Starthilfe: Wenn der Akku schlapp macht

Von: nom
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Der zweite Schritt bei der Starthilfe: Das schwarze Kabel an den Minuspol der Starter- und der leeren Batterie anschließen. Foto: dpa/Bodo Marks

München. Nach dem Drehen des Zündschlüssels tut sich - nichts. Wenn nach kalter Nacht die Autobatterie streikt, versucht mancher, sein Auto beispielsweise mit einer Starthilfe des Nachbarn flottzumachen. „Vorsicht“, warnt Philipp Schreiber von TÜV Süd in München.

„Wer nicht aufpasst, kann dabei schnell den Kabelbaum ruinieren, die Fahrzeugelektronik beschädigen oder gar im Motorraum eine kleine Explosion auslösen.“ Grundsätzlich empfiehlt es sich vor der Hilfsaktion im eigenen Fahrzeughandbuch nachzublättern, ob der Wagen so wiederbelebt werden darf. Schreiber: „Bei einigen Fahrzeugtypen ist diese Form der Hilfe nicht angebracht, da beispielsweise Steuergeräte beschädigt werden können.“

Grundsätzlich sollten für die Aktion Kabel der DIN-Norm 72553 oder ISO-Norm 6722 zum Einsatz kommen. Von außen beurteilen kann man die Kabelqualität nicht und ist der Kabelquerschnitt zu gering, droht ein Kabelbrand. Bei der Starthilfe muss man aufpassen, dass sich die blanken Teile der Polzangen nicht berühren. Sonst gibt es einen Kurzschluss.

Außerdem darf das am Pluspol befestigte Kabel - üblicherweise rot - nicht mit elektrisch leitenden Autoteilen in Kontakt kommen. „Zudem sollte man darauf achten, dass die Kabel im Motorraum dem Ventilator oder anderen drehenden Teilen nicht zu nahe kommen“, warnt der TÜV Süd-Fachmann. Vorsicht: In der Nähe des Autoakkus kann immer etwas Knallgas entstehen. Deshalb ist Rauchen tabu. Um gefahr- und problemlos wieder in Betrieb zu kommen, empfiehlt Schreiber diese Vorgehensweise: „Zuerst das rote Pluskabel an den Pluspol der Spenderbatterie anklemmen und die andere Seite mit dem Pluspol der entladenen Batterie verbinden. Danach das schwarze Kabel mit dem Minuspol der geladenen Batterie und die andere Seite mit einer blanken Stelle an Motorblock oder Karosserie am Pannenfahrzeug verbinden.“

Nach Möglichkeit sollte man die im Handbuch des Fahrzeuges vorgegebenen Verbindungspunkte nutzen. Anschließend den Motor des Spenders starten, dann den Havaristen. Springt der Motor nicht prompt an, nach etwa zehn Sekunden abbrechen. „Dann dürfte die Panne ein Fall für die Werkstatt sein“, schildert der TÜV Süd-Fachmann seine Erfahrungen. Läuft der Motor, das Gebläse und Heckscheibenheizung einschalten, um beim Entfernen der Kabel das Bordnetz vor Spannungsspitzen zu schützen.

Am Schluss die Kabel in umgekehrter Reihenfolge entfernen, also zuerst das schwarze Minus-, dann das rote Pluskabel. Manchen Akku-Kollaps können Autobesitzer selbst vermeiden. „Neben den üblichen Verdächtigen, Kälte, Kurzstreckenbetrieb oder Alter, entlädt sich ein Akku auch durch Bequemlichkeit“, weiß Schreiber. „Viele Autobesitzer sind es gewohnt, ihren Wagen in der Garage nicht abzuschließen und so schalten die Steuergeräte nicht in den Ruhemodus“, skizziert der TÜV Süd-Fachmann die Logik der Elektronik.

„Bei nicht verschlossen Türen geht die Elektronik davon aus, dass ihr Einsatz alsbald wieder gefragt ist“, und „so wird unnötig Strom verbraucht“. Wer sich über den Zustand des Stromspenders Klarheit verschaffen will, sollte den Lade- und Säurezustand des Akkus in der Werkstatt testen lassen. Die Profis können messen, ob das Powerteil geladen oder getauscht werden muss. Zudem sollten Pole sowie die Polklemmen gereinigt und gefettet, das Batteriegehäuse gesäubert werden. Das verhindert Kriechströme. Hat sich der Akku mehrmals komplett entladen, wird ein neuer Stromspender fällig.

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