Todesfalle Dunkelheit: Zahlen sprechen für sich

Von: amv
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Laut einer Übersicht der Unfallforschung der Versicherer (UDV) in Berlin starben auf den meist schlecht oder gar nicht beleuchteten Landstraßen vier Fünftel der im Jahr 2014 getöteten Fußgänger bei Dämmerung oder Dunkelheit.

Berlin. Die Zahlen sprechen für sich: Fußgänger sind in der dunklen Jahreszeit stärker gefährdet und müssen ganz besonders aufpassen. Während in jedem Monat der Sommerzeit durchschnittlich 32 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben kommen, sind es in Monaten der Winterzeit mit 60 fast doppelt so viele.

Laut einer Übersicht der Unfallforschung der Versicherer (UDV) in Berlin starben auf den meist schlecht oder gar nicht beleuchteten Landstraßen vier Fünftel der im Jahr 2014 getöteten Fußgänger bei Dämmerung oder Dunkelheit. Aber auch im meist besser beleuchteten innerstädtischen Bereich ist für Fußgänger das Risiko, getötet zu werden, in den Monaten November bis März fast doppelt so hoch wie in den anderen Monaten.

„Den größten Fehler, den Fußgänger in der dunklen Jahreszeit machen können, ist darauf zu vertrauen, dass der Autofahrer ihn sieht“, schildert Dekra-Unfallforscher Walter Niewöhner seine Beobachtungen. Ein großes Problem ist nach Ansicht des Experten die schlechte Sicht in der dunklen Jahreszeit. „Fußgänger bewegen sich im Straßenverkehr oft in einer Dunkelzone, in der sie von einem Autofahrer nur schwer oder gar nicht zu sehen sind.“ Sogar in gut ausgeleuchteten City-Straßen mit hellen Schaufenstern, Neonreklamen und Autoscheinwerfern gibt es oft dunkle Zonen in denen einzelne Fußgänger förmlich untertauchen.

UDV-Leiter Siegfried Brockmann rät deshalb: „Fußgänger sollten möglichst helle oder mit reflektierenden Streifen versehene Kleidung tragen. Eltern sollten bei Kleidung, Schuhen und Schulranzen der Kinder auf eine Ausstattung mit Reflektoren achten.“

Überdies mindert richtiges, vorausschauendes Verhalten die Unfallgefahr. Überqueren sollten Fußgänger Straßen möglichst nur an einer gut beleuchteten Stelle und nie durch parkende Fahrzeuge verdeckt. Doch auch hier gilt in der dunklen Jahreszeit höchste Vorsicht, vor allem bei Fahrzeugen, die von rechts kommen. Bei spärlicher Beleuchtung sehen die Fahrer den linken Straßenrand schlechter.

Auf einer dunklen Landstraße sollte man, wenn irgend möglich, gar nicht zu Fuß gehen, falls kein separater Gehweg vorhanden ist. „Das ist lebensgefährlich. Autofahrer können einen Fußgänger, erst recht, wenn er dunkel gekleidet ist, oft gar nicht oder nur viel zu spät erkennen“, gibt Brockmann zu bedenken.

Auch Autofahrer können einiges zur Vermeidung von Fußgängerunfällen tun. „Tempo 50 ist nicht überall angebracht, wo es erlaubt ist“, betont Dekra-Fachmann Niewöhner. Bei schlechter Sicht durch schummriges Herbstlicht muss langsamer gefahren werden als bei Helligkeit. Aber selbst am Tage ist Tempo 50 oft schon zu schnell. Dort zum Beispiel, wo Autos links und rechts am Straßenrand parken, können Fußgänger überraschend auf die Fahrbahn treten. „Stellen Sie sich vor, was passiert, wenn plötzlich ein Kind auf die Straße tritt“, sagt der Unfallforscher. „Für solche Situationen muss jeder ein Gefühl entwickeln“, fordert Niewöhner.

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