Friedberg - Subaru Impreza 2.0D Sport: Der etwas andere Kompakte

Subaru Impreza 2.0D Sport: Der etwas andere Kompakte

Von: Sabine Neumann, dapd
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Einsteigen, Schlüssel umdrehen und erst nach den ersten Metern den Gurt anlegen - was natürlich grundsätzlich verboten ist, das ist beim Subaru Impreza ohnehin vollkommen undenkbar. Das Alarmgeräusch beim Missachten des Gurtes ist im Vergleich zu anderen Herstellern derart penetrant, dass man es keine Sekunde länger als notwendig ertragen möchte. Foto: dapd

Friedberg. Einsteigen, Schlüssel umdrehen und erst nach den ersten Metern den Gurt anlegen - was natürlich grundsätzlich verboten ist, das ist beim Subaru Impreza ohnehin vollkommen undenkbar. Das Alarmgeräusch beim Missachten des Gurtes ist im Vergleich zu anderen Herstellern derart penetrant, dass man es keine Sekunde länger als notwendig ertragen möchte.

Doch das ist keineswegs das einzige Merkmal, mit dem sich der japanische Kompakte vom Wettbewerb abhebt. Auf den ersten Blick fällt die große Lufthutze auf der Kühlerhaube auf. Sie dient nach Subaru-Angaben der Ladeluftkühlung des Motors. Ob diese Lösung auch der Optik gut tut, ist Geschmacksfrage.

Sicher ist, dass die Sauerstoffversorgung zur ansonsten eher unauffällig gezeichneten Karosserie etwas Außergewöhnliches beisteuert. Weitaus besser integriert sind die Xenon-Scheinwerfer, die eine direkte Verbindung zum Kühlergrill haben, sowie Rückleuchten mit LED-Bremslicht in Form von strahlenden Diamanten. Sie verleihen dem 4,42 Meter langen Viertürer ganz unbestritten Glanz.

Es fehlen Frische und Modernität

Den vermisst man im Innenraum. Design und Machart der sachlichen und kunststofflastigen Einrichtung in Schwarz verraten unübersehbar, dass der Impreza eigentlich bereits seit 2007 auf dem Markt ist. Es fehlt schlichtweg jenes Quäntchen Modernität und Frische, das man mittlerweile in einem Auto erwartet.

Dessen ungeachtet wirken die verwendeten Materialien aber gut verarbeitet und alle Hebel und Schalter sind praktisch angeordnet. Lediglich das Lenkrad ist ziemlich tief angebracht, was mit der Höhen- und Längsverstellung nur bedingt ausgeglichen werden kann. Keinerlei Kritik gibt es an den Platzverhältnissen für die Insassen. Vorne nehmen Fahrer und Beifahrer auf hoch geschnittenen und bequemen Sitzen mit integrierter Kopfstütze Platz.

Die Fondpassagiere können sich über großzügige Knie- und Kopffreiheit freuen. Beim Gepäck hingegen sollte man sich bei einer größeren Reise zu viert etwas einschränken. Mit 301 Litern ist der Kofferraum im Vergleich zu den Konkurrenten verhältnismäßig klein. Tadellos indessen ist die Möglichkeit, mit zwei Handgriffen die Rückenlehnen der Rücksitzbank umzulegen. Dann hat man auf der vollkommen ebenen Ladefläche ein Volumen von 1.216 Liter zur Verfügung.

Solides Fahrvergnügen

Der Klang des Zweiliter-Diesels erinnert mit seinem trockenen, leicht rauen Brummen daran, dass Subaru auch bei den Selbstzündern seinem Boxer-Prinzip treu geblieben ist. Im Impreza kann das Aggregat, das einzige dieser Art auf dem Markt, seinem Ruf, besonders vibrationsarm zu sein, voll gerecht werden. Die Laufruhe des 150 PS starken Vierzylinders ist wirklich gut.

Das kann man auch vom Antrittsverhalten sagen. Mit einem maximalen Drehmoment von 350 Newtonmetern (Nm) bei 1.800 Umdrehungen genügt nur wenig Druck aufs Gaspedal, um kräftig zu beschleunigen. Und bei Zwischensprints kann das Triebwerk ebenso überzeugen.

Übertragen wird die Kraft von einem Sechsgang-Getriebe, dessen Gänge allerdings nicht ganz ohne Hakeln einzulegen sind. In der Stadt lässt es sich angenehm schaltfaul fahren. Auch in der höchsten Schaltstufe bleibt noch Kraft für einigermaßen dynamische Überholmanöver.

Allzu viel Dynamik quittiert der Diesel allerdings mit erkennbarem Durst. Die von Subaru angegebenen 5,8 Liter steigen dann schnell um anderthalb bis zwei Liter. Eine Stopp-Start-Automatik ist nicht mit an Bord.

Auf den ersten Metern könnte man meinen, das Fahrwerk sei eine Spur zu weich abgestimmt. Doch diese Einschätzung muss man spätestens nach zügigen Autobahnkilometern mit langgezogenen Kurven revidieren. Zwar überwiegt der Komfort.

Doch die gute Gewichtsverteilung verbunden mit dem Allradantrieb führt unterm Strich zu einem wirklich guten Fahrgefühl. Während auf der einen Seite Fahrbahnunebenheiten weggefiltert werden, bevor sie sich störend auf die Bandscheiben der Reisenden auswirken, meistert der Wagen auch schnell gefahrene Kurven ohne Probleme. Die Lenkung dürfte insgesamt etwas direkter sein, doch die Handlichkeit ist durchaus gegeben.

Bestmögliche Traktion sichert der Allradantrieb, bei dem ein Mittendifferenzial mit selbstsperrender Viscokupplung zum Einsatz kommt. Je nach Schlupf an den Rädern verteilt die Sperre die Momente stufenlos zwischen Vorder- und Hinterachse. Eine Getriebeuntersetzung bietet der 2.0D nicht. Der Impreza besitzt eine solide Grundausstattung (Basispreis: 25.800 Euro) mit zeitgemäßer Technik.

Knapp 6.000 Euro mehr für die Sport-Version bescheren dem Kunden unter anderem zusätzlich ein CD-Audio-System mit Bluetooth, AUX-Anschluss und Lenkradbedienung (auch für die Telefon-Freisprecheinrichtung), Sportsitze, Tempomat und Nebelscheinwerfer. Derart bestückt hebt sich der Japaner mit einem guten Preis-Wert-Verhältnis ein weiteres Mal von seinen „Marktbegleitern” ab.
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