München - Richtig abschleppen: So funktioniert das beim Auto

Richtig abschleppen: So funktioniert das beim Auto

Von: amv
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Abschleppdienst
Ein Schild weist darauf hin, dass falsch geparkte Pkws abgeschleppt werden. Foto: dpa

München. Wenn das Auto streikt und vor Ort nicht wieder flott gemacht werden kann, gibt es zumeist nur zwei Möglichkeiten: Entweder man bedient sich professioneller Hilfe und ruft einen Abschleppdienst oder man schreitet selbst zur Tat.

„Um bei der Eigeninitiative Schäden am eigenen Wagen zu vermeiden, andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden und um nicht in Konflikt mit dem Gesetzgeber zu geraten, gilt es einige entscheidende Regeln zu beachten“, gibt Jürgen Wolz von TÜV Süd in München zu bedenken.

In vielen Fällen beginnt der Abschleppprozess mit der Suche nach dem Gewinde für die Abschleppöse. Bei den meisten Neufahrzeugen verbirgt sich dieser Fixpunkt aus optischen Gründen hinter einer Plastikkappe. Die muss vorsichtig entfernt werden. Die Abschleppöse befindet sich dann in der Regel beim Bordwerkzeug im Kofferraum. Notfalls hilft beim Finden und Anschrauben die Bedienungsanleitung weiter.

Seil oder Stange? „Zum Abschleppen gut geeignet sind handelsübliche Nylonseile, die sich dehnen und daher ruckartige Bewegungen auffangen“, schildert der TÜV Süd-Fachmann seine Erfahrungen. Das Seil darf jedoch nicht länger als acht Meter sein. Optimal sind fünf Meter. Zudem muss es in der Mitte durch ein rotes Fähnchen für andere Verkehrsteilnehmer sichtbar gemacht werden. Professionelle Pannenhelfer verwenden grundsätzlich Abschleppstangen. Die sind am sichersten, aber auch am sperrigsten und teuersten. Egal ob mit Seil oder Stange, die erlaubte Zugkraft darf nicht überschritten werden. Vor dem Start empfiehlt Wolz beiden Fahrzeuglenkern, Verständigungszeichen zu vereinbaren oder über das Mobiltelefon in Verbindung zu bleiben, natürlich nur im Freisprechmodus.

Das Anfahren sollte behutsam erfolgen und das Seil immer gespannt gehalten werden. Grundsätzlich gilt: Tempo 50 ist beim Abschleppen die absolute Obergrenze. Beim Schleppen mit einem Seil empfiehlt es sich maximal Tempo 30 zu fahren, sonst kann der Hintermann bei einer Notbremsung die Kollision nur schwer vermeiden. Grundsätzlich ist eine zurückhaltende Fahrweise geboten, weil bei ausgeschaltetem Motor der Bremskraftverstärker und die Servolenkung nicht arbeiten. Lenken sowie Bremsen sind daher mit einem ungewohnt höheren Kraftaufwand verbunden.

Während des Abschleppens müssen beide Autos die Warnblinkanlage, bei Dunkelheit auch die Rückleuchten oder eine Notbeleuchtung eingeschaltet haben. Beim abzuschleppenden Fahrzeug wird der Gang herausgenommen. In jedem Fall muss der Zündschlüssel im Zündschloss bleiben, damit die Lenkradverriegelung nicht einrastet. „Fahrzeuge mit Automatikgetriebe oder Allradantrieb dürfen oftmals nicht abgeschleppt werden“, warnt Wolz: „Hier empfiehlt sich ein Blick in die Bedienungsanleitung.“

Auf der Autobahn darf nur bis zur nächsten Ausfahrt abgeschleppt werden und beim Abschleppen darf nicht auf Autobahnen aufgefahren werden. Auf der Landstraße gibt es diese Beschränkung nicht. Der eigenen Sicherheit halber sollte die Fahrt jedoch so kurz wie möglich gehalten werden und auf direktem Weg zur nächstgelegenen Werkstatt oder Garage führen. Berufsverkehr, enge Gassen oder starke Steigungen und Gefälle gilt es dabei zu meiden.

Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Auffahrunfall kommen, gilt, wie in den meisten anderen Situationen auch, die Faustregel: Wer auffährt ist schuld. Wenn das Auto im Schlepptau angemeldet ist, kommt die Haftpflichtversicherung für den entstandenen Schaden am vorderen Fahrzeug auf. Wer allerdings ein abgemeldetes Auto abschleppt, haftet für die Schäden, die das Pannenauto verursacht. Hier sollte man sich vorab entsprechend absichern, sagt Wolz.

Besondere Vorsicht bei schleppender Hilfestellung gilt im Ausland, warnt der TÜV Süd-Fachmann. Was in Deutschland möglich ist, kann in vielen anderen Ländern zu Komplikationen führen. In Spanien beispielsweise dürfen Privatfahrzeuge generell nicht abgeschleppt werden. Zuwiderhandlungen ziehen empfindliche Bußgelder nach sich. Wolz empfiehlt daher, im Ausland das Abschleppen professionellen Abschleppdiensten zu überlassen.

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