Seat Leon ST: Der Schönling unter den Kombis

Von: amv
Letzte Aktualisierung:
Seat
Dem Leon ST genannten Kombi spendierten die Designer eine markante Seitenlinie, ein cool designtes Heck sowie etliche expressive Lichtkanten. Foto: dpa

Weiterstadt . Er ist ein Beau unter den Kombis der Kompaktklasse. Wem der Golf oder der Skoda zu bieder, brav und bürgerlich ist, dem bietet der Volkswagen-Konzern eine Alternative im eigenen Haus. Dem Leon ST genannten Kombi spendierten die Designer eine markante Seitenlinie, ein cool designtes Heck sowie etliche expressive Lichtkanten.

Dass es nicht um jeden Liter Ladevolumen geht, offenbart die flach stehende Heckscheibe. Schönheit geht vor. Immerhin aber offeriert der Leon in der Kombiversion ein Ladevolumen von 587 Liter und ist somit in diesem Kapitel durchaus konkurrenzfähig. Mit zwei Griffen fällt die geteilte Rückbank um. Das Ladevolumen wächst auf bis zu 1.470 Liter. Außerdem gibt es einen variablen Kofferraumboden, mit dem man wahlweise den Stauraum vergrößern oder die Ladefläche einebnen und ein blickgeschütztes Fach im Souterrain schaffen kann.

Dort kann bei Bedarf das Gepäckrollo deponiert werden. Für den Raumgewinn wurde bei unverändertem Radstand das Heck um 27 Zentimeter verlängert, spannend gezeichnet, muskulös geschnitten und gekonnt proportioniert. Doch der Kompakt-Kombi der spanischen Konzerntochter hat mehr zu bieten. Gut verarbeitet basiert er auf der Plattform des Golf VII und greift auf aktuelle VW-Technik zurück. Dass sich der Leon an jene wendet, die einen dynamischen Fahrstil pflegen, merkt man alsbald. Auf der Straße wird der Leon FR mit Sportfahrwerk seinem fahrdynamischen Anspruch gerecht, ohne dass der Komfort allzu kurz kommt. Selbst grobe Unzulänglichkeiten des Straßenbaus werden weitgehend austariert.

Bei Kurvenfahrten liegt der Grenzbereich hoch. Er kündigt sich frühzeitig genug an, um Korrekturen vorzunehmen, bevor schließlich das ESP eingreift. Die Untersteuerungstendenz des Fahrzeugs beim Beschleunigen aus Kurven heraus minimiert eine elektronische Differenzialsperre. Darüber hinaus optimiert sie die Traktion, wenn es beispielsweise bei feuchter Fahrbahn an Grip mangelt. Reichlich Fahrspaß geben zudem die präzise Lenkung, die wirkungsvollen wie standfesten Bremsen sowie das mit kurzen Wegen arbeitende Sechsgang-Getriebe. Es passt zur Motorcharakteristik und hält stets die passende Fahrstufe parat. Der 1.4-Vierzylinder-Turbo leistet 122 PS.

Viel bemerkenswerter ist jedoch das bereits ab 1.400 Umdrehungen anliegende Drehmoment (200 Newtonmeter). So kann von Leistungsschwäche nicht die Rede sein und der Leon wird auch in diesem Kapitel seinem sportlichen Anspruch gerecht. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 202 Kilometern pro Stunde (km/h), der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 wird in 9,6 Sekunden absolviert (Werksangaben). Dabei garniert der Leon seine Fahrleistungen mit einem niedrigen Verbrauch. Mehr als sechs Liter zeigt der Bordcomputer selten als Durchschnittswert an. Anteil daran hat ein Start-Stoppsystem. Bei der Verarbeitung hat der Leon der dritten Generation sicht- und spürbar zugelegt.

Doch ganz so hochklassig wie das Interieur des Golf oder Audi A3 mutet das Innenleben des Leon - noch - nicht an. Der Fahrer findet einen funktional gestalteten Arbeitsplatz vor und wird bei der Bedienung vor keine Rätsel gestellt. Lediglich die zahlreichen Menüs des Bordcomputers sowie des Navigationssystems erfordern etwas Einübung. Zahlreiche Menüpunkte lassen sich mittels Lenkradtasten aktivieren, etwa das Seat Drive Profil. Drei verschiedene Profile stehen zur Wahl (Sport/Comfort/Eco). Dabei ändern sich beispielsweise die Lenkunterstützung und die Kennlinie des Gaspedals. In der Praxis sind die Unterschiede allerdings recht gering. Den Frontinsassen kommt ein in dieser Fahrzeugklasse hervorragendes Platzangebot zu Gute. Die in der FR-Version serienmäßigen Sportsitze vorne überzeugen durch Halt ebenso wie durch Langstreckenkomfort. Fondpassagiere können ebenfalls nicht klagen.

Lediglich zu dritt wird es klassenüblich etwas enger. Ablagen gibt es vorne wie hinten ausreichend sowie zweckgerecht. Seat wirbt damit, der Leon sei "die perfekte Einheit aus spanischer Leidenschaft und deutscher Ingenieurskunst". Das ist er eher nicht, sondern eine gute Mischung aus deutscher Ingenieurskunst und spanischer Leidenschaft und dies zu einem Preis (Basispreis: 23.250 Euro/Testwagenpreis: 26.845 Euro), der spürbar unter dem Golf-Niveau liegt. Zum Klassenprimus bleibt allenfalls ein Respektabstand und auch, wer etwa mit einem BMW Einser liebäugelt, ist ein Gang zu einem Seat-Händler anempfohlen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert