Renault Kadjar: Nachzügler unterwegs

Von: amv
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Neuer Konkurrent des VW Tiguan oder des Kia Sportage: der Renault Kadjar. Foto: Renault/dpa

Brühl. Lange Zeit musste Renault das Feld der kompakten SUV anderen Autoherstellern überlassen. Der von der koreanischen Tochter Samsung Motors gebaute Koleos blieb eher ein Ladenhüter. Nun nimmt der französische Hersteller mit dem Kadjar einen neuen Anlauf.

Hinter dem Kunstnamen verbirgt sich in weiten Teilen der Konzernbruder Nissan Qashqai, immerhin europaweit einer der erfolgreichsten Vertreter seiner Art.

Folgt man Renault, dann punktet der Kadjar im Kreise seiner Konkurrenten mit einer „spannungsgeladenen Linienführung“. Tatsächlich erscheint er ansehnlich und adrett, aber gewiss nicht aufregend. Unter der Regie von Designchef Laurens van den Acker entstand eine charakteristische Fahrzeugfront, die unübersehbar Züge der Renault-Familie aufweist. 

Im Angebot des französischen Herstellers positioniert sich der Nachzügler mit 4,45 Meter Länge oberhalb des Schwestermodells Captur. Vorne wie im Fond bietet der kompakte SUV vier Erwachsenen reichlich Platz und Langstreckenkomfort. Reisetauglich fällt ebenfalls das Gepäckabteil aus: 527 Liter. Werden die Rücklehnen mit einem einfachen Zug am Entriegelungshebel umgeklappt, tun sich 1478 Liter auf. Dank einer umlegbare Beifahrersitzlehne (Aufpreis) können Gegenstände bis zu 2,56 Meter Länge verstaut werden. Der variable Gepäckraumboden besteht aus zwei Teilen und lässt sich als Gepäckraumteiler verwenden, der verhindert, dass lose Gepäckstücke umfallen oder umher rutschen.

Im Innenraum hat Renault schnödes Hartplastik weitgehend aussortiert und so sind nun sogar unterschäumte Flächen zu ertasten. Ebenfalls ausgedient haben herkömmliche Rundinstrumente. Stattdessen bietet der Kadjar ein TFT-Display, das zudem personalisierbar ist. So kann der Fahrer beispielsweise optisch dem Tacho oder dem Drehzahlmesser den Vorzug geben. Für den automobilen Alltag stehen reichlich Staumöglichkeiten mit einem Gesamtvolumen von mehr als 30 Litern zur Verfügung.

Unterwegs zeigte sich der Kadjar bei ersten Fahreindrücken als ein sicheres, in seinem Fahrverhalten gut kalkulierbares und komfortables Fahrzeug. Dank einer Bodenfreiheit von 19 Zentimetern und eines Unterfahrschutzes vorne sowie am Heck kann man auch die Schotter-Abkürzung zum nächsten Bio-Bauernhof unter die Räder nehmen. Dazu bedarf es nicht einmal der Allradversion.

Je nach Ausstattungslinie erleichtern unter anderem eine automatische Spurhaltung, City-Notbremsfunktion, Parkpilot, Verkehrszeichenerkennung oder der Fernlichtassistent den Menschen am Steuer die Fahrt, teils gegen entsprechende Aufpreise. Für ein zeitgemäßes Onboard-Infotainment sorgt in der Topausstattung das Online-Multimediasystem Renault R-Link 2. Diese Weiterentwicklung der bisherigen Technik verfügt über einen hochauflösenden Sieben-Zoll-Touchscreen-Monitor und reagiert sensibler, schneller auf Berührung als bislang. In den Ausstattungslinien Experience und XMOD ist es optional verfügbar.

Renault setzt im Kadjar konsequent auf Downsizing, das heißt den Einsatz kleinerer Aggregate mit Turboaufladung an Stelle konventioneller Saugmotoren. Auf diese Weise lassen sich bei gleichbleibender Leistung niedrigere Verbräuche und weniger CO2-Emissionen realisieren. Je geringer Zylinderzahl und Hubraum, desto kleiner die innermotorischen Reibungsverluste, so der Grundgedanke. Als Motorisierungen stehen zwei Turbodieselaggregate und ein Turbobenziner zur Wahl, je nach Ausstattung kommen ein Sechsgang-Schaltgetriebe oder ein ebenfalls sechsstufiges Doppelkupplungsgetriebe zum Einsatz. Die Leistungsbandbreite der Motoren liegt zwischen 110 PS und 130 PS. Renault bietet den Kadjar in vier Ausstattungslinien an. Die Preiseliste beginnt bei 19.990 Euro und reicht bis 33.490 Euro. Dank diverser Ausstattungspakete bis hin zu seitlichen Trittstufen (je 199 Euro) muss damit aber noch nicht Schluss sein.

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