Erfurt - Smartphone wird zur Punktefalle

Smartphone wird zur Punktefalle

Von: amv
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Die reine Bedienung des Telefons, egal ob es das Abweisen eines Anrufers ist oder nur dazu dient, die Uhrzeit abzulesen, kann bei laufendem Motor auch im Stand als unerlaubte Benutzung des Mobiltelefons gewertet werden. Symbolfoto: Colourbox

Erfurt. Telefonieren am Steuer ohne Freisprecheinrichtung ist verboten und das hinlänglich bekannt. Allerdings beobachtet Achmed Leser vom TÜV Thüringen in Thüringen, dass mancher Autofahrer offenbar glaubt, das Lesen einer Nachricht oder das schnelle Posten im Social Net an der roten Ampel zähle nicht zum Telefonieren am Steuer.

„Weit gefehlt“, warnt Leser: „Die reine Bedienung des Telefons, egal ob es das Abweisen eines Anrufers ist oder nur dazu dient, die Uhrzeit abzulesen, kann bei laufendem Motor auch im Stand als unerlaubte Benutzung des Mobiltelefons gewertet werden.“

Der Bußgeldkatalog sieht dafür eine Strafe von 60 Euro vor, zudem einen Punkt im Fahreignungsregister“, warnt der TÜV-Fachmann. Das trifft gleichermaßen auf die Benutzung des Smartphones als Navigationsgerät zu. „Solange hier die Bedienung beziehungsweise Eingabe der Strecke vor Antritt der Fahrt bei abgeschaltetem Motor erfolgt, ist das kein Thema“, erläutert Leser. „Wer allerdings das Smartphone während der Fahrt in die Hand nimmt, um die Darstellung im Display oder gar die Route zu ändern, verhält sich ordnungswidrig und muss mit einer Strafe wie beim Telefonieren am Steuer rechnen“, warnt der Unfallexperte.

„Grundsätzlich wird die Nutzung des Handys durch den Fahrer, aber genauso als Radfahrer, als grobe Fahrlässigkeit gewertet. Das bedeutet im Falle eines Unfalls, dass auch bei Unverschulden eine Teilschuld anerkannt werden kann. Möglicherweise ist dann sogar der Versicherungsschutz in Gefahr“, mahnt Leser. Für die Benutzung des Telefons beziehungsweise Smartphones auf dem Fahrrad wird übrigens ein Bußgeld in Höhe von 25 Euro fällig. Eine „völlig neue und hoch riskante Ablenkung“ durch Smartphones im Straßenverkehr sieht Leser bei Fußgängern. Die Benutzung des Smartphones ist für Fußgänger zwar nicht verboten, der Bußgeldkatalog sieht dafür keine Strafen vor. Dennoch schätzt der Unfallexperte das Lesen oder Schreiben auf dem Touchscreen während des Laufens als extrem gefährlich ein. „Ein Trend, der nicht ausschließlich in Großstädten oder nur bei der jungen Zielgruppe zu beobachten ist“, beobachtet der Fachmann.

„Die Gefahr, zu stürzen oder eine Verkehrssituation falsch oder zu spät einzuschätzen, ist riesig. Wer noch dazu mit Kopfhörern unterwegs ist, muss sich nicht wundern, wenn er ein nahendes Fahrzeug nicht wahrnimmt“, gibt Leser zu bedenken. Jedes Jahr ereignen sich unzählige Rutsch-, Stolper- und Sturzunfälle, eine genaue Statistik zu den Unfallursachen gibt es dazu nicht. Dennoch dürfte die Anzahl der Stürze aufgrund der zunehmenden Smartphone-Nutzung im Straßenverkehr eher nicht zurückgehen.

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