FuPa Freisteller Logo

Reißverschlussverfahren gilt nicht bei Autobahn-Auffahrten

Von: amv
Letzte Aktualisierung:

Düsseldorf. Der Reißverschluss gilt nicht bei Autobahn-Auffahrten. „Doch viele einbiegende Autofahrer gehen wie selbstverständlich davon aus, dass der durchgehende Verkehr auf den Nachbarstreifen wechselt oder abbremst, um ihnen Platz zu machen“, beobachtet Stefan Rehrmann von der Autobahnpolizei Düsseldorf immer wieder.

Vor allem aber beim Wechsel nach links kommt es bei schnellem Nachfolgeverkehr häufig zu gefährlichen Situationen und Unfällen. Nach aktueller Rechtslage müssen einbiegende Autofahrer ohne Wenn und Aber die Vorfahrt des Verkehrs auf der durchgehenden Fahrbahn beachten. So steht es in Paragraf 18.3 der Straßenverkehrsordnung.

Wer sich hinein drängelt und einen Unfall verursacht, trägt laut höchstrichterlicher Rechtssprechung dafür die Verantwortung. Rehrmann: „Nicht auf ein Einscheren bestehen und es darf auf keinen Fall zu einer Behinderung, schon gar nicht zu einer Gefährdung kommen.“ Richtig geht es so. „Auf dem Einfädelstreifen grundsätzlich stark beschleunigen und am Ende des Streifens die Spur wechseln, wenn dies gefahrlos möglich ist“, empfiehlt Dekra-Fachmann Jörg Ahlgrimm.

Beim Beschleunigen solle man den Nachfolgeverkehr beobachten und den Blinker erst kurz vor dem Wechseln setzen. „Wer vor einem vorfahrtberechtigten Lkw auf die durchgehende Fahrbahn wechseln kann, ohne ihn zu behindern, darf rechts auch schneller fahren“, steckt Polizei-Hauptkommissar Rehrmann den Rahmen des Erlaubten ab. „Aber, selbst wenn es nicht verboten ist, so möchte ich den Auffahrenden nicht empfehlen, andere Fahrtzeuge auf der Hauptfahrbahn rechts zu überholen.“

Dies kann zu neuen Konflikten mit anderen führen, die den Fahrstreifen auf der Hauptfahrbahn im gleichen Moment nach rechts wechseln und mit diesem Verhalten nicht rechnen, insbesondere wenn die Sicht etwa durch Lastwagen verdeckt ist. Bei voll belegter Autobahn muss auf dem Beschleunigungsstreifen eine Lücke abgewartet werden. Hineindrängeln ist nicht erlaubt.

Der erfahrene Autobahnpolizist empfiehlt, Auffahrer sollten „schon am Beginn des Sichtdreieckes die Verkehrssituation auf der Hauptfahrbahn beobachten und einschätzen“. Wichtig zudem ist es, einen großen Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug einzuhalten, um rechtzeitig dessen Fahrverhalten erkennen zu können. Dekra-Fachmann Ahlgrimm macht noch auf einen anderen Punkt aufmerksam: „Wer links deutlich schneller als mit Tempo 130 unterwegs ist, sollte an Auffahrten vorsichtig sein. Wechselt ein rechtsfahrendes Auto die Spur, um einem auffahrenden Fahrzeug Platz zu machen und kommt es so zu einem Unfall mit dem Hintermann, dann kann dem eine Teilschuld angelastet werden.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert