München - Richtig abschleppen: So funktioniert das beim Auto

Richtig abschleppen: So funktioniert das beim Auto

Von: amv
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Auch beim Abschleppen können Fehler gemacht werden. Die sollte man allerdings unbedingt vermeiden. Foto: ADAC/dpa

München. Streikt ein Auto und kann an Ort und Stelle nicht wieder flott gemacht werden, gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder man bedient sich professioneller Hilfe, ruft also einen Abschleppdienst oder man schreitet selbst zur Tat.

„Um bei der Eigeninitiative Schäden am eigenen Wagen zu vermeiden, andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden und um nicht in Konflikt mit dem Gesetzgeber zu geraten, gilt es einige entscheidende Regeln zu beachten“, gibt Eberhard Lang von TÜV Süd in München zu bedenken.

Wichtig: Haben die Batterie oder die ganze Elektronik ihren Dienst quittiert, besteht Abschleppverbot. Hintergrund: Sowohl am Zugfahrzeug als auch beim Pannenauto muss die Warnblinkanlage funktionieren - und während des Abschleppens immer angeschaltet bleiben. Problematisch sind Hilfsaktionen bei Fahrzeugen mit einem Automatikgetriebe oder Allradantrieb.

„Oftmals dürfen sie nicht abgeschleppt werden“, warnt Lang: „Hier empfiehlt sich ein Blick in die Bedienungsanleitung.“ Der ist ebenfalls empfehlenswert, wenn ein Elektroauto streikt. In vielen Fällen beginnt der Abschleppprozess zunächst einmal mit der Suche nach dem Gewinde für die Abschleppöse. Bei den meisten Neufahrzeugen verbirgt es sich aus optischen Gründen hinter einer Plastikkappe, die ausgehebelt werden muss. Die Abschleppöse befindet sich in der Regel beim Bordwerkzeug im Kofferraum.

Seil oder Stange? „Zum Abschleppen geeignet sind handelsübliche Nylonseile. Sie dehnen sich und fangen so ruckartige Bewegungen auf“, schildert der TÜV Süd-Fachmann seine Erfahrungen. Das Seil darf nicht länger als acht Meter sein. Optimal sind fünf Meter. Zudem muss es in der Mitte durch ein rotes Fähnchen für andere Verkehrsteilnehmer sichtbar gemacht werden.

Professionelle Pannenhelfer verwenden grundsätzlich Abschleppstangen. Die sind zwar am sichersten, aber auch am sperrigsten und teuersten. Egal, ob mit Seil oder Stange, die erlaubte Zugkraft darf nicht überschritten werden. Vor dem Start empfiehlt Lang beiden Fahrzeuglenkern, Verständigungszeichen zu vereinbaren oder über das Mobiltelefon in Verbindung zu bleiben, natürlich nur im Freisprechmodus. Wichtig: Seil und Stange sollen nur gerade und nicht diagonal angebracht werden, sonst könnte der Pannenwagen in den Gegenverkehr oder auf den Gehweg gezogen werden.

Das Anfahren muss behutsam erfolgen und das Seil immer gespannt bleiben. Generell gilt: Tempo 50 ist beim Abschleppen die absolute Obergrenze. „Bei einem Abschleppen mit einem Seil sollte jedoch maximal Tempo 30 gefahren werden“, legt Lang Pannenhelfern und -opfern ans Herz, „sonst kann der Hintermann bei einer Notbremsung die Kollision nur schwer vermeiden“.

Grundsätzlich ist eine zurückhaltende Fahrweise auch deshalb geboten, weil bei ausgeschaltetem Motor der Bremskraftverstärker und die Servolenkung nicht arbeiten. Mithin sind Lenken wie Bremsen mit einem deutlich höheren Kraftaufwand verbunden.

Darüber hinaus muss die Lenkradsperre beim Havaristen entriegelt sein, sonst rastet das Lenkradschloss ein. Auf der Autobahn darf nur bis zur nächsten Ausfahrt abgeschleppt werden. „Der eigenen Sicherheit halber sollte die Fahrt so kurz wie möglich gehalten werden und auf direktem Weg zur nächstgelegenen Werkstatt oder Garage führen“, sagt Lang. Berufsverkehr, enge Gassen oder starke Steigungen und Gefälle gilt es dabei zu meiden.

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