München - Reifen: Orientierungshilfen im Dschungel der Alternativen

Reifen: Orientierungshilfen im Dschungel der Alternativen

Von: amv
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München. Das Angebot ist verwirrend. Wer einen Personenkraftwagen mit neuen Reifen, etwa für den Winter, bestücken will, stößt auf eine schier unübersehbare Fülle an Marken, Dimensionen und Modellvarianten.

Zudem gibt es unterschiedliche Profile oder aber man möchte seinen Kauf an dem Ergebnis eines Reifentests ausrichten. Einen ersten Anhaltspunkt bei der Suche gibt zwar ein Blick in die Fahrzeugpapiere. „Doch seit Einführung der neuen zweiteiligen Zulassungsbescheinigung, die seit Herbst 2005 die früher gebräuchliche Kombination aus Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief abgelöst hat, ist dies tatsächlich nur noch ein erster Anhaltspunkt“, weiß Jürgen Wolz von TÜV Süd in München: „Denn Teil I dieser Zulassungsbescheinigung weist jeweils für Vorder- und Hinterachse lediglich eine zulässige Reifengröße aus und macht zumeist keine Angaben mehr zu alternativen Reifengrößen, während im früheren Fahrzeugschein alle verwendbaren Größen angegeben waren.“

Wer nach Alternativen sucht, muss das sogenannte COC-Papier (certificate of conformity) konsultieren. Das ist die beim Neuwagenkauf mitgelieferte EG-Übereinstimmungsbescheinigung für das Fahrzeug. „Hier sind alle vom Fahrzeughersteller frei gegebenen Rad-/Reifenkombinationen aufgeführt“, erläutert der Fachmann. Ist das COC nicht zur Hand hat, kann ein Blick ins Internet helfen. Viele Reifenhersteller bieten auf ihren Webseiten Zugriff auf Konfiguratoren oder entsprechende Datenbanken an. Anhand der Kfz-Schlüsselnummern aus der Zulassungsbescheinigung oder alternativ über die Eingabe von Hersteller/Fahrzeugtyp/Modelljahr/Motorisierung kann man darüber die herstellerseits für das Fahrzeug frei gegebenen Bereifungsalternativen ermitteln. Je nach Fahrzeug kann die hier gefundene Auswahl beträchtlich sein. Grundsätzlich müssen Reifen bauartgenehmigt sein. Erkennbar ist dies an dem auf der Reifenflanke einvulkanisierten ECE-Kennzeichen.

Das ist seit Herstellungsdatum 1. Oktober 1998 für Motorrad-, Pkw- und Lkw-Neureifen verbindlich geregelt. Darüber hinaus gibt es etliche Bestimmungen etwa über die Belastungsgrenzen oder das maximale Tempo. „Für einen Laien sind die Feinheiten der Reifen-Regeln ziemlich verwirrend“, weiß Wolz: „Deshalb sollten sich Autofahrer vor einem Kauf über zulässige Alternativen informieren und darauf achten, das für die Verwendung der neuen Pneus keine Änderung oder Ergänzung der Fahrzeugpapiere erforderlich sind.“ „Wer auf Nummer sicher gehen möchte“, empfiehlt der Fachmann, „der sollte sich in seiner Werkstatt oder bei einer der amtlichen Prüforganisationen erkundigen.“

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