München/Köln - Von weißen Flocken kalt erwischt: Autofahren im Schneetreiben

Von weißen Flocken kalt erwischt: Autofahren im Schneetreiben

Von: dpa
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Schneetreiben
Schlechte Sicht bei Schneetreiben: Fallen viele Flocken vom Himmel, reicht das Tagfahrlicht nicht aus. Autofahrer sollten das Abblendlicht einschalten - und bei sehr schlechten Sichtverhältnissen zusätzlich die Nebelschlussleuchte und Nebelscheinwerfer. Foto: dpa

München/Köln. Noch ist der Winter nicht vorbei - jederzeit können Autofahrer in dichtes Schneetreiben geraten. Das gilt vor allem für Urlauber, die in den Wintersportgebieten unterwegs sind.

Einige Empfehlungen von Experten können helfen, um unfallfrei ans Reiseziel und wieder nach Hause zu kommen:

- Bei starkem Schneefall genügt Tagfahrlicht nicht, um einen Wagen ausreichend zu beleuchten. Zumal das Fahrzeugheck unbeleuchtet bleibt, wenn nur das automatische Tagfahrlicht aktiviert ist. Ruprecht Müller vom ADAC Technik Zentrum rät, im Schneetreiben immer mit Abblendlicht zu fahren. Bei weniger als 50 Metern Sichtweite sollten zusätzlich die Nebelschlussleuchte und nach Möglichkeit Nebelscheinwerfer eingeschaltet werden. Fernlicht verschlechtert bei Schneefall in der Regel die Sicht, insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit, weil die Flocken stark reflektieren. Außerdem werden Entgegenkommende meist sehr spät bemerkt und womöglich geblendet.

- Genügend Abstand zum Vorausfahrenden bietet generell bei schlechten Sichtverhältnissen den besten Unfallschutz. An den Rückleuchten des Vordermanns orientieren sich Autofahrer in einem Schneesturm deshalb besser nicht. Denn das verleitet dazu, zu dicht aufzufahren und provoziert Auffahrunfälle, warnt der TÜV Rheinland. Liegt die Sicht um die 50 Meter, sollten mindestens 25 Meter Abstand zum Vordermann gewahrt und Tempo 50 nicht überschritten werden - auch auf Autobahnen.

- Fällt innerhalb kurzer Zeit viel Schnee auf gefrorenen Boden und rollen viele Fahrzeuge über die weiße Decke, wird es auf den Straßen ähnlich gefährlich wie bei Blitzeis: Der Schnee könne dann zu extrem rutschigen Eisplatten zusammengepresst werden, auf denen auch Sicherheitssysteme wie ABS-Bremsen und der Schleuderschutz ESP einen Wagen nicht mehr zuverlässig auf Kurs halten, erklärt Müller. Die Eisplatten seien sehr hartnäckig und auch mit Streusalz nur schwer abzutauen.

- Regina Ammel vom ADAC rät davon ab, Streufahrzeuge zu überholen. Wo Winterdienstwagen Schnee beiseiteschieben, bildet sich ein Wall, auf dem Autos aufsetzen können. Sind Schneepflüge auf der Autobahn versetzt auf mehreren Fahrspuren im Einsatz, sei ihr Abstand oft zu gering, um sich sicher zwischen ihnen hindurchschlängeln zu können. Ammel gibt darüber hinaus zu bedenken, dass sich Autofahrer meist keinen Zeitgewinn verschaffen, wenn sie Räumfahrzeuge überholen: Auf der ungeräumten Fahrbahn gehe es oftmals nicht zügiger voran als hinter den Einsatzwagen.

- Winterreifen mit 1,6 Millimeter oder mehr Profiltiefe sind in Deutschland bei winterlichen Straßenverhältnissen Pflicht. In anderen Ländern wie zum Beispiel in Frankreich, Norwegen, Schweden, Kroatien, Slowenien und der Slowakei wird laut dem Automobilclub von Deutschland (AvD) teils deutlich mehr verlangt. Zu den Spitzenreitern zählen Österreich und Tschechien mit mindestens 4 Millimetern Profil und die Ukraine mit 6 Millimetern. Skiurlauber machen sich daher besser nicht mit zu stark abgenutzten Winterpneus auf den Weg, zumal sie bedenken müssen, dass sie auf der Reise noch Gummi lassen.

- In Bergregionen kommt man nach starkem Schneefall ohne Schneeketten häufig nicht mehr weiter, im Ausland sind sie zum Teil mit Schildern angeordnet. Die Anfahrhilfen gehören ins Reisegepäck für den Winterurlaub, empfiehlt der ADAC. Schneeketten müssen nicht unbedingt gekauft werden: In vielen Werkstätten oder bei Automobilclubs kann man sie auch ausleihen. Das zulässige Höchsttempo mit Schneeketten beträgt in der Regel 50 km/h.

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