Renault Fluence Z.E.: Die vollelektrische Stufenheck-Limousine

Von: Hans-Peter Nacken, dapd
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Für den Chef von Renault-Deutschland ist das Ziel klar: Die Marke soll hierzulande „Marktführer in Sachen Elektromobilität” werden, gibt Achim Schaible vor. Das jüngste Vehikel für die Fahrt in die lokale Emissionsfreiheit heißt Fluence Z.E. - das Kürzel steht für „Zero Emission”. Allerdings muss sich der Käufer der Mittelklasse-Limousine mit einer Besonderheit anfreunden: Nicht nur das Fahrzeug kostet Geld, sondern auch das Akku-Paket schlägt zu Buche - als monatliche Leasingzahlung. Foto: dapd

Brühl. Für den Chef von Renault-Deutschland ist das Ziel klar: Die Marke soll hierzulande „Marktführer in Sachen Elektromobilität” werden, gibt Achim Schaible vor. Das jüngste Vehikel für die Fahrt in die lokale Emissionsfreiheit heißt Fluence Z.E. - das Kürzel steht für „Zero Emission”.

Allerdings muss sich der Käufer der Mittelklasse-Limousine mit einer Besonderheit anfreunden: Nicht nur das Fahrzeug kostet Geld, sondern auch das Akku-Paket schlägt zu Buche - als monatliche Leasingzahlung.

Nach dem seit November angebotenen E-Transporter Kangoo Z.E ist der Fluence das zweite von vier reinen E-Autos, die Renault binnen zwölf Monaten auf den Markt bringen will. Wichtiger Kaufanreiz könnte der Einstiegspreis des E-Fluence sein: Mit 25.690 Euro wird erstmals eine elektrische Mittelklasselimousine zu einem Preis angeboten, den möglicherweise auch für umweltorientierte Privatkunden akzeptieren. Der Z.E. rückt damit Benziner-Preisen näher, kommt aber immer noch 7740 Euro teurer als ein Fluence mit Verbrennungsmotor (ab 17.950 Euro).

Zusätzlich muss außerdem der kostentreibende Akku erworben werden. Um das teuerste E-Bauteil erschwinglich zu machen, bietet Renault eine markenspezifische Leasing-Variante an. Bei drei Jahren Laufzeit werden kilometerabhängig pro Monat ab 82 Euro Miete für das Akku-Paket fällig - samt Mehrwertsteuer und Funktionsgarantie für den kompletten Mietzeitraum.

Der voll geladene Lithium-Ionen-Akku des Fluence Z.E. reicht für 185 Kilometer, mit Energie-Rückgewinnung beim häufigen Bremsen im städtischen Stop-and-Go-Verkehr bis 200 Kilometer (Werksangaben). Realistischer sind nach ersten Fahreindrücken allerdings gut 150 Kilometer. Die Bezeichnung Reiselimousine verbietet sich also angesichts des noch dünnen Netzes von Lade- oder Batterie-Wechselstationen.

Gegenüber dem Schwestermodell mit Verbrennungsmotor ist der Fünfsitzer in der Länge um 13 Zentimeter auf 4,75 Meter gewachsen. Dadurch passt das Batterie-Paket senkrecht in den laut Renault sehr crashsicheren Raum zwischen Rücksitzbank und Kofferraum, ohne den Platz für die Fondinsassen zu beschränken. Das Gepäckabteil fasst hingegen gerade noch familientaugliche 317 Liter statt 530 Liter beim normalen Fluence.

Das Fahrverhalten des Z.E. ist Renault-typisch komfortabel und dank des fast geräuschlosen Antriebs sehr entspannt. Der 160 Kilogramm leichte E-Motor leistet 95 PS und spielt vor allem beim Anfahren die Vorzüge des E-Antriebs voll aus: Da die 226 Newtonmeter Drehmoment beim Start sofort voll anliegen, bietet zum Beispiel der Sprint nach der Ampel viel Fahrspaß. Bis Tempo 50 braucht der Z.E. etwas über 4 Sekunden, bis 100 gut 13 Sekunden. Wegen des hohen Energieverbrauchs nicht zu empfehlen ist die Höchstgeschwindigkeit, die laut Datenblatt bei 135 Stundenkilometern abgeriegelt ist.

Äußerlich erkennbar ist die E-Variante am neuen großen Lufteinlass am Kühler, zwei vorn integrierten Ladeklappen, chromblauem Logo und gleichfarbigen Reflektoren an Scheinwerfern und Rückleuchten. Im Cockpit ersetzt ein Display mit Anzeigen zu verbrauchsarmer Nutzung (Econometer), Akku-Ladezustand (Ausgangskapazität 22 Kilowattstunden) und verbleibender Reichweite den üblichen Drehzahlmesser.

Hierzulande kann der Fluence Z.E entweder an einer Ladestation oder an einer Haussteckdose aufgeladen werden. In jedem Haushalt oder Betrieb installierbar ist eine Wall Box. Sie ermöglicht eine Standard-Aufladung binnen sechs bis acht Stunden, also über Nacht oder während der Bürozeit. Für eine Notladung reicht eine normale 230-Volt-Steckdose - diese dauert mit einem optionalen Spezialkabel aber bis zu 12 Stunden. Schnelllade-Systeme sind ab 2013 avisiert.

Die Kosten für eine Batterieladung beziffert Renault je nach Fahrstil, Strecke und Witterung auf rund fünf Euro - basierend auf vergünstigten Tarifen von Energiepartnern wie RWE.
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