniger dicht befahren ist, als andere, weil dies dem Ziel der gefahrenvermindernden Anpassung der Fahrgeschwindigkeiten aneinander widerspricht und Andere gefährdet.

„Gravierend ist das Ignorieren der Sperrung einer Fahrspur“, warnt der AvD-Sprecher: „Es wird wie ein Rotlichtverstoß mit einem Bußgeld von 90 Euro und einem Punkt im Zentralregister bewertet.“ In manchen Fällen ist diese Ignoranz einer Spursperrung aber auch schon als „qualifizierter Verstoß“ zu werten: Wird dann ein anderer gefährdet, sind 200 Euro Bußgeld fällig, bei einem Unfall 240 Euro. In beiden Fällen kommt ein Fahrverbot von einem Monat hinzu und es werden zwei Punkten in Flensburg registriert. Nach neuem Recht bleiben die Punkte fünf Jahre im „Fahreignungsregister“ stehen.

Eine abgeschaltete oder in Teilen defekte Verkehrsbeeinflussungsanlage ist kein Freibrief, etwa die auf einer davor liegenden Anlage angezeigten Gebote zu ignorieren. Die Zeichen gelten, bis sie durch andere ersetzt oder das graue Zeichen 282 „Ende sämtlicher streckenbezogener Geschwindigkeitsbeschränkungen und Überholverbote“ aufgehoben sind.

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