Reifenreparatur-Kits: Keines dichtet perfekt ab

Von: amv
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Reifen
Keines der Sets hatte den Reifendurchstich absolut perfekt abgedichtet. Foto: Inga Kjer/dpa-tmn

Stuttgart. Viele Autofahrer machen erst beim Zwangsstopp auf der Standspur Bekanntschaft mit dem Pannenset, das den platten Reifen wieder abdichten und mit Druck versorgen soll. Funktioniert das?

Die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) in Stuttgart hat zusammen mit dem Fachblatt Auto Bild acht Reparatur-Kits zur Behebung einer Reifenpanne geprüft. Testsieger mit dem Prädikat „sehr empfehlenswert“ wurde das ResQ Tire Mobility Kit von airMAN.

Für knapp 50 Euro bietet es einen 180-Watt-Kompressor und eine 450-Milliliterl-Druckflasche mit Naturkautschuk als Dichtmittel. Der Kompressor pumpt in einem Arbeitsgang das Dichtmittel in den Reifen und sollte bei Stichverletzungen von nicht mehr als sechs Millimeter Durchmesser im Bereich der Lauffläche den erforderlichen Reifendruck liefern, um notfalls bis zu 200 Kilometer weit zur nächsten Werkstatt zu kommen.

Grundsätzlich empfehlen die GTÜ-Fachleute: „Wenn Sie ein Pannenset im Auto haben, überprüfen Sie regelmäßig das Verfallsdatum des Dichtmittels. Vom Einsatz abgelaufener Füllflaschen ist abzuraten.“

Auf den weiteren Plätzen folgen drei empfehlenswerte Pannensets, nämlich das Reifenpannenset von Elastofit sowie das 1-2-Go Kit 2 Step Tire Repair von Terra-S und Pannex. Das Trio setzt ebenfalls auf die Kombination Kompressor und Dichtmittel wie auch das von den GTÜ-Testern als „bedingt empfehlenswert“ eingestufte Smart repair von slime. Das Testurteil bekam ebenfalls Reifen Pilot von Holts mit seiner klassischen Aerosol-Spraydose, die den defekten Reifen gleichzeitig mit Dichtmittel und Druck versorgen soll.

Das AIO Comfort Plus Reifendichtmittel von Premium-Seal und Dunlops Reifenreparaturset erfüllten laut GTÜ die Testkriterien nicht. Im Fall von Premium-Seal blockierte bei mehrfachen Versuchen jedes Mal nach wenigen Sekunden die Dichtmittelzufuhr, so dass sich der Reifen überhaupt nicht befüllen ließ und bei Dunlop reichte der maximale Druckaufbau von 0,6 bar schlicht nicht aus, um die Testfahrt antreten zu können.

Wichtigstes Kapitel im Vergleichstest war die Wirkungsprüfung der Pannensets. Für die Testkandidaten galt es, einen platten 17-Zoll-Reifen mit einem sechs Millimeter mm großen Durchstich am Rande der Lauffläche abzudichten und möglichst auf 2,5 bar wieder aufzupumpen.

So sollte auch nach mehr als zehn Kilometern eine weitgehend risikolose Fahrt bei Tempo 80 notfalls durch wiederholtes Aufpumpen mit Hilfe des im Set enthaltenen Kompressors möglich sein. Weitere Druckmessungen nach einer Stunde und nach 24 Stunden gaben ebenfalls Aufschluss darüber, wie gut die Sets dicht gehalten haben. Ergebnis: Keines der Sets hatte den Reifendurchstich absolut perfekt abgedichtet. Mithin sollte man möglichst rasch eine Werkstatt ansteuern.

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