Schneekettenpflicht in Europas Bergregionen

Von: amv
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Schneekettenschild
Zur Winterausrüstung eines Fahrzeugs gehören Winterreifen, Handfeger, Eiskratzer, Klappspaten und in Bergregionen auch Schneeketten. Foto: dpa

München. In Bergregionen sollte man nicht nur auf Winterreifen unterwegs sein, sondern für alle Fälle Schneeketten in den Kofferraum packen. Das rät Hans-Jürgen Götz von der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ). Vor allem Pass-Straßen und steile Pisten können bei Schneefall zu einer echten Herausforderung werden.

In solchen Situationen erweisen sich Schneeketten als erstklassige Steighilfe. Sie sichern selbst unter schwierigsten Bedingungen das Vorankommen. Beim Anfahren auf vereistem Untergrund ist eine Kette fast unschlagbar. Je nach Wetterlage sind Schneeketten sogar Pflicht.

Allerdings, in Europa gibt es keine einheitliche Schneekettenpflicht. „Bei winterlichen Straßenverhältnissen ordnet jedes Land mit unterschiedlichen Beschilderungen die Benutzung an“, erläutert Andrea Piechotta vom ADAC in München: „Generell gilt, dass Schneeketten nur auf schneebedeckten Straßen benutzt werden dürfen.“

Auch die Höhe der Bußgelder bei Zuwiderhandlung variiert enorm. In Deutschland wird die Kettenpflicht mit dem Gebotschild Nr. 268 signalisiert. Die Höchstgeschwindigkeit für das Fahren mit Schneeketten beträgt 50 Kilometer pro Stunde (km/h). In Österreich müssen grundsätzlich auf die Räder der Antriebsachse Ketten aufgezogen werden, wo dies - ähnlich hierzulande - auf einem runden Schild mit blauen Grund und Schneeketten-Symbol angezeigt ist.

Bei Zuwiderhandlungen müssen Autofahrer je nach Schweregrad mit einem Bußgeld bis zu 5000 Euro rechnen. Ist in der Schweiz eine Strecke mit dem Verkehrszeichen „Schneeketten obligatorisch“ ausgeschildert, dürfen Autofahrer diese nur mit Ketten befahren. Für Allradfahrzeuge können Ausnahmen gelten wie zum Beispiel durch ein Zusatzschild „4x4 ausgenommen“. Verstöße werden mit einem Bußgeld von 100 Franken (rund 73 Euro) geahndet.

In Italien kann eine Schneekettenpflicht mittels gesonderter Beschilderung im Bedarfsfall angeordnet werden. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt dann 50 km/h. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von mindestens 84 Euro.

Ebenfalls in Frankreich kann die Benutzung von Schneeketten kurzfristig durch entsprechende Schilder angeordnet werden. Die damit zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt 50 km/h. Ketten müssen auf die Räder der Antriebsachse montiert werden. Zuwiderhandlungen führen zu einem Bußgeld von 135 Euro, zudem wird die Weiterfahrt untersagt.

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