Volvo C30 Electric: Kompaktes E-Mobil startet zum Alltagstest

Von: Hans-Peter Nacken, dapd
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Volvo C30 Electric
Mit dem Volvo C30 Electric startet die schwedische Premiummarke ins Zeitalter lokal emissionsfreier E-Mobilitaet. Eine Kleinserie von 250 vollelektrischen Kompaktwagen soll in Feldversuchen auf europaeischen Maerkten zeigen, wie es um die Alltagstauglichkeit des Stromers bestellt ist. Foto: dapd

Westerland. Mit dem Volvo C30 Electric startet die schwedische Premiummarke ins Zeitalter lokal emissionsfreier E-Mobilität. Eine Kleinserie von 250 vollelektrischen Kompaktwagen soll in Feldversuchen auf europäischen Märkten zeigen, wie es um die Alltagstauglichkeit des Stromers bestellt ist.

Das Fazit nach ersten Fahreindrücken auf Sylt: Der C30E scheint dafür gerüstet - allerdings bei idealen Einsatzbedingungen wie kurzen ebenen Strecken und zwei E-Ladestationen auf der Nordseeinsel.

Äußerlich unterscheiden nur die seitlichen Schriftzüge „Electric” den C30E vom normalen viersitzigen Kompakt-Modell. Im Cockpit ersetzen spezielle Anzeigen für Energieverbrauch und Ladungsaufnahme den üblichen Drehzahlmesser.

Reichweite für den Stadtverkehr ausreichend

Beim Starten des C30E sind die 220 Newtonmeter Drehmoment des umgerechnet 111 PS starken Elektromotors sofort verfügbar. Dank dieser Leistungscharakteristik ist in nur vier Sekunden der Sprint auf das stadtübliche Tempo von 50 km/h möglich. Außerorts sind nach knapp 13 Sekunden 100 Stundenkilometer erreicht.

Reichweitenstress dürfte auch bei sensiblen Nutzern kaum aufkommen. Bis zu 150 Kilometer sind laut Datenblatt mit einer Batterieladung drin - allemal genug für die überschaubare Nordseeinsel. Sie dürften aber ebenso für durchschnittliche tägliche Fahrstrecke im Großstadt-Einsatz und für viele Berufspendler reichen.

Über Nacht kann der C30E an einer normalen 230-Volt-Steckdose wieder geladen werden. Bei einem 16-Ampere-Stromanschluss dauert dies nach Werksangaben sechs bis acht Stunden, bei 10 Ampere rund zehn Stunden. Für das Stromladekabel ist am Frontgrill ein spezieller Anschluss vorhanden. Die „Tankkosten” werden auf rund drei Euro je Aufladung beziffert.

Energiesparen im Fahrbetrieb, bei Kühlung und Heizung

Energie lässt sich bei diesem Volvo auch mit der Fahrweise sparen. Mit einem Wahlhebel auf dem Mitteltunnel entscheidet der Fahrer, wie er das tun will: ob der Wagen bei erreichter Geschwindigkeit mit Nutzung der kinetischen Energie zu mehr Reichweite „segeln” soll, oder ob durch Rückgewinnung von Bremsenergie (Rekuperation) über den Generator Strom an die Batterie zurückgeführt wird.

Die Batterie hat eine Kapazität von 24 Kilowattstunden (kWh). Diese stammen von zwei je 140 Kilogramm schweren Lithium-Ionen-Akkus, die in T-Form unterm Mitteltunnel und anstelle des konventionellen Kraftstofftanks angebracht sind. So bleiben Innen- und Gepäckraum der dreitürigen Steilhecklimousine unverändert erhalten.

Jedoch steigt das Gesamtgewicht des Wagens auf 1.660 Kilogramm - 300 Kilo mehr als beim konventionellen C30. Die Fahrwerk-Dämpfung wurde auf die höhere Masse des Stromers ausgelegt; der tiefere Schwerpunkt scheint die Fahreigenschaften noch ein wenig zu verbessern.

Von der Batteriekapazität sind 22,7 kWh für den Antrieb, der Rest für die Bordelektronik bestimmt. Kühlung und Heizung sind dort generell die größten Stromfresser. Um den Energieverbrauch für die Kühlung durch die serienmäßige Klimaanlage zu vermindern, werden im C30E für Außenlack und Innenraum vorwiegend helle Farbtöne verwendet, damit sich der Wagen bei Sonnenschein nicht zu sehr aufheizt.

Und auch für kühlere Tage bietet Volvo eine Lösung, um wertvolle Batterieenergie zu sparen: Eine zusätzliche Bioethanol-Heizung sorgt für jene Temperaturen, die üblicherweise ein Verbrennungsmotor als Abwärme liefert.

Leasing-Modell soll Anschaffungskosten abfedern

Zunächst wird der C30E für 1.600 Euro monatliche Leasingrate zu dreijährigen Dauertests an Geschäftskunden und Firmen vermietet. Das Leasing-Modell hat der Hersteller gewählt, weil der offiziell nicht genannte Kaufpreis - geschätzt wird er laut Fachkreisen auf 55.000 Euro - wohl selbst gut betuchte Privatkunden abschrecken dürfte.

Allein die Batteriekosten schlagen Volvo zufolge derzeit mit rund 16.000 Euro zu Buche. Allerdings summieren sich auch die Leasing-Gebühren auf 57.600 Euro - wenn auch über drei Jahre Laufzeit gestreckt.

Neben weiteren Verbesserungen aus den Dauertests hofft Volvo wie andere Hersteller bei wachsender Nachfrage und Verbreitung des E-Antriebs auf sinkende Akkupreise. Produktmanagerin Annelie Gustavsson ist zuversichtlich: „Das Antriebskonzept des C30E könnte technisch gesehen schon heute jederzeit auf kleinere Volvo wie den S40 oder den V50 übertragen werden.”
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