Wolfsburg - Volkswagen Golf TSI 1,5: Sparsam, aber kein Schnäppchen

Volkswagen Golf TSI 1,5: Sparsam, aber kein Schnäppchen

Von: Wolfgang Schäffer
Letzte Aktualisierung:
VW Golf
Der Testbericht zum Volkswagen Golf TSI 1,5 zeigt ein sparsames 150 PS-starkes Auto - doch das hat seinen Preis. Foto: Volkswagen AG

Wolfsburg. Mit diesem Benziner dürfte Volkswagen gut aufgestellt sein, um die Vorgaben des zukünftigen Verbrauchszyklus (WLTP) zu erfüllen. Die neue Norm soll realistischere Verbrauchswerte als das bisherige Regelwerk ausweisen und deshalb wird der Papierwert bei vielen Fahrzeugen wohl deutlich steigen.

Trotz eher sportlicher Fahrweise auf Landstraße und Autobahn - dort sogar bei einer Nachtfahrt einige längere Vollgaspassagen - sowie eine Menge Stadtbetrieb verfeuerte der 150 PS starke 1,5 Liter-Golf im Durchschnitt 6,6 Liter.

Das ist schon nahe dran an dem derzeit angegebenen Normverbrauch (5,2 Liter) und so wird die Differenz zur neuen Norm vergleichsweise gering ausfallen. Der neue Motor verfügt über ein Aktives Zylindermanagement (ACT): Bei Teillast im Bereich von 1400 bis 4000 Touren werden zwei Zylinder abgeschaltet. Das spart Sprit.

Abstriche in Sachen Fahrspaß oder -komfort sind mit dem neuen Motor keinesfalls zu spüren. Eher im Gegenteil. Das Triebwerk liefert in jeder Hinsicht eine überzeugende Vorstellung ab. Antritt und Durchzug sind richtig gut, so, wie auch die Laufruhe des Vierzylinders, der den bisherigen 1,4-Liter-TSI ablöst.

Rollt der Golf bei gleichmäßigem Tempo quasi ohne Belastung dahin, werden automatisch zwei Zylinder zur Ruhe gebettet. Das spart Kraftstoff, wirkt sich aber nicht einmal ansatzweise auf die Laufruhe aus und bleibt somit für Fahrer und Mitfahrer unbemerkt.

Denn beim leisesten Druck auf das Gaspedal ist der Motor wieder komplett hellwach, und es geht mit mächtig Dampf voran. Kombiniert ist das Aggregat mit einem Sechsgang-Getriebe, das bekanntermaßen problemlos und passend abgestimmt seine Aufgaben versieht.

Wagen liegt gut in der Hand

Dies Urteil gilt ebenfalls für das Fahrwerk des Golf. Daran hat sich bei der jüngsten Produktaufwertung des Bestsellers aus Wolfsburg - unter anderem behutsame Veränderungen der Frontpartie, serienmäßige LED-Rückleuchten, mit nach außen laufenden Blinklichtern, großes Farbdisplay - ebenso wenig geändert wie an der Lenkung. Soll heißen, die Spreizung zwischen Komfort und Sportlichkeit ist und bleibt gelungen. Der Wagen liegt gut in der Hand und lässt sich falls gewünscht problemlos wie flott durch die Kurven treiben.

Alles in allem fährt und wirkt der Golf schlichtweg geschmeidig. Dazu tragen auch das neue 6,5-Zoll-Farbdisplay und ein Audiosystem schon in der Basisversion bei. Bei der hier gefahrenen Version war das Topsystem des Infotainmentbaukastens (samt Navigationssystem 2385 Euro) mit einem 9,2-Zoll-Display eingebaut.

Die Zahl der Schalter haben die Designer auf ein Minimum reduziert. Alles liegt hinter Glas. Leider ebenso der Regler für die Lautstärke, die so an dieser Stelle während der Fahrt nicht so ganz einfach zu verändern ist. Allerdings ist das auch über einen Knopf am Multifunktionslenkrad möglich.

An dem lassen sich zudem die unterschiedlichen Profile des virtuellen Cockpits „Active Info Display“ einstellen. Der Aufpreis von 665 Euro lohnt sich.  Mit einem Preis von mindestens 24.125 Euro ist der Golf mit dem  1,5-Liter-Benziner allerdings schon ohne solch nette Optionen kein Schnäppchen. 

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert