Reisefit: Expertentipps für den Reifencheck

Von: amv
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Reifen
Beim Reifencheck ist einiges zu beachten. Foto: dpa

Bonn. In rund zwei Wochen beginnen in Nordrhein-Westfalen die Sommerferien. „Höchste Zeit für Autoreisende, ihr Kraftfahrzeug reisefit zu machen“, erinnert Hans-Jürgen Drechsler vom Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) in Bonn.

„Dazu gehört unbedingt ein Check der Reifen, denn sie sind es, die das meist schwer beladene Fahrzeug über große Distanzen sicher in der Spur halten müssen.“

Zunächst heißt es, Luftdruck prüfen - am kalten Reifen - und je nach Zuladung gemäß Betriebsanleitung des Fahrzeugs für die Urlaubsfahrt erhöhen. „Zu geringer Luftdruck erhöht den Kraftstoffverbrauch und Schadstoffausstoß, vermindert die Lebensdauer der Reifen, verschlechtert die Fahrstabilität des Fahrzeugs“, erläutert BRV-Technikexperte.

Zudem kann übermäßige Materialerhitzung infolge eines erhöhten Rollwiderstandes Reifenplatzer verursachen. Die Betriebsanleitung und ein Aufkleber an der Innenseite von Tankklappe oder Tür nennen den vom Autohersteller festgelegten Fülldruck. Weil fast alle Autos mit verschiedenen Reifengrößen gefahren werden dürfen, gibt es oft auch unterschiedliche Werte für die einzelnen Dimensionen. Darauf muss der Autofahrer achten.

„Einige wenige Autohersteller geben den Druck physikalisch korrekt in der ungewohnten Einheit Kilopascal (kPa) an. Die Umrechnung in das gebräuchliche Bar ist einfach: 100 kPa entsprechen einem Bar“, erläutert Michael Staude, Reifenexperte von TÜV Süd.

Ist das Reifenprofil noch in Ordnung? Vorgeschrieben sind mindestens 1,6 Millimeter, gemessen in den Hauptrillen. Allerdings empfehlen Reifenexperten aus Sicherheitsgründen einen Austausch von Sommerreifen schon bei mindestens drei Millimetern Restprofil. Unterhalb dieser Grenze verschlechtert sich das Bremsverhalten. Die Aquaplaninggefahr ist deutlich erhöht.

Laufflächen und Seitenwände sollten sorgsam kontrolliert werden. Wer starken oder einseitigen Abrieb, eingefahrene Fremdkörper oder Beulen an der Reifenflanke feststellt, sollte zur genauen Diagnose und Abhilfe einen Reifenfachbetrieb aufsuchen. „Den Reservereifen in den Reise-Check einschließen“, empfiehlt BVR-Fachmann Drechsel: „Dessen Luftdruck sollte um etwa 0,2 bar höher sein als das Fahrzeughersteller-Soll vorgibt.“

Wie alle kaum oder gar nicht gefahrenen Reifen sollte der Pneu auf dem Reserverad aus Sicherheitsgründen nicht älter als sechs bis höchstens acht Jahre sein. Besondere Aufmerksamkeit verdienen Wohnwagen- und Wohnmobilreifen.

Lange Standzeiten ohne Luftdruckkontrolle, direkte UV-Strahlung und Fahren mit Überlast verursachen gerade an diesen Fahrzeugtypen häufig Reifenpannen. „Wichtig zu wissen: Wohnwagen mit 100 km/h-Zulassung dürfen nur mit Reifen gefahren werden, die nicht älter als sechs Jahre sind“, ruft Drechsel ins Gedächtnis. 

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