Reiseübelkeit bei Autofahrt: Ablenkungsspiele wie „Rote Autos suchen“

Von: amv
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Opel Corsa Symbol Symbolfoto
Ein simples Ablenkungsspiel, wie zum Beispiel das „Wir gucken nach roten Autos“-Suchspiel, kann bei Reiseübelkeit helfen. Symbolbild: dpa

Düsseldorf. „Dem Fahrer wird eigentlich nie schlecht, nur die Beifahrer spucken“, so die Erfahrung von Tomas Jelinek. Vor allem die kleinen, die auf den hinteren Sitzen. Doch mit einigen Ratschlägen und Tipps lässt sich der kindlichen Übelkeit beim Autofahren entgegensteuern.

Ablenkung, der Blick aus den Wagenfenstern helfen, rät der Wissenschaftliche Leiter des Düsseldorfer Centrum für Reisemedizin (CRM). Die Ursache für Schwindel, Brechreiz, Unwohlsein hängt mit der Orientierung eines Menschen zusammen. Medikamente können Reiseübelkeit verhindern. Vor ihrem Einsatz sollte allerdings ein Arzt um Rat gefragt werden.

Zudem sind einige Mittel nur auf Rezept erhältlich. Manche Betroffene setzen bei Reisekrankheit auch auf sogenannte Akupressur-Armbänder. In den Elastikarmbändern ist eine Kugel eingearbeitet, die einen gegen Übelkeit wirksamen Akupressurpunkt am Unterarm stimuliert. Doch die richtige Anti-Übelkeits-Strategie beginnt schon vor der Fahrt.

„Zur Vorbeugung nicht mit vollem Magen zu starten“, empfiehlt der Mediziner. Und die Nahrung sollte leicht verdaulich sein und wohl dosiert: „Ein Nutella-Brot, nicht drei“ (Jelinek). Unterwegs lässt sich dann mit regelmäßigem Durchlüften und Pausen ebenfalls dem flauen Gefühl im Magen entgegenwirken. Außerdem sollte der Fahrer Kurven nicht zu rasant nehmen.

Erste Anzeichen, dass Kindern trotz aller Vorbeugung übel wird, sind Gähnen, Blässe, Speichelfluss sowie Schweißausbrüche. Dann hilft nur noch, so schnell wie möglich anzuhalten, bevor raus kommt, was dann raus will. Dass vielen Kindern beim Autofahren schlecht wird, liegt an der Orientierung des Menschen im Raum: mittels der Augen bestimmt der Mensch seine Position in der Senk- und Waagerechten.

Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr wiederum bestimmt die tatsächliche Lage. Reisemediziner Jelinek: „Wenn beide Informationsquellen unterschiedliche Informationen liefern - beispielsweise bei Kurvenfahrten - kommt es zu einem Übelkeitsreflex.“ Um solches Informationschaos zu vermeiden, sollten empfindliche Kinder während der Fahrt nicht lesen oder sich mit Spielekonsolen ablenken. Beides verstärkt unstimmige visuelle Eindrücke.

Suchspiele, „wir gucken nach roten Autos“ können eine beginnende Übelkeit im Griff halten. „Rausgucken ist das Wesentliche“, erläutert der Arzt, „damit orientiert man sich an der Horizontalen, unstimmige visuelle Eindrücke werden dadurch vermieden“. Mit zunehmendem Alter scheint sich eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber den Fahreindrücken einzustellen.

Empfindlich reagieren zumeist Kinder zwischen dem zweiten und zwölften Lebensjahr. Es gibt allerdings kleine Reisende, denen macht es nichts aus, wenn Vater Kurven klotzt oder die Ferienfuhre in eine Achterbahn verwandelt. Sie sitzen ungerührt und lesen beispielsweise Harry Potter bis zum Ziel. „Sogar innerhalb einer Familie sind die Reaktionen da sehr unterschiedlich“, schildert Professor Jelinek seine Beobachtungen.

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