Risikofaktor Eltern: Viele Junioren sind im Auto unzureichend gesichert

Von: amv
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Auto Kindersitz
Laut ADAC müssen Kindersitze grundsätzlich zum Gewicht, zur Größe und zum Alter eines Kindes passen. Foto: Silvia Marks/dpa

München. Die größte Gefahr bei einer Autofahrt sind für Kinder wohl die eigenen Eltern. 10.765 Kinder unter 15 Jahren verunglückten im vergangenen Jahr als Mitfahrer in einem Pkw. Das ist der höchste Wert seit 2007, gibt der ADAC in München zu bedenken.

„Viele Kinder werden bei Autounfällen deswegen verletzt, weil ihre Kindersitze unvorschriftsmäßig eingebaut und verwendet wurden oder weil sie nur mit dem Erwachsenengurt gesichert waren“, schildert ADAC-Sprecherin Katja Legner ihre Beobachtungen. Optimalen Schutz biete nur ein geeigneter Kindersitz in Kombination mit einem Gurt.

Laut ADAC müssen Kindersitze grundsätzlich zum Gewicht, zur Größe und zum Alter eines Kindes passen. Die Sitze müssen sich auf dem vorgesehenen Autositz montieren lassen und auch für das Auto zugelassen sein.

Seit 1993 schreibt die Straßenverkehrsordnung (StVZO) vor, dass Kinder unter zwölf Jahren, die kleiner als 150 Zentimeter sind, nur dann in einem Kraftfahrzeug mitgenommen werden dürfen, wenn amtlich genehmigte und für das Kind geeignete Rückhalteeinrichtungen genutzt werden. Diese Systeme müssen mit einem entsprechenden Prüfsiegel versehen sein. Derzeit gilt die Prüfnorm ECE-R44, die sich am Körpergewicht orientiert. Parallel dazu gibt es seit 2013 eine neue Norm (ECE-R129), bei der die Körpergröße und das Alter ausschlaggebend sind. Eine Checkliste für den Kindesitzkauf bietet der Autoclub im Web (www.sicher-im-auto.com), ebenso aktuelle Testergebnisse (www.adac.de/kindersicherheit).

Neben den technischen Anforderungen sollten Eltern berücksichtigen, Kinder sind bei einem Unfall nur geschützt, wenn der Gurt im Sitz ganz eng anliegt. Sobald ein Kind beispielsweise seine Jacke ablegt, muss der Gurt in jedem Fall nachgezogen werden. Kopfstützen und Gurtverlauf müssen in regelmäßigen Abständen an das heranwachsende Kind angepasst werden. Und kommt es zu einem Unfall, heißt es danach: Sitz wechseln. Denn selbst ein leichter Aufprall hinterlässt Spuren, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind, geben Fachleute zu bedenken

Grundsätzlich ist das Sicherheitsbewusstsein gegenüber den kindlichen Mitfahrern gestiegen. Während auf Autobahnen im vergangenen Jahr 100 Prozent der Kinder korrekt gesichert waren, betrug die Quote auf Landstraßen 99 Prozent. Im Innerortsverkehr waren es 98 Prozent. Gegenüber dem Jahr 2000 ist die Benutzung von Kindersitzen im Jahr 2014 bei innerörtlichen Fahrten um 14 auf 85 Prozent gewachsen, registriert der Autoclub. Aber: 13 Prozent der Junioren wurden mit den Erwachsenengurten gesichert, und immerhin zwei Prozent waren im Innerortsverkehr gänzlich ungesichert.

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