München - Spurwechsel im Stau bringt nichts

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Spurwechsel im Stau bringt nichts

Von: amv
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Trotz aller Planung lässt sich Stau an Pfingsten meist nicht vermeiden. Foto: TÜV Süd

München. Von links nach rechts und wieder zurück, so kommt im Stau niemand schneller voran. Zahlreiche Studien belegen: Selbst wer dauernd die Spur wechselt, fährt mit denselben Leidensgenossen aus dem Stau wieder raus, mit denen er hineingeraten ist.

„Zudem besteht durch den Spurwechsel die Gefahr, dass die Rettungsgasse blockiert wird“, gibt Eberhard Lang von TÜV Süd in München zu bedenken. Tabu ist auch die Standspur. Sie darf nur auf polizeiliche Anweisung oder mit entsprechender Beschilderung als Fahrstreifen benutzt werden.

Die TÜV Süd-Fachleute raten zudem, die Reiserouten am besten im Vorfeld auf Staus hin abklopfen. Statistisch gesehen sind die Reisetage mit der geringsten Verkehrsdichte Dienstag und Mittwoch. Lässt es sich - etwa aufgrund der Buchung am Urlaubsort - einrichten, dass nicht von Samstag auf Samstag verreist werden muss, sollte man dies nutzen. „Nicht samstags fahren, wenn alle fahren“, rät Eberhard Lang.

Trotz aller Planung lässt sich Stau an Pfingsten meist nicht vermeiden. Dann dem Stauende nähern, sanft abbremsen und das Fahrzeug ausrollen lassen: „Spätestens jetzt den nachfolgenden Verkehr mit höchster Aufmerksamkeit beobachten, denn die größte Gefahr im Stau droht von hinten“, schildert Lang seine Erfahrungen. Das eigene Fahrzeug ganz leicht Richtung seitlicher Begrenzung orientieren, dazu ein bis zwei Fahrzeuglängen Abstand zum Vordermann einhalten. Nur so hat man die Chance, zu reagieren, wenn der Fahrer hinter einem das Stauende übersehen hat. Warnblinker nur an unübersichtlichen Stellen einschalten. Zu frühzeitiges Einschalten - etwa bei einer Verlangsamung des Verkehrsflusses - kann dazu führen, dass der rückwärtige Verkehr unnötig stark abbremst.

Steht man erst einmal im Stau, selbst bei kurzen Wartezeiten den Motor ausschalten. Beim Rollen sollte der Abstand zum Vordermann bei ein bis zwei Fahrzeuglängen liegen. Mantra der Experten: In der Mitte der zwei Fahrstreifen unbedingt eine Rettungsgasse freilassen. Die Regel dazu: Bei drei Fahrspuren und mehr muss die Rettungsgasse zwischen dem linken äußeren und dem zweiten Fahrstreifen von links gebildet werden. Die gesicherte Unfallstelle zudem ohne Abbremsen passieren: Gaffen verursacht wieder Stau.

Steht die Pause nach längerer Stauzeit kurz bevor, ist die Aufregung meist groß. Fahrer dürfen sich davon gerade auf Raststätten und besonders zur Urlaubszeit nicht ablenken lassen, denn die Stationen sind meistens überfüllt, zwischen fahrenden Autos laufen Fußgänger, dicht an dicht stehende Lkw behindern die Sicht. „Rastplätze erfordern vor allem in der Ferienzeit die gleiche Aufmerksamkeit wie verkehrsberuhigte Bereiche. Also, Schritttempo fahren, auf Fußgänger und vor allem Kinder achten. Erst wenn der Wagen steht, geht die Pause los“, rät der TÜV Süd-Fachmann.

Jeder kennt die Faustformel aus der Fahrschule: Bei der Abfahrt von der Autobahn beim Abbremsen auf Tempo 50 unbedingt den Tacho im Blick behalten, denn die Augen haben sich an Geschwindigkeiten über 130 Stundenkilometer gewöhnt und sind deshalb ein schlechtes Messinstrument. Lang: „Für die Einfahrt auf einen Rastplatz die Tachonadel auf 30 bis 40 senken. Hier herrscht höchste Gefahr durch Fußgänger und rangierende Lkw und Pkw.“ Höchstens 30 Kilometer pro Stunde auf den Auf- und Abfahrten und Schrittgeschwindigkeit im Zentralbereich mit Gasthaus und Spielplatz sind angemessen. Vor allem in der Nacht die Geschwindigkeit nochmal anpassen. Gerade dann stehen die Brummis Schlange und das oft schon auf den Auffahrten.

Kinder sollten auf Rastanlagen zu jeder Zeit an die Hand genommen werden. Kinderwagen oder Kindersitze niemals im Fahrbahnbereich abstellen. Gerade in der unübersichtlichen Verkehrssituation werden Buggy und Co. schnell übersehen. „Auch neben, hinter oder vor dem Wagen hat die Babyschale nichts zu suchen, selbst für Sekunden nicht. Ausparkende Fahrzeuge, rangierende Busse und Lkw können die Kleinsten dort nicht sehen und schnell überrollen“, warnt Lang.

 

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