Schnörkelloser Stadtflitzer für kleine Budgets

Von: Sabine Neumann, dapd
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Der Automobilhersteller Volkswagen praesentierte seinen neuen Kleinwagen Up bereits auf 64. Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt. Foto: dapd

Wolfsburg. Als Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg 2007 nach Wolfsburg geholt wurde, war seine Aufgabe von VW-Chef Martin Winterkorn klar definiert worden: „Es hieß, wir brauchen ein kleines Auto unter 10.000 Euro, das Spaß macht und vor allem ein richtiger VW ist”, erinnert sich Hackenberg.

Auftrag erfüllt: Mit dem Up stellt VW einen Stadtflitzer vor, der auch zur Fortbewegung zwischen den Städten taugt.

Mit einer Länge von 3,54 Metern reiht der Up sich unauffällig in das Wettbewerbsumfeld Fiat Panda (3,53 Meter), Citroen C1 (3,44 Meter oder Hyundai i10 (3,58 Meter) ein. Allerdings verschaffen ihm eine Breite von 1,64 Metern und die Höhe von 1,47 Meter ein durchaus erwachsenes Aussehen. Dazu trägt auch das altbewährte Prinzip von Schlichtheit und Verzicht auf Schnörkel bei, das schon Polo und Golf zu Klassikern in Sachen Formgebung werden ließ. Nur wenige Linien unterbrechen die klaren Flächen. Der Kühlergrill mit den nach oben gezogenen Ecken lässt den Up in gewisser Weise sogar lächeln.

Das Bauprinzip aus kurzem Vorderwagen und langem Radstand kommt voll den Insassen zu Gute. Die Plätze in der zweiten Reihe taugen für zwei gut 1,80 Meter groß gewachsene Passagiere - selbst dann noch, wenn Fahrer und Beifahrer über ähnlich stattliche Körpermaße verfügen. Ein wenig eng wird es hinten dann zwar für die Knie, doch Ellenbogen- und Kopffreiheit sind tadellos. Fahrer und Beifahrer blicken von bequemen Sitzen mit integrierten Kopfstützen auf einen klar gegliederten und übersichtlich gestalteten Instrumententräger mit einem unten abgeflachten und höhenverstellbaren Lenkrad.

Das Gepäckabteil fasst 251 Liter - zwei Handgepäcks-Trolleys oder eine Klappkiste passen also locker hinein. Allerdings ist die Ladekante ziemlich hoch. Klappt man die Lehnen der Rücksitze um, erweitert sich das Stauvolumen auf 951 Liter. Bis zu zwei Meter lange Gegenstände können transportiert werden, wenn zudem noch die Lehne des Beifahrersitzes umgelegt wird.

Für den Antrieb stehen zwei Dreizylinder-Benziner mit jeweils einem Liter Hubraum zur Verfügung. Das Einstiegsaggregat leistet 60 PS und ist schon recht munter. Die entscheidende Spur spritziger aber ist die 75-PS-Variante - die dafür anfallenden 600 Euro zusätzlich sind mithin eine gute Investition. Modifizierungen der Motorsteuerung und eine veränderte Hinterachsübersetzung verhelfen dem Up in dieser Version zu spürbar mehr Spurtstärke und Durchzugskraft.

Wie auch immer man sich entscheidet: Beide Triebwerke verfügen über ein Fünf-Gang-Schaltgetriebe und arbeiten trotz der ungeraden Zylinderzahl bemerkenswert leise und laufruhig. Dabei haben die Techniker sogar auf eine Ausgleichswelle verzichtet. Hackenberg: „Das spart Kosten, verhilft zu einer besseren Beschleunigung auch bei niedrigen Drehzahlen und senkt den Verbrauch.” Im Normzyklus soll sich der Cityflitzer laut VW mit 4,2 beziehungsweise 4,7 Litern zufriedengeben.

Bei ersten Fahreindrücken beeindruckte das tadellos abgestimmte Fahrwerk. Der Mini-Wolfsburger meistert schlechte Wegstrecken, ohne seinen Passagieren Beschwerden an der Wirbelsäule zu bereiten. Zügig gefahrene Kurven oder schnelle Spurwechsel führen ebenfalls zu keinerlei Irritationen. Und dank des direkten, leichten Handlings machte sogar dichter Berufsverkehr Spaß.

Womit zwei der Vorgaben von Martin Winterkorn erfüllt wären. Bleibt das Thema Kosten - und selbst da scheint mit einem Preis von 9.850 Euro alles im grünen Bereich. Allerdings ist dieses Basismodell (take Up) dann recht spartanisch ausgestattet. Sogar die Klappe für das Handschuhfach wurde eingespart. Die City-Notbremsfunktion, laut VW eine in dieser Fahrzeugklasse einzigartige Notbremse, die das Wägelchen bei Fahrten bis zu Tempo 30 vor einem Hindernis von allein zum Stillstand bringt, kostet 590 Euro inklusive Tempomat und Parkpilot. ESP, Front- und Seitenairbags, Servolenkung und höhenverstellbares Lenkrad indessen sind serienmäßig.

Angesichts der kargen Grundausstattung dürfte sich die Mehrzahl der Käufer den besser ausgestatteten Versionen move Up oder high Up zuwenden. Für je nach Motorisierung 10.650 Euro beziehungsweise 11.250 Euro sind dann die Abdeckungen im Armaturenträger farbig lackiert, es gibt Außenspiegelgehäuse und Türgriffe in der Wagenfarbe und es werden unter anderem auch elektrische Fensterheber und Zentralverriegelung mitgeliefert. Um all das möglichst vielen schmackhaft zu machen, bietet Volkswagen speziell zugeschnittene Angebote, die außer einer flexiblen Finanzierung auch Versicherung sowie Wartung- und Inspektionsausgaben enthalten.
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