Renault Twingo: Smart gemacht

Von: amv
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Besucher der Tokyo Motor Show begutachten im Oktober 2015 den neuen Renault Twingo. Foto: EPA/Christopher Jue

Köln. Mit dem lässigen Charme der ersten Modellgeneration hat der Renault Twingo Energy TCe 90 nichts mehr gemein. Er ist ein braves Zweckmobil für kurze Strecken und winzige Parklücken. Die Technik teilt sich der Kleinst-Renault in weiten Teilen mit dem Smart und wie der ist der Twingo im urbanen Umfeld praktisch unschlagbar.

Selbst kleinste Lücken passen für den 3,60 Meter kurzen Straßenfloh. Mit einem Wendekreis von knapp neun Metern kann vielfach in einem Zug gewendet werden.

Innen finden vorne zwei gestandene Mannsbilder ausreichend Platz und Beinfreiheit. Dank der leicht erhöhten Sitzposition und der großen Fenster empfindet man den Innenraum als überraschend luftig und angenehm. Die Beifahrersitzlehne kann (serienmäßig) komplett umgelegt werden. So lassen sich dann Gegenstände bis 2,30 Meter Länge verstauen. Im Fond wird es für Erwachsene eng.

Immerhin ist die Neigung der Rücklehne verstellbar. Legt man die Rücklehnen komplett um, passen 980 Liter in den Kofferraum. Sonst sind es 219 Liter. Als angenehm im Alltag erweisen sich die zahlreichen Ablagen. Weniger angenehm sind die verschmutzten Finger, wenn man die Kofferraumklappe öffnen will. Es fehlt ein Griff und auch der nur per Schlüssel zu öffnende Tankverschluss ist ein Anachronismus.

Das Interieur samt Armaturenbrett präsentiert sich funktional und peppig-modern gestaltet. Allerdings lässt sich bei widrigen Lichtverhältnissen der in einen Halbkreis skalierte Tacho nur schwer entziffern und der Metallschaltknauf erweist sich nach Frostnächten nicht eben als Handschmeichler. Die Sicht nach schräg hinten wird durch die C-Säulen eingeengt.

Da erweist sich die Rückfahrkamera als nützlich. Sie gehört zum sogenannten Techno-Paket (Aufpreis 990 Euro), das zudem zeitgemäße Konnektivität und Infotainment mit einem Smartphone mit Hilfe eines Multimedia-Systems samt einem sieben Zoll großen Touchscreen bereitstellt. Das Navi allerdings bietet standardmäßig nur Kartenmaterial für Deutschland. Grenzen überschreitendes Wissen kostet 130 Euro.

Das Leistungsangebot des Reihendreizylinders (90 PS/135 Newtonmeter bei 2500 Umdrehungen pro Minute) portioniert ein manuelles Fünfganggetriebe, das seine Aufgabe unauffällig verrichtet. Schaltempfehlungen unterstützen den Fahrer und das Start-Stopp-System dessen Bemühen um geringen Spritverbrauch.

Laut Werk sprintet der Twingo aus dem Stand auf Tempo 100 in 10,8 Sekunden. Das Höchsttempo liegt bei 162 Kilometer pro Stunde. Der Turbomotor geht kräftig zu Werke und konsumiert laut Bordcomputer je 100 Kilometer knapp sieben Liter. Der Begriff „Stadtflitzer“ passt.

Etwas nervös agiert der Twingo im Kapitel Fahrstabilität und muss beispielsweise nach Bodenwellen mitunter kurskorrigiert werden, wobei das ESP letzlich für ausreichende Fahrsicherheit sorgt. Grundsätzlich zeigt der Twingo eine recht straffe Grundabstimmung, bietet aber dennoch einen zufriedenstellenden Restkomfort. Kurze Wellen lassen den Hecktriebler etwas unruhig wirken und gröbere Querfugen beispielsweise schlagen teils unangenehm durch.

Das alles trübt den Twingo-Spaß jedoch nicht wirklich. Mit einem Grundpreis von 13.590 Euro zeigt sich der Klein-Renault zwar nicht als Sonderangebot. Komfort- und Klimapaket, Leichtmetallfelgen sowie Sonderlackierung satteln nochmals 2000 Euro (Testwagenpreis: 15.670 Euro) drauf. Doch angesichts des Gebotenen ist der Preis in Ordnung und dürfte manchen Smart-Interessenten interessieren.

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