Köln - Vom Winzling zum Alltagsbegleiter: Der neue Ford Ka+

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Vom Winzling zum Alltagsbegleiter: Der neue Ford Ka+

Von: Sabine Neumann
Letzte Aktualisierung:
Ford KA+
Der neue Ford Ka+ hat sich zu einem echten Alltagsbegleiter gemausert. Foto: Ford-Werke GmbH/obs

Köln. Vier Türen und reichlich Platz auf der Rücksitzbank - mit dem Ka früherer Generationen hat die aktuelle Version bis auf die gewisse Namensgleichheit rein gar nichts mehr zu tun. So hat Ford dem kleinsten Vertreter der Modellpalette ein + in der Bezeichnung spendiert. Das aber hat es in sich.

Denn der einstmalige Winzling hat sich damit zu einem echten Alltagsbegleiter gemausert. Gegenüber der seit 1996 angebotenen zweitürigen Knutschkugel ist der nun 3,93 Meter lange Ka+ um 30 Zentimeter gewachsen. Vier Zentimeter fehlen ihm damit nur, um mit dem Fiesta gleichzuziehen. Mit ihm teilt er sich die Bodengruppe, hängt ihn in Sachen Platzangebot sogar ein wenig ab. Das gilt auf den vorderen Plätzen ebenso wie im Fond. Dort können größer gewachsene Personen selbst dann noch bequem sitzen, wenn vorne viel Raum benötigt wird. Auch zwischen Kopf und Dach ist jede Menge Luft.

Mit einem Ladevolumen von 270 Litern sollte das Gepäck allerdings nicht allzu üppig ausfallen. Ein Trolley, eine kleine Klappkiste und zwei bis drei Taschen müssen für alle Mitreisenden genügen. Zudem muss man in Kauf nehmen, dass Kisten und Koffer über eine hohe Ladekante mit anschließender Stufe nach unten zu wuchten sind.

Werden die hinteren Lehnen (im Verhältnis 60:40) nach vorne geklappt, ergibt sich eine weitere Stufe von der Höhe der zusammengeklappten Sitzbank. Bei einem Auto, das vor allem auf Alltagstauglichkeit setzt, würde man sich hier raffiniertere Lösungen wünschen. Lästig ist es in diesem Zusammenhang zudem, dass sich die Kofferraumklappe nur über den Schlüssel oder eine Taste neben dem Lenkrad, nicht aber direkt an der Klappe öffnen lässt.

Apropos Ungereimtheiten der Bedienung: der Hebel für die Verstellung der Seitenspiegel ist sehr weit vorn an der Innenseite der Tür platziert. Wenn man nicht außergewöhnlich lange Arme hat, muss man sich beim Justieren des idealen Sichtfeldes immer wieder aus dem Sitz nach vorne zum Einstellen und nach hinten zum Überprüfen bewegen, um die passende Position zu finden. Bei wechselnden Fahrern ist das absolut lästig.

Gelungener Innenraum

Entschädigt wird man dafür mit einem wirklich gelungen eingerichteten Innenraum. So ist der Instrumententräger so übersichtlich gestaltet, dass die Orientierung leicht fällt. Die Materialien wirken allesamt wertig und gut verarbeitet. Die Sitze sind selbst auf längeren Fahrten bequem. Darüber hinaus stehen sage und schreibe 21 Ablagefächer im Passagierabteil zur Verfügung - unter anderem ist in den Türen ausreichend Raum für eine Einliter-Flasche.

Ein Geheimfach in der Seite des Instrumententrägers ist nur dann zu erreichen, wenn die Tür geöffnet ist. Und für das Handy gibt es eine perfekte Ablagemöglichkeit unter der Bedieneinheit der Klimaanlage: auf leicht gummierten Untergrund und mit einer kleinen Gummilippe an der Front versehen, ist es dort gut geschützt untergebracht und dennoch hat man es im Blick.

Bei der Leistungsentfaltung des 85 PS starken 1,2-Liter-Motors muss man sich indessen bewusst machen, dass ein Ka+ vor allem in der Stadt zuhause ist. Kurzum, der Vierzylinder ist nicht gerade ein Ausbund an Dynamik. Mit einem Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 in 13,3 Sekunden zeigt er sich zwar vom Start weg noch einigermaßen flott.

Und ebenfalls die Höchstgeschwindigkeit von 169 Kilometern pro Stunde (Werksangaben) in der Stunde ist so bemessen, dass der Wagen selbst auf der Autobahn noch ganz gut im Verkehr mitschwimmt. Überholvorgänge sollten aber gut überlegt sein. Das maximale Drehmoment von 112 Newtonmetern ist bei 4.000 Umdrehungen erreicht. Da muss der Ka+ schon mächtig auf Touren kommen, um am Vordermann vorbeizurollen. Bei Berganfahrten spürt man ebenfalls überdeutlich das angestrengte Arbeiten des Aggregats, das mit einem leichtgängigen Fünfgang-Getriebe kombiniert ist.

Der Normverbrauch wird von Ford mit fünf Litern angegeben. Im Alltag mit einem Mix aus überwiegend Stadtverkehr und einigen durchaus zügigen Überlandfahrten pendelt sich die Anzeige des Bordcomputers auf 6,8 Liter ein.

Umfangreiches Ausstattungspaket

Fahrwerkstechnisch gibt es für ein Auto dieser Klasse nichts zu mäkeln. Der Komfort wird großgeschrieben, ohne dass die Abstimmung von Federung und Dämpfung zu weich ist.

Recht umfangreich geschnürt ist das Ausstattungspaket. In der Basis zählen bereits unter anderem elektrisch bedienbare Fensterheber und Außenspiegel, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Berganfahrassistent, ESP und sechs Airbags zur Serienausstattung. Der auf der höherwertigeren „Cool & Sound-Version“ aufbauende „Ka+ Black“ zum Preis von 12.400 Euro hat nicht nur zusätzlich eine Klimaanlage sowie das sprachgesteuerte Kommunikations- und Entertainmentsystem Sync inklusive CD-Audiosystem und einen Notrufassistenten mit an Bord.

Den schwarzen Ford-Mini zieren zudem ein weißes Dach, lackierte Außenspiegelgehäuse und 15-Zoll-Leichtmetallfelgen. Gönnt man sich dann noch das Easy-Driver-Paket (400 Euro) mit elektrischen Fensterhebern hinten und Park-Pilot-System, einen Tempomat (350 Euro), die Klimaautomatik (300 Euro), beheizbare Vordersitze (300 Euro), digitalen Radioempfang (250 Euro) sowie eine Diebstahl-Alarmanlage (230 Euro) muss man insgesamt 14.260 Euro investieren. Soviel Plus hat eben auch bei einem Kleinwagen seinen Preis.

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