SUVs und sinkende Spritpreise torpedieren Umweltschutz

Von: amv
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sinkende Spritpreise
Die sinkenden Spritpreise tragen eine Mitschuld daran, dass die Reduzierung der CO2-Emissionen nicht in dem angepeilten Maße stattfindet. Symbolbild: dpa

Bergisch Gladbach. Die CO2-Emissionen der Pkw in Deutschland sinken langsamer. So verringerte sich der Ausstoß des Treibhaus-Gas im vergangenen Jahr nur um durchschnittlich 2,6 Prozent auf 132,8 Gramm je Kilometer (g/km). „Das ist allerdings die geringste Reduktion seit dem Ausnahmejahr 2009/2010, Stichwort Abwrackprämie“, rechnet Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach vor.

In den Vorjahren waren die CO2-Emissionen hierzulande durchschnittlich noch um 3,8 Prozent (2013), 2,9 Prozent (2012) und 3,7 Prozent (2011) zurückgegangen. Nach Einschätzung von Bratzel „torpedieren die hohe Nachfrage nach SUV und Geländewagen sowie niedrige Spritpreise die Anstrengungen zur Reduzierung der CO2-Emissionen und vermindern die Akzeptanz für alternative Antriebe“.

Die Nachfrage nach SUV und Geländewagen ist laut der CAM-Analyse in 2014 um 20,6 Prozent, beziehungsweise 6,5 Prozent gestiegen und erreichte zusammengerechnet einen Marktanteil von 17,4 Prozent an den Neuzulassungen. Die CO2-Emissionen dieser Segmente liegen im Dezember 2014 mit 141,8 g/km (SUV) und 165,7 g/km (Geländewagen) deutlich über dem Durchschnitt anderer Segmente wie etwa der Mittelklasse (128,2 g/km) oder der Oberen Mittelklasse (138,1 g/km).

Allerdings zeigt die CO2-Bilanz deutliche Unterschiede zwischen sogenannten High und Low Performern. Sehr gut schneiden laut der Studie im Vergleich der Volumenhersteller die französischen Autobauer Renault/Dacia sowie Peugeot und Citroen plus allen voran Toyota/Lexus ab, die auf CO2-Emissionen zwischen 121,5 g/km und 117,4 g/km kommen.

„Auch Ford und Volkswagen weisen noch eine gute Bilanz auf, wobei die Wolfsburger im Jahr 2014 ihre CO2-Emissionen sogar überdurchschnittlich vermindern konnten (minus 2,8 Prozent) und nunmehr bei einem Flottendurchschnitt von 130,2 g/km liegen“, erläutert Bratzel.

Demgegenüber zeigten im zurückliegenden Jahr die koreanischen Hersteller Hyundai und Kia sowie Fiat eine negative oder unterdurchschnittliche CO2-Performance. Stefan Bratzel: „Eine unterdurchschnittliche CO2-Bilanz von Herstellern deutet auf einen im Wettbewerbsvergleich ungünstigen Produktmix und Defizite im Bereich effizienter Antriebe und Leichtbau hin.“

Bei den Premiumherstellern konnte im zurückliegenden Jahr Volvo einen großen Sprung nach vorn machen und die CO2-Emissionen um 6,2 Prozent auf nunmehr 136,5 g/km reduzieren. Überdurchschnittlich kam auch Mercedes/smart (ohne Vans) voran (minus 3,1 Prozent), die mit 135,1 g/km derzeit das Feld knapp vor BMW/Mini und Audi anführen.

Porsche und Jaguar liegen mit 198,5 und 183,3 g/km dagegen im oberen CO2-Spektrum, weist die Marktanalyse aus. Nach Prognosen des CAM ist in den nächsten fünf Jahren im konventionellen Bereich noch mit Senkungen des Fahrzeuggesamtverbrauchs um rund 20 Prozent zu rechnen.

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