Reifenwechsel: Die Qual der Wahl

Von: amv
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Reifenwechsel
Der Reifenwechsel steht an: Bei der Wahl des Winterreifens muss man aber einiges beachten. Foto: dpa

München. Die Reifendienste sind startklar. Jetzt beginnt die Umrüstungswelle auf Winterreifen. Zuvor aber sollte man prüfen, rät der Autoclub KS in München, ob man neue M&S-Reifen braucht oder ob die vom letzten Jahr noch genügend Profil haben.

„Momentan ist der Fachhandel noch gut sortiert“, sagt KS-Sprecher Thomas Achelis, „wenn aber der erste Schnee fällt, kann es leicht sein, dass die gewünschte Dimension oder Marke vergriffen ist“. Gesetzlich genügt in Deutschland in der kalten Jahreszeit eine Profiltiefe von 1,6 Millimeter. „Das ist viel zu wenig“, gibt allerdings Michael Staude, Bereichsleiter Reifen und Räder bei TÜV Süd in München zu bedenken und empfiehlt „mindestens vier Millimeter“.

 „Vor dem Reifenkauf sollten Autofahrer sich darüber im Klaren sein, wie sie ihren Wagen im Winter nutzen. Wer jedes Wochenende in die Berge fährt, braucht Winterreifen. Berufspendler aber, die viel auf Autobahnen unterwegs sind, können unter Umständen auch mit einem Ganzjahresreifen sicher durch den Winter kommen“, sagt TÜV-Fachmann Staude. Die Technologie rund um Ganzjahresreifen hat sich rasant entwickelt. Während Allwetterpneus viele Jahrzehnte in erster Linie Winterreifen mit zusätzlichen Sommereigenschaften waren, verfolgen die Entwickler heute auch den entgegengesetzten Gedanken. Viele Autos sind überwiegend in der Stadt unterwegs, und da kommt ein guter Ganzjahresreifen mit normalem Winterwetter problemlos zurecht. Das gilt besonders für Zweitwagen, auf deren Einsatz man bei ungewöhnlich winterlichen Straßenverhältnissen sowieso oft verzichtet.

In den Ebenen Norddeutschlands oder im milden Rheinland verzichten erfahrungsgemäß etliche Autofahrer auf die Anschaffung von Winterreifen, weil Einbrüche von Schnee und Eis zu selten sind. „Mit Ganzjahresreifen bleiben sie selbst bei leichtem Winterwetter mobil“, schildert Staude seine Erfahrungen. Anders sieht es beispielsweise in den Mittelgebirgen wie den benachbarten Ardennen, in der Eifel oder gar alpinen Regionen aus. „Dort führt kein Weg an Winter- und Sommerreifen vorbei“, betont Staude.

Ein gewichtiges Argument für den Umstieg auf Ganzjahresreifen sind die niedrigeren Investitionen. Ein zweiter Satz Felgen entfällt. Ist das Auto mit einem direkt arbeitenden Reifendruck-Kontrollsystem (dTPMS - „direct Tire Pressure Monitoring System“) ausgerüstet, braucht es keinen zweiten Satz Sensoren, der nicht selten mit 200 Euro zu Buche schlägt. Die zwei Mal jährlich anfallenden Umrüstungen für jeweils 20 bis 30 Euro spart sich der Fahrer von Ganzjahresreifen ebenso wie eventuelle Einlagerungskosten von rund 50 Euro pro Saison. Am Reifen selbst und am gegebenenfalls notwendigen Auswuchten lässt sich jedoch nichts einsparen. „Bei getrennten Sommer- und Winterreifen verteilt sich der Verschleiß, was bei nur einem Satz naturgemäß entfällt“, sagt Staude.


Vor der Anschaffung von Pneus rät KS-Sprecher Achelis zu einer Übersicht: „Testergebnisse der Fachzeitschriften können da eine wertvolle Hilfe sein.“ Vorsicht empfiehlt er bei einem Kauf gebrauchter Reifen. „Ihr unbekanntes Vorleben im Hinblick auf Beanspruchung (Stichwort: Bordsteine), Standzeiten, unsachgemäße Lagerung sowie Gebrauchsmängel (zu wenig Luft) birgt unkalkulierbare Risiken“, gibt er zu bedenken.



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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