Versicherungswechsel: Nicht blenden lassen

Von: amv
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Preisvergleich: Bis Ende November müssen Autofahrer kündigen, um zum neuen Jahr mit einer günstigeren Kfz-Versicherung einen Vertrag zu schließen. Foto: dpa

Aachen. Jetzt werben sie wieder. Mit Anzeigen und Werbespots buhlen Kfz-Versicherer zum Jahresende um wechselbereite Kundschaft, die künftig weniger zahlen möchten. Entsprechend wird Autobesitzern eingebläut, dass man mit einem Tarifwechsel sparen kann. Das stimmt in vielen Fällen.

„Hundert Euro Ersparnis im Jahr sind leicht möglich“, rechnet die Stiftung Warentest in der November-Ausgabe ihres Verbrauchermagazins „finanztest“ vor. Grundsätzlich allerdings will ein Wechsel gut geplant sein. Was möglich ist, haben die Verbraucherschützer in einem Online-Preisvergleich (test.de/analyse-kfz) zusammengestellt. Die Analyse kostet 7,50 Euro.

Ähnliche Zusammenstellungen bieten ebenso diverse Internetportale. Doch Vorsicht: „Nicht alle Vergleichsportale sind wirklich neutral“, warnt Thomas Achelis vom Autoclub KS: „Selten enthalten sie sämtliche Angebote im Markt. Einige bringen Gesellschaften nach vorne, mit denen sie eng zusammenarbeiten.“ Daher rät Achelis bei der Preisrecherche, stets mit mehreren Portalen zu arbeiten. Und noch einen weiteren Trick hält er bereit: „Man sollte bei der jetzigen Kfz-Versicherung nach günstigeren Tarifen fragen. Das ist oft möglich, vor allem wenn man den Wechsel zu einer billigeren Gesellschaft in Aussicht stellt.“

Besonders zum Ende der Wechselsaison, also im November, kann sich ein Preisvergleich für Autofahrer lohnen. Kurz vor Ablauf der Kündigungsfrist für einjährige Autoversicherungen sinken erfahrungsgemäß die Preise. Vor allem Internetanbieter locken dann Kunden mit knapp kalkulierten Angeboten. „Passend zur heißen Wechselphase ändern die Kfz-Versicherer ihre Tarife“, schildert Toralf Richter vom Verbraucherportal Verivox seine Beobachtungen.

In jedem Fall lohnt ein kritischer Blick in den bisherigen Vertrag. „Wenn Autoversicherer die Preise anheben, tun sie das oft so geschickt, dass die Kunden es kaum merken“, wissen die Verbraucherschützer von „finanztest“. So solle man sich nicht blenden lassen, wenn die Rechnung niedriger als im Vorjahr ausfalle. Grund kann eine günstigere Schadensfreiheitsklasse sein. Den Grundbetrag könne der Versicherer dennoch erhöht haben. Zudem sollte man die Versicherungsleistungen unter die Lupe nehmen. Autofahrer, die die höchste Schadenfreiheitsklasse erreicht hatten, wurden früher bei nur einem Schaden nicht in eine teurere SF-Klasse zurückgestuft. Rabattretter hieß dieses kostenlose Tarifdetail. „Heute bieten es nur noch sehr wenige Tarife an“, gibt Verivox-Fachmann Richter zu bedenken.

Stichtag für eine Kündigung ist der letzte Tag im November. Bis dahin muss die Kündigung beim bisherigen Versicherer eingegangen sein. Achtung: In diesem Jahr ist dies ein Sonntag. Wechselwillige sollten deshalb sichergehen, dass die Kündigung am 28. November beim Versicherer eingeht, empfehlen die Verbraucherschützer von „finanztest“.

Der Preis einer Autoversicherung hängt stark von der Typ- und Regionalklasse ab. Die Typklasse ergibt sich aus dem Automodell, die Regionalklasse aus dem Ort der Zulassung. In welchen Klassen ein Auto eingestuft ist, vermerken die Versicherer üblicherweise auf der Jahresrechnung. Ein Verzeichnis findet sich zudem im Internet (www.gdv.de).

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