Radfahrer werden oftmals beim Aussteigen übersehen

Von: amv
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Fahrrad Auto Parken Straße Symbolfoto: Inga Kjer/dpa
Der Spiegelblick ist für Auto- und Fahrradfahrer wichtig. Symbolfoto: Inga Kjer/dpa

Erfurt. Die Situation kennt wohl jeder Radfahrer, der in der Stadt unterwegs ist. Man fährt auf ein parkendes Auto zu und plötzlich reißt ein unaufmerksamer Autofahrer die Fahrzeugtüre auf. Im besten Fall endet das Ganze mit einem Ausweichmanöver und wüsten Beschimpfungen. Im schlimmsten Fall mit einem schmerzlichen Zusammenstoß.

Unfallexperte Achmed Leser vom TÜV Thüringen in Erfurt ermahnt daher Autoinsassen, beim Aussteigen die nötige Sorgfaltspflicht walten zu lassen. Allein im vergangenen Jahr wurden nahezu 90.000 Radler in einen Verkehrsunfall verwickelt und dabei verletzt, 393 kamen dabei zu Tode.

Unachtsam geöffnete Fahrzeugtüren sind immer wieder eine große Gefahrenquelle für Fahrradfahrer. Oftmals ist gerade für Fahrradfahrer und motorisierte Zweiradfahrer dann ein rechtzeitiges Bremsen oder Ausweichen nicht mehr möglich. „Diese Verkehrsteilnehmer werden oftmals aufgrund ihrer schmalen Silhouette übersehen“, schildert Achmed Leser seine Beobachtungen.

Für ihn liegt der Fall klar auf der Hand: „Der parkende Autofahrer hat hierbei eindeutig seine Sorgfaltspflichten beim Ein- und Aussteigen verletzt. Das ist sogar im Paragraf 14 der Straßenverkehrsordnung (StVO) klar geregelt“, erinnert Leser. Dort heißt es in Absatz 1: „Wer ein- oder aussteigt, muss sich so verhalten, dass eine Gefährdung anderer am Verkehr Teilnehmenden ausgeschlossen ist.“

Das Gleiche trifft auch auf die Beifahrerseite des Fahrzeuges zu. „Die Fahrzeuginsassen auf der von der Fahrbahn abgewandten Seite müssen sich vor dem Aussteigen genauso wie der Fahrer vergewissern, ob andere Verkehrsteilnehmer beim Öffnen der Fahrzeugtür in Gefahr gebracht oder in Mitleidenschaft gezogen werden“, gibt Unfallexperte Leser zu bedenken.

„Oftmals wird von Mitfahrern vor allem auf den hinteren Plätzen der nahende Verkehr nicht überblickt. Hier ist auch der Kraftfahrer gefragt, der mit einem Blick in die Spiegel ein sicheres Aussteigen aller Insassen gewährleisten kann.“

Hilfreich ist überdies der so genannte „Niederländische Griff“. Den lernen angehende Autofahrer im Nachbarland sogar in der Fahrschule: als Autofahrer öffnet man die Fahrertür nicht mit der linken Hand, die näher an der Türe ist, sondern greift mit der rechten Hand über. Das sichert nicht nur Radfahrer, sondern auch den Autofahrer selbst ab.

Durch das Drehen des Oberkörpers wandert der Blick quasi automatisch seitlich nach hinten - also auf Fahrbahn. So hat der Autofahrer beim Aussteigen schneller einen Blick für den fließenden Verkehr auf seiner Seite. Je nachdem, wie man sonst aussteigt, kann es sein, dass man mit dem Rücken zum fließenden Autoverkehr steht.

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