Barcelona - Seat Ibiza Cupra: Zwischenziel „Eau Rouge“

Seat Ibiza Cupra: Zwischenziel „Eau Rouge“

Von: amv
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Bei einer Beschleunigung von 6,7 Sekunden von Null auf 100 km/h wird der Magen mächtig Richtung Rückenlehne gedrückt. Foto: Seat

Barcelona. Von außen nur dezent retuschiert, von innen vor allem mit neuer Elektronik samt größerem Touchscreen sowie besserer Smartphone-Integration aufgepeppt, stürmt der Seat Ibiza Cupra mit üppigen 192 PS durch die Kurven. Das macht er so gut, dass man sich auf der täglichen Fahrt zur Arbeitsstätte als Zwischenziele die „Eau Rouge“ in Spa oder die Nordschleife des Nürburgrings ins Navi programmieren möchte.

Andererseits kommt die Alltagstauglichkeit nicht zu kurz. Im Gegensatz zu früheren Gepflogenheiten zeigt sich das Fahrwerk nun nicht mehr so knüppelhart abgestimmt wie ehedem bei Cupra-Varianten. Seine Pferdestärken generiert der Turbo-Direkteinspritzer aus 1,8 Litern Hubraum. Doch entscheidender für den energischen Antritt aus praktisch jedem Drehzahlbereich ist das Drehmoment. Stattliche 320 Newtonmeter (Nm) stehen zur Verfügung und das in einem Drehzahlband von 1450 bis 4500 Umdrehungen.

Wenn auf dem Papier eine Beschleunigung von 6,7 Sekunden für den Sprint von Null auf 100 Kilometer pro Stunde vermerkt ist, dann führt das in der Praxis dazu, dass sich der Magen mächtig in Richtung Rückenlehne gedrückt fühlt. Die Höchstgeschwindigkeit geben die Seat-Ingenieure mit Tempo 235 an. Der Cupra changiert zwischen einem braven Kleinwagen und einem bissigen Sportgerät, das mit seiner Leistungsentfaltung am oberen Ende der Kompaktklasse-Sportler und darüber hinaus brilliert.

Ab 23.060 Euro kostet der Fahrspaß, mit einigen Zutaten wie Alcantara-Paket oder 17-Zoll-Barcino-Felgen addieren sich 24.720 Euro (Testwagenpreis) zusammen. Dafür gibt es Fahrspaß, wie ihn Seat in dieser Klasse noch nicht geboten hat. Das Fahrzeug reagiert geradezu giftig auf jeden Gasbefehl, beißt sich schier wütend in den Asphalt und kommt besser durch die Kurven als mancher Sportwagen. Zur Endorphine-Kur wird die Fahrt über kurvenreiche Landstraßen.

Hier wieselt der nur 1,3 Tonnen schwere Ibiza unglaublich agil um die Ecken. Das Fahrwerk ist sportlich-straff abgestimmt, ohne dass Unebenheiten im Asphalt unangenehm die Wirbelsäule der Insassen strapazieren. Die Lenkung folgt präzise dem Wunsch des Fahrers und harmoniert bestens mit dem knackigen Sechsgang-Schaltgetriebe. Dazu bietet der Ibiza die Möglichkeit, zwischen unterschiedlichen Fahrprogrammen zu wechseln.

Auf Knopfdruck verändert sich das Ansprechverhalten von Fahrwerk und Lenkung von etwas komfortabler zu wesentlich sportlicher. Ein elektronisches Sperrdifferential verbessert zudem das Handling des Fronttrieblers bei schnellen Kurvenfahrten. Bei Nässe hingegen ist ein sensibler Gasfuß gefragt, andernfalls versickert der Vortrieb in der elektronischen Antriebsschlupfregelung. Dass bei sportlicher Fahrweise der von Seat angegebene Normverbrauch von 6,1 Litern in weite Ferne rückt und sich eher an der Acht-Liter-Marke einpegelt, dürfte kaum verblüffen.

Daran können weder das optimierte Einspritzsystem noch die technischen Innovationen am Thermomanagement mit dem beispielsweise das Motoröl möglichst schnell auf Betriebstemperatur gebracht wird, etwas ändern. An moderner Sicherheits- und Komfortelektronik wurde ebenfalls nicht gespart. Der Ibiza Cupra parkt per Ultraschall problemlos ein, warnt bei Müdigkeit frühzeitig und bremst im Falle eines Unfalls von selbst. Mit minimalen Veränderungen wie dem muskulöser gestalteten Stoßfänger am Heck samt mattschwarzem Diffusor sowie trapezförmiger Auspuffblende, schwarzglänzenden Außenspiegelverblendungen hebt sich der Ibiza Cupra recht dezent von seinen Serienbrüdern ab.

Auch im Innenraum wird das Topmodell seiner Positionierung gerecht. Hochwertig wirkende Materialien, eine klare Formensprache sowie das unten abgeflachte Lederlenkrad oder die Alu-Optik der Pedale unterstreichen den sportlichen Anspruch ebenso wie die bequemen und guten Halt gebenden Sportsitze. Außer Bergfahrassistent, Reifendruck- und Müdigkeitswarnung sowie Multikollisionsbremse gehört die Integration von iPhone- oder Androidhandys in das Multifunktions-Display mit zum Lieferumfang.

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