Volvo V60 Cross Country: Einer der letzten seiner Gattung

Von: amv
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Volvo V60 Cross Country
Der Volvo V60 Cross Country kommt forscher daher. Foto: amv

Köln. Volvo würzt seinen Mittelklasse-Kombi V60 mit einem Hauch von Abenteuer und Freiheit. Nach Cross Country-Versionen für die Baureihen V70 und V40 darf nun auch der V60 etwas forsch daherkommen. Den crossen Kombi ziert eine Frontschürze mit mattsilbernem Unterfahrschutz.

Die Schweller sind mit einer Alu-Look-Leiste verpackt. Mattschwarze Radläufe runden das rustikale Gesamtbild ab. Zudem liegt die Karosserie des V60 Cross Country dank eines geänderten Fahrwerks 65 Millimeter höher.

So baut man natürlich keinen wirklichen Offroader. Aber der Allrad-Antrieb tut gute Dienste, wenn es doch mal Winter wird. Der Einstieg ins Fahrzeug ist dank der Höherlegung etwas komfortabler. Doch überwiegend dürfte das stimmige Gesamtbild kaufentscheidend sein. Wer mehr Transportraum benötigt, kann sich über ein Kofferraumvolumen von 430 Litern freuen, fast zehn Prozent mehr als bei der Stufenheck-Limousine.

Innen wird deutlich, dass die Baureihe nicht mehr taufrisch ist. Alles solide, sorgsam ausgesucht und verarbeitet, jedoch im direkten Vergleich zum neuen XC90 etwas altbacken. Der Monitor ist eher klein geraten. Um sich durch die Menüs zu navigieren, bedarf es einer gewissen Lehr- und Übungszeit. Die Sound- und Klimasteuerung wird über eine Vielzahl kleiner Tasten auf der Mittelkonsole justiert. Die zielgenaue Bedienung während der Fahrt ist manchmal Glücksache. Vom edlen Hightech-Charme des wegweisenden XC90-Cockpits ist der seit 2010 gebaute V60 weit entfernt. Speziell für die Cross Country-Versionen wurden neue Polsterungen für die Sport-Ledersitze (Aufpreis: 2000 Euro) entwickelt. Spezielle Farbgestaltungen samt braunen Kontrastnähten sollen den rustikalen Charakter unterstützen.

Unterwegs lässt sich der V60 Cross Country durchaus beherzt durch Biegungen zirkeln, liefert Fahrsicherheit und angenehmen Fahrkomfort. Übertriebener Fahrdynamik steht jedoch das relativ hohe Gewicht (1,8 Tonnen) im Weg. Seine wahre Stärke zeigt der Kombi beim entspannten Fahren auf langer Strecke. Der 2,4-Diesel-Motor ist mit seinen fünf Zylindern (190 PS) einer der letzten seiner Gattung. Künftig treiben nur noch Vierzylinder Volvos Sortiment an. Akustisch hält sich der Fünfzylinder angenehm zurück, grummelt sonor vor sich hin und liefert mit Unterstützung des Sechsgang-Automatikgetriebes stets ausreichende Kraft (max. Drehmoment: 420 Umdrehungen zwischen 1500 und 3000 Umdrehungen pro Minute). Wer mag, kann zwischen drei Fahrprogrammen wählen. Für den Sprint aus dem Stand nennt Volvo 8,9 Sekunden, als Höchsttempo 205 Kilometer pro Stunde (km/h). Der Verbrauch pendelt im Alltag um 8,2 Liter, den Normwert von 5,7 Liter darf man vergessen.

Unternehmenstypisch ist der V60 mit einer ganzen Armada von Assistenz- und Sicherheitssystem unterwegs, was sich in der Endabrechnung niederschlägt. In der Ausstattungsvariante Momentum stehen als Basispreis 46 450 Euro auf der Rechnung. Mit Fahrerassistenzsystem (Tempo- und Abstandsregelsystem, Notbremstechnik, etc./Aufpreis 2150 Euro), Licht-Paket samt Abblendautomatik (1350 Euro) oder Felgenschlösser (60 Euro) addieren sich schließlich 61.555 Euro beisammen.

Für diese stattliche Summe bekommt man ohne Frage ein sicheres Fahrzeug, das seinem Fahrer das automobile Leben erleichtern möchte. Doch der elektronische Einsatz zeigt Tücken.

Der Verkehrszeichenerkennung ist zu misstrauen. Wiederholt zeigte das System Tempo 50 als Limit an, obgleich man sich in einer Tempo-30-Zone befand. Oder umgekehrt wird lange nach Aufhebung eines Tempolimits noch die Begrenzung angezeigt. Schreckmomente produzieren Bits und Bytes ebenfalls, wenn innerorts in Kurven Autos auf der Gegenspur parken. Die Bremswarnung irritiert dann schon mal mit wild-aufflackerndem Rotlicht im Sichtfeld den Fahrer.

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