TÜV Süd empfiehlt Mitnahme eines Reserverads auf Fernfahrten

Von: dapd
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München. Zu den großen technischen Ärgernissen auf Fernfahrten gehört wohl eine Reifenpanne. „Seit Ersatzräder nicht mehr zum Standardzubehör zählen, ist es zeitaufwendiger und teurer geworden, den Wagen wieder flott zu machen”, sagt Frank Volk vom TÜV Süd.

„Noträder tragen nur bis in die nächstgelegene Werkstatt, die den Reifen vorrätig und zudem sofort einen Termin freihaben muss.” Wer also Touren ins Ausland plane und auf fremdsprachliche Preis- und Terminverhandlungen verzichten möchte, der sollte besser ein vollwertiges Ersatzrad mitnehmen.

Dieses biete die größte Flexibilität, „denn damit kann man im Fall des Falles seine Reise einfach fortsetzen”, rät Reifenexperte Michael Staude vom TÜV Süd Automotive.Doch auch hier sollte einiges beachten. „Ersatzreifen sind im Auto großen Temperaturschwankungen ausgesetzt und altern deswegen mindestens genau so schnell wie ein gefahrener Reifen”, sagt der Fachmann.

Er empfiehlt, vor jeder längeren Fahrt den Luftdruck auf allen fünf Rädern zu kontrollieren. Das Komplettrad im Kofferraum tauge nur dann uneingeschränkt zur Weiterfahrt, wenn dessen Luftdruck stimme. Fürs Weiterkommen auf Noträdern gelten laut Staude modellspezifische Vorgaben. So dürfe in den meisten Fällen nicht schneller als Tempo 80 gefahren werden.

Außerdem seien die schmalen Räder nur für den behelfsmäßigen Gebrauch geeignet, also für die Fahrt in die nächstgelegene Werkstatt. Die genauen Angaben variierten von Hersteller zu Hersteller. Die typspezifischen Regeln finden Autofahrer in der Bedienungsanleitung ihres Wagens.
Spitze Gegenstände, die in den Reifen eingefahren werden, sind nach wie vor Reifenpannenursache Nummer eins. Für solche Schäden haben sich in den vergangenen Jahren neben Not- und Ersatzrad sogenannte Repair-Kits etabliert. Die bestehen meist aus einem mit Dichtflüssigkeit und Druckluft gefüllten Behälter, der auf das Ventil gedrückt wird.

Die Flüssigkeit behebt den Schaden für kurze Zeit, bereits entwichene Luft wird mit der Druckluft wieder aufgefüllt. Wie mit dem Notrad ist die direkte und verlangsamte Fahrt zum nächsten Reifenhändler angesagt.

Vorteil der Reifenreparatur-Sets sei, dass das Umstecken der Räder entfalle, sagt Staude. Nachteilig sei, dass die Sets nur bei kleinen Schäden am Reifen wie bei Nägeln oder Scherben einsetzbar seien. Außerdem seien meist nur die von den Autoherstellern direkt bereitgestellten Systeme brauchbar. Produkte aus dem Ersatzteilehandel schnitten oft schlecht ab.
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