VW Multivan „Generation Six“: Bus mit Kultfaktor

Von: Sabine Neumann
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Der neue Multivan von VW trägt den Namen „Generation Six“. Foto: obs/Volkswagen Nutzfahrzeuge

Wolfsburg. „Da fehlt der schwarze Streifen rundherum.“ Der Sachverstand des 13-Jährigen überrascht ebenso wie die Begeisterung in seinen Augen. Schließich steht er vor einem Nutzfahrzeug und nicht vor einem Sportwagen. Doch die rot-weiße Lackierung, die Volkswagen in Reminiszenz an den „Samba-Bus“ (1951) für die sechste Generation des T6 aufgelegt hat, kennt der Teenie von seinem Modellbausatz aus dem Effeff.

Die serienmäßigen LED-Scheinwerfer, die Privacy-Verglasung oder die schicken 18-Zoll-Leichtmetallräder sind Hingucker. Obwohl VW äußerlich am neuen Jahrgang nur wenig verändert habt, wirkt der „Bulli“ deutlich frischer und moderner. Woran natürlich die schicke Zweifarben-Lackierung des Sondermodells „Generation Six“ ihren Anteil trägt. Innen sorgen rote Lack-Elemente für eine freundliche Atmosphäre. Die Bedienung erfolgt intuitiv über VW-typische Instrumente oder über das Multifunktionslenkrad. Der Bildschirm mittig im Armaturenträger dürfte zwar etwas größer (6,33 Zoll) und weniger stark nach hinten gekippt sein. Dank Touch- und Wisch-Funktion wie bei einem Smartphone sowie den großzügigen Tastenfelder sind Adressen beispielsweise schnell eingegeben, kann man einfach durch die Musiklisten scrollen oder unkompliziert Fahrzeugdaten abrufen.

Das alles geschieht von sehr bequemen, mit Alcantara bezogenen Sitzen aus, die sich elektrisch auf die individuellen Maße anpassen lassen. Sieht man von der relativ langen Zeit ab, die es braucht, um an kalten Tagen den großen Innenraum des T6 warm zu bekommen, dann haben es auch die Passagiere im Fond sehr bequem. Die beiden Einzelsitze sind nicht nur längsverschieb- und drehbar. Sie lassen sich bei Bedarf sogar ausbauen. Bei einem Gewicht von je 39 Kilogramm darf man allerdings nicht zu schwach auf der Brust sein. Optional gibt es das Gestühl mit integrierten Kindersitzen - sehr praktisch. Gleichfalls nützlich sind die Schubladen (Aufpreis: 26 Euro), die sich unter der ebenfalls längsverschiebbaren, dreisitzigen Bank befinden. Sie schlucken eine ganze Menge Kleinkram. Kleinere Reiseutensilien passen zudem in den Multifunktionstisch (Aufpreis: 160 Euro), der zusammengeklappt zwischen die Einzelsitze geschoben werden kann. Ansonsten eignet sich die runde Ablagefläche bestens etwa für ein kleines Picknick.

So großzügig die Platzverhältnisse sind, so schmal fällt bei voller Raumausnutzung der Platz hinter der großen Heckklappe mit hydraulischer Öffnungshilfe aus. Baut man jedoch die Sitze aus, dann kann mit etwa 5 000 Litern Volumen und einer Nutzlast von 953 Kilogramm selbst ein kleinerer Umzug gemeistert werden. Der 150 PS starke Zweiliter-Diesel geizt nicht mit Kraft. Antritts- und durchzugsstark bringt er den 4,90 Meter langen und gut zwei Tonnen schweren Multivan für ein Nutzfahrzeug schnell auf Touren. 13,5 Sekunden dauert es laut Volkswagen bis die Tachonadel aus dem Stand die 100-Marke erreicht. Die Höchstgeschwindigkeit ist in den Datenblättern mit Tempo 179 angegeben. Beeindruckend, wie leise das Aggregat bei hohen Geschwindigkeiten arbeitet. Selbst Windgeräusche haben die Techniker weitestgehend eliminiert.

Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe schaltet ebenfalls sehr zurückhaltend im Hintergrund. Zurückhaltung scheint beim Spritverbrauch ebenfalls eine Tugend des T6 zu sein. Bei einem Mix aus viel Stadtverkehr, einigen schnellen Autobahnfahrten und der einen oder anderen gemütlichen Tour über Land gab der Bordcomputer einen Wert von 7,8 Litern an. Das ist ordentlich, selbst wenn der Normverbrauch 5,9 Liter lautet. Dank adaptiver Dämpfer lässt sich das Fahrwerk gut an die gewählten Strecken anpassen: von straff und dann etwas poltriger über Gullideckel und Fahrbahnunebenheiten bis hin zu sehr komfortabel, aber immer noch ausreichend präzise bei Kurvenfahrten.

Zahlreiche Assistenten unterstützen den Fahrer. Sind der serienmäßige Abstandsregeltempomat (ACC) und der radargesteuerte „Front Assistent“ aktiviert, bremst der „Bulli“ automatisch ab, wenn der Abstand zum Vordermann beispielsweise im Stopp-und-Go-Verkehr sich zu sehr verringert. Wenn nötig, bis zum Stillstand. Ein Wendekreis von 11,9 Metern, Parkpilot und Rückfahrkamera machen sogar das Einparken erstaunlich einfach. Allerdings: bei einer Höhe von fast zwei Metern bleibt einem bei so manchem Parkhaus die Einfahrt verwehrt.

Mit Climatronic, Sitzheizung, Radio, Start-Stopp-Automatik oder Zentralverriegelung mit Funk-Fernbedienung fällt die Serienausstattung des „Generation Six“ (50.151 Euro) bereits ab Werk umfangreich aus. Gönnt man sich dann noch Extras wie den Fernlichtassistenten (Aufpreis: 126 Euro), die geschwindigkeitsabhängige Servolenkung (385 Euro) oder das Navigationssystem (1261 Euro), dann bekäme man theoretisch eineinhalb ganz einfache VW Multivan (29.952 Euro). Der wäre dann allerdings ohne den selbst Jugendliche begeisternden Kultfaktor.

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