VW Golf GTE: Stromer mit sportiven Ambitionen

Von: amv
Letzte Aktualisierung:
VW Golf GTE Volkswagen
Sportlich und trotzdem als Stromer unterwegs? Der VW Golf GTE macht es möglich. Foto: dpa

Wolfsburg. Mit dem Golf GTE will Volkswagen Fahrspaß, Alltagstauglichkeit und sportive Ambitionen unter einen Hut bringen. Das gelingt mit dem Plug-In-Hybrid-Modell. Doch der Kunde zahlt einen hohen Preis.

Äußerlich erkennbar ist der Golf GTE vor allem an seinen blauen Akzenten im Grill und in den Scheinwerfern. Die breit gezogenen Lufteinlässe werden von einem Leuchtband in kühlem Weiß umrahmt. Das sieht schick aus und gibt dem Wagen eine leicht futuristische Note. Innen fallen die blaukarierten Stoffbezüge der Sportsitze ins Auge sowie diverse blaue Applikationen. Ansonsten entsprechen Gestaltung und Funktionalität des GTE-Innenraumes den konventionellen Serienbrüdern. Bis auf eine Ausnahme: anstelle des Drehzahlmessers informiert das so genannte „Powermeter“, ob man Strom verbraucht - der Zeiger wandert nach rechts in den blauen Bereich - oder ob man wieder Reserven in der Batterie generiert. Dann weist der Zeiger in den grünen Bereich nach links.

Der Antrieb, ein 1,4-Liter-TSI-Benziner (150 PS) sowie ein Elektromotor (101 PS), kommt auf eine Systemleistung von 204 PS, fahrdynamisch portioniert von einem eigens entwickelten Doppelkupplungsgetriebe (DSG). Grundsätzlich startet der Golf GTE rein elektrisch, mithin lautlos im so genannten „E-Mode“. Ist die Lithium-Ionen-Batterie (mindert das Ladevolumen des Kofferraumes um 108 Liter/272 bis 1.162 Liter) ausreichend geladen, soll laut Norm eine Fahrtstrecke von 50 Kilometern rein elektrisch mit maximal Tempo 130 möglich werden. Im Alltag sind 30 bis knapp 40 Kilometer im Stadtverkehr realistisch. Geht den Akkus trotz der Rekuperation beim Bremsen oder Ausrollen der Strom aus, schaltet sich ebenso wie bei Zwischenspurts der Benziner dazu. Anschließend springt das System aber nicht wieder in den zuvor gewählten Modus zurück, sondern in den Modus „Battery Hold“, um den Batterieladestand zu erhalten und sich einen Restvorrat zu sichern

Über die Menüführung des Infotainmentsystems können zudem die Varianten „Battery Charge (der Benziner lädt die Batterie) oder der Hybrid-Modus aktiviert werden. Dann wählt das System automatisch die ökonomischste Art des Fahrbetriebs. Allerdings bedarf es zwei bis drei Schritte durch die Menüführung, um die letzten beiden Aktionen zu aktivieren. Das lenkt den Blick unnötig von der Fahrbahn ab und erscheint etwas umständlich. Insgesamt ist den Ingenieuren eine sehr gute Abstimmung des Motorpakets gelungen, solide und ohne Einschränkungen im Alltagsgebrauch.

Wird per Tastendruck der GTE-Modus aktiviert, dann spürt man direkt, weshalb der Wagen wie seine sportlichen Brüder GTI und GTD das GT in seiner Modellbezeichnung tragen darf. In nur 7,6 Sekunden erreicht der Teilzeit-Stromer aus dem Stand die Tempo-100-Marke (Werksangabe). Erst wenn die Tachonadel bei 222 pendelt, ist Schluss mit dem Vortrieb. Sogar das Arbeitsgeräusch des Motors haben die Akustiker mit sportlicher Note abgestimmt. Es röhrt wie in einem GTI. Der Normverbrauch von 1,5 Litern ist dann allerdings eine schiere Illusion und auch die Akkuladung (8,8 Kilowattstunden) geht rasant zu Neige. Nachgeladen wird an einer Steckdose. Das dauert etwa zwei Stunden an einer Industrie- und gut vier Stunden an einer Haushaltssteckdose.

Laut Volkswagen soll mit der Kombination aus Benzin- und Elektromotor im GTE eine Reichweite von bis zu 900 Kilometern möglich sein. Ein Wert, der in der Praxis allerdings so gut wie nicht zu erreichen ist. Zu schnell sind die Energiereserven des Akkus verbraucht, ist man auf der Landstraße oder gar zügig Fahrt auf der Autobahn unterwegs. Dann geht es maximal 500 Kilometer weit, bis auch der 40 Liter große Benzintank wieder gefüllt werden muss.

Fahrtechnisch meistert der Wagen alle Situationen leicht und locker, liegt gut in der Hand und rollt souverän auch über schlechte Wegstrecken, das generelle Golf-Niveau also. Beim GTE umfasst das Ausstattungspaket unter anderem, Aluräder, Klimaautomatik, beheizbare Sportsitze, Multifunktionslenkrad, Infotainmentsystem inklusive mobiler Onlinedienste wie Verkehrsinformationen. So addieren sich schließlich 36.900 Euro zusammen, alles andere als ein Schnäppchenpreis. Auf der anderen Seite beruhigt der Golf GTE zumindest zum Teil das grüne Gewissen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert