Urlaubsfahrt: Pausen sind ein Muss

Von: Benjamin Palm, dapd
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Stau auf der Autobahn
Mit dem Ende der Ferien steigt die Staugefahr auf den Autobahnen. Foto: dapd, Symbolbild

Köln/München. Endlich Ferien - jetzt kann es den meisten mit dem Start in den Urlaub gar nicht schnell genug gehen. Doch Hektik ist ein schlechter Reisebegleiter: „Es nützt nichts, sich ins Auto zu setzen und schnell, schnell davonzufahren”, betont ADAC-Sprecher Andreas Hölzel im dapd-Interview.

Die Urlaubsfahrt müsse gut vorbereitet sein, damit man sicher und möglichst entspannt am Zielort ankomme.

Die Abfahrtszeit ist ein entscheidendes Kriterium für einen gelungenen Start. „Die traditionellen Stauzeiten sind freitagnachmittags, wenn der Berufsverkehr auf die Urlaubsreisenden trifft, sowie samstags, wo es mitunter bis in den Nachmittag volle Straßen und stockenden Verkehr gibt”, sagt Hölzel. Wer flexibel ist, sollte die Hauptreisezeiten meiden und beispielsweise in der Woche oder zumindest möglichst früh oder aber spät am Tage in den Urlaub aufbrechen.

Auch die Feiertage im jeweiligen Urlaubsland gilt es bei der Planung zu berücksichtigen. Viele europäische Staaten wie Belgien, Frankreich, Italien und Spanien begehen nach ADAC-Angaben Mariä Himmelfahrt (15. August). An diesem Tag sind die Geschäfte genauso geschlossen wie an Nationalfeiertagen, so dass Urlauber keine Einkäufe erledigen können. Entsprechend mehr Vorrat müsse aus Deutschland mitgebracht werden.

Dann kann es losgehen - allerdings nur, wenn die Vorbereitungen den Fahrer nicht zu sehr erschöpft haben. „Er sollte ausgeruht sein, leicht gefrühstückt haben und richtig wach sein”, sagt Hans-Ulrich Sander vom TÜV Rheinland in Köln. „Reisende müssen sich darauf einstellen, dass sie im Stau stehen können”, ergänzt ADAC-Sprecher Hölzel. Einerseits müsse vorausschauend gefahren werden, andererseits sollten genügend Getränke, aber auch leichtes Essen und ein bisschen Obst an Bord sein. „Eine bequeme Kleidung erleichtert die Fahrt, insbesondere wenn es draußen heiß ist”, sagt der ADAC-Sprecher.

Fängt man an zu gähnen, tränen die Augen, driftet man gar von der Fahrspur ab, ist eine längere Pause oder ein Fahrertausch nötig. „Die Einnahme von koffeinhaltigen Getränken oder Energy Drinks ist kein Mittel. Wenn man müde ist, hilft nur Schlaf”, erklärt Kraftfahrzeugexperte Sander. Bei einer Pause am Rastplatz könne der Sitz zurückgedreht und ein Nickerchen gehalten werden.

Regelmäßige Pausen sind ohnehin ein Muss. „Auch wenn es für den Pkw-Fahrer keine Regelung für Lenk- und Ruhezeiten gibt, sollte er am besten alle zwei bis drei Stunden eine Pause einlegen”, sagt der TÜV-Fachmann. Bei Kindern sei es sogar ratsam, noch häufiger Pausen zu machen. „Alle ein- bis eineinhalb Stunden sollte ein Zwischenstopp eingelegt werden, währenddessen sich der Nachwuchs austoben kann”, empfiehlt Andreas Hölzel. Die Erwachsenen könnten sich derweil die Beine vertreten und frische Luft schnappen. Auch ein Besuch der Toilette ist ratsam, um bei einem späteren Stau keine Not zu leiden.

„Nach neun bis zehn Stunden Fahrtzeit ist es sicherlich sinnvoll, die Fahrt vorerst zu beenden”, rät Hans-Ulrich Sander. Die Route könne so geplant werden, dass die Reisenden an einem sehenswerten Ort einen Zwischenhalt mit Übernachtung einlegen. Manche Navigationsgeräte zeigen solche „Points Of Interests” (POI) entlang der eigentlichen Fahrtroute an.

Ein hohes Maß an Aufmerksamkeit erfordern im Übrigen auch die Verkehrsregeln im Ausland: Sie unterscheiden sich mitunter von den deutschen Regularien. Während es hierzulande beispielsweise kein generelles Tempolimit auf Autobahnen gibt, ist in vielen anderen Ländern Europas die Geschwindigkeit beschränkt. In Belgien, Irland und Portugal beispielsweise sind nach ADAC-Angaben maximal 120 Stundenkilometer (km/h) erlaubt, während in Dänemark und Italien 130 km/h und auf Autobahnen in Bulgarien und Polen sogar bis zu 140 km/h gestattet sind. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in punkto Tagfahrlicht: In Schweden ist man verpflichtet, das Licht am Tag einzuschalten, während Österreich diese Regelung wieder abgeschafft hat.
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