VW Amarok: Stadttauglicher als erwartet

Von: amv
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VW Amarok
Der VW Amarok erweist sich in der Tat weitaus stadttauglicher als erwartet. Foto: dpa

Wolfsburg. Spricht man bei einem über fünf Meter langen Pick-Up von „handlich zu fahren“, dann kann es sich eigentlich nur um die Pranke eines Riesen handeln. Irgendwie scheint dieses Fahrgefühl angesichts der Respekt einflößenden Karosserie nicht möglich. Und doch stimmt diese Beschreibung für den VW Amarok - der sich in der Tat weitaus stadttauglicher als erwartet erweist.

Ein gut drei Meter langer Radstand, Doppelkabine, die Ladefläche von mächtigen Edelstahl-Rohren dominiert (Style-Paket: 1457 Euro), 20-Zöller mit Radlaufverbreiterung, Unterfahrschutz vorne, riesige Rückspiegel, hinten ein verchromter Stoßfänger mit integrierter Trittstufe - der Amarok aus Volkswagens Nutzfahrzeugsparte macht optisch wirklich Eindruck. Man kommt nicht umhin, sofort an weite Prärie oder zumindest an einen großzügig bemessenen Bauernhof zu denken. Doch in der Stadt? Wie soll das gehen?

Die erhöhte Sitzposition schafft auf jeden Fall einen guten Überblick. Der ist allerdings absolut notwendig, um den mächtigen Wagen locker durch den Verkehr zu lenken. Dabei zeigt sich die Lenkung für ein Fahrzeug dieses Typs erfreulich direkt. Angesichts eines Wendekreises von knapp 13 Metern ist es in der Praxis überraschend, wie geschmeidig sich der Amarok trotz seiner immensen Ausmaße in Parklücken zirkeln lässt, vorausgesetzt man hat erst einmal einen gefunden.

Mit seiner Handlichkeit überzeugt der Pick-Up ebenso auf der kurvenreichen Landstraße oder bei der längeren Fahrt über die Autobahn. Verantwortlich dafür ist das ausgewogen abgestimmte Fahrwerk in Kombination mit dem Allradantrieb. Beinahe meint man, mit einem SUV unterwegs zu sein und nicht mit einem Nutzfahrzeug. Nur bei Bodenwellen erinnert die etwas polternde Hinterachse an Leiterrahmen und Blattfederung.

Die serienmäßig mit Nappaleder bezogenen Sitze für Fahrer und Beifahrer mit Sitztiefen-Verlängerung lassen sich elektrisch auf die individuellen Bedürfnisse einstellen. Das macht selbst für groß gewachsene Personen die Fahrt bequem. Auf der Rückbank finden bis zu drei Personen bequem Platz. Kopf- und Kniefreiheit sind tadellos. Das äußere Gestühl verfügt jeweils über eine Isofix-Vorrichtung für Kindersitze.

Die Gestaltung von Innenraum und Armaturenträger ist ebenso VW-typisch wie die intuitive Bedienung. Das Multifunktionslenkrad ist mit Leder bezogen und Chromleisten zieren den 6,3-Zoll großen Bildschirm. Einzig die etwas größeren Dimensionen von einigen Schaltern erinnern daran, dass man in einem Nutzfahrzeug und nicht in einem Pkw sitzt.

Investiert man 49.765 Euro für den Amarok, dann gehören unter anderem Klimaautomatik, Sitzheizung, Radio-CD-Anlage mit USB-Schnittstelle, Car-Net-App-Connect, Bi-Xenon-Scheinwerfer oder Rückfahrkamera mit zum Lieferumfang. Gönnt man sich zudem einige Extras wie Navigationssystem (550 Euro), Licht- und Sichtsensoren (200 Euro) oder die Reifendruckkontrolle (214 Euro), dann kommen schließlich 57.468 Euro zusammen.

Theoretisch besitzt der Amarok ein üppiges Ladevolumen. Es stehen 2,52 Quadratmeter zur Verfügung, auf die zwischen den Radhäusern locker eine Europalette passt. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt bis zu drei Tonnen bei einem Leergewicht von 2,2 Tonnen. Eine relativ einfach zu bedienende Jalousie (2560 Euro) schützt das Ladegut vor Regen, Eis und Schnee.

Doch, die Cargobox ist für Alltagsgepäck deutlich überdimensioniert. Ganz zu schweigen von einer adäquaten Ladungssicherung. Da helfen die Verzurrösen auf dem mit mattschwarzer Lackierung versehenen Boden auch nicht weiter. Also kommen die Taschen ins Passagierabteil. Bei Bedarf kann die Lehne der Rücksitzbank umgeklappt werden, um hier mehr Stauraum zu schaffen. Eine suboptimale Lösung fürs - dann zudem ungesicherte - Gepäck. Daran lässt sich aber kaum etwas ändern.

Am 224 PS starken Dreiliter-Sechszylinder-Diesel aber möchte man festhalten. Die Top-Version bietet ein souveränes Drehmoment von 550 Newtonmeter (Nm) über ein Band von 1400 bis 2750 Touren. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei Tempo 193 erreicht. Aus dem Stand soll laut Angaben von Volkswagen die Tachonadel nach knapp acht Sekunden auf die 100er-Marke zeigen.

Die Laufruhe des Triebwerks überzeugt ebenso wie die vollkommen unauffällig arbeitende Achtgang-Wandlerautomatik. Bei zügigen Überlandfahrten aber steigt der Verbrauch deutlich über den Normwert. Anstelle von dabei angegebenen 7,8 Litern sind es dann schnell mal 13 Liter. Mit einer etwas ruhigeren Fahrweise und Ausnutzung der Start-Stopp-Automatik bei jedem Halt reduziert sich dieser Wert aber deutlich.

Im Durchschnitt muss man mit gut neun Litern für den V6 rechnen. Und das ist wohl durchaus vertretbar für ein solches Fahrzeug.

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