So wird der Firmenwagen möglichst günstig versteuert

Von: Oliver Mest, dapd
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Berlin. Ein Firmenwagen gehört in vielen Unternehmen zum Gehalt. Allerdings werden Steuern fällig, wenn der Wagen auch privat genutzt werden kann: Der sogenannte geldwerte Vorteil muss versteuert werden. Wer einen Firmenwagen bekommt, kann bei der Versteuerung zwischen der Pauschal- und der Fahrtenbuchmethode wählen.

Bei der Pauschalmethode wird der sogenannte Nutzungswert für die Dienstwagenbesteuerung auf Basis des Listenpreises für das Auto ermittelt. Dabei gilt: Ein Prozent des Listenpreises wird für die Privatfahrten generell als Nutzungswert angesetzt, zusätzlich werden die Fahrten zur Arbeit angerechnet.

Monatlich werden dann 0,03 Prozent des Listenpreises je Entfernungskilometer für die Versteuerung des Firmenwagens hinzugerechnet. Bei weniger als 15 Fahrten monatlich werden für den geldwerten Vorteil 0,002 Prozent des Listenpreises je Entfernungskilometer zugrunde gelegt.

Anstatt die steuerliche Belastung für den Firmenwagen mit der Ein-Prozent-Regelung pauschal zu festzulegen, kann der Anteil auch individuell mithilfe eine Fahrtenbuchs ermittelt werden. Hier werden sämtliche Fahrten - private wie berufliche - eingetragen. Der Arbeitgeber muss dann die Gesamtkosten des Firmenwagens nachweisen, der private Nutzungsanteil wird dann entsprechend versteuert.

Wahlrecht für die Steuererklärung

In den meisten Firmen werden die Firmen- und Dienstwagen nach der Ein-Prozent-Regelung besteuert. Steuerzahler haben aber die Möglichkeit, die für sie günstigere Variante der Versteuerung in der Einkommenssteuererklärung neu zu wählen.

Dafür ist es erforderlich, dass sie im Laufe des Jahres ein Fahrtenbuch für den Dienstwagen führen, sich vom Arbeitgeber die ermittelten Kosten ausweisen lassen und die daraus resultierende Steuerlast mit der pauschal ermittelten Steuersumme vergleichen.

Diese findet sich in der Regel in der Dezember-Abrechnung. Die geringere Summe wird dann für die Versteuerung des Firmenwagens herangezogen.

Nicht immer werden Firmenwagen vom Arbeitgeber voll bezahlt. In vielen Fällen müssen Angestellte Teile der Kosten selbst tragen. Ist das der Fall, werden die Kosten von dem Betrag abgezogen, der als geldwerter Vorteil zu versteuern ist.

Zahlt der Nutzer etwa laufende Betriebskosten, Benzin oder Wartungskosten aus eigener Tasche, hängt die steuerliche Anrechnung davon ab, wie der geldwerte Vorteil ermittelt wird.

Kommt die Pauschalmethode zur Anwendung, mindern die eigenen Auslagen nicht den zu versteuernden Nutzungswert. Steuerzahler zahlen also den vollen Anteil vom Listenpreis, obwohl sie Teile der Kosten selbst getragen haben.

Bei Anwendung der Fahrtenbuchmethode sieht es anders aus: Da der Arbeitgeber die Kosten nicht trägt und verbucht, können sie auch nicht die Basis für die Versteuerung des Firmenwagens erhöhen - sie wirken sich steuerlich also aus.
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