Porsche Carrera 911: Grundlegende Erneuerung für den Elfer

Von: Sabine Neumann, dapd
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Mit der siebten Generation des Carrera 911 definiert Porsche die Ansprüche an Design, Fahrleistung und vor allem Qualität noch einmal neu. Damit soll der Charakter des erfolgreichen Sportwagens weiter geschärft werden. Foto: dapd

Stuttgart. Mit der siebten Generation des Carrera 911 definiert Porsche die Ansprüche an Design, Fahrleistung und vor allem Qualität noch einmal neu. Damit soll der Charakter des erfolgreichen Sportwagens weiter geschärft werden.

„Von nun an keine Kompromisse mehr” - so könnte die Maxime für Ingenieure und Entwickler gelautet haben. Nahezu 95 Prozent der Bauteile wurden laut Gesamtprojektleiter Michael Schätzle gegenüber dem Vorgänger verändert. Carrera und Carrera S gehen am ersten Dezemberwochenende bei den deutschen Händlern an den Start.

Die Renovierung der Außenhaut war ein besonders heikles Unterfangen, denn schließlich sollte die DNA des Erfolgsgaranten erhalten bleiben. Doch der Wunsch, den nun 4,50 Meter langen 911 noch mehr als bisher von den Wettbewerbern abzuheben, überwog - und dafür musste das Modell vor allem flacher werden. Zwar wurde die Höhe am Ende nur knapp zehn Millimeter reduziert, doch im Zusammenspiel mit der 56 Millimeter längeren Karosserie und einem Radstand von 2,45 Metern (plus 100 Millimeter) wirkt der Carrera gestreckter und dynamischer denn je.

Gleichzeitig wurde die vordere Spur um 50 Millimeter breiter - was die Scheinwerfer weit nach außen rücken lässt -, und die Räder sind jetzt größer. Das gibt dem 911 einen satten Stand auf der Straße. Schmale Lichtbänder am Heck in LED-Technik würzen die Optik mit Modernität. Wie sehr Porsche mittlerweile Teil des VW-Konzern ist, lassen nicht nur die geschärften Kanten, sondern vor allem die exakte Verarbeitung der Karosserie erkennen.

Mehr Platz für Kopf und Beine

Diese hochwertige Verarbeitung prägt auch den deutlich geräumiger und sehr aufgeräumt wirkenden Innenraum. Das liegt unter anderem an der Mittelkonsole, die sich nun im Stil von Panamera und Cayenne präsentiert, glücklicherweise aber weniger überfrachtet und verwirrend wirkt.

Ein weiteres wichtiges Ziel der Entwickler war es, die Ergonomie des Sportwagens zu optimieren. Es gibt nun erstmals mehrere Sitzvarianten - unter anderem mit Klimatisierung und bis zu 16-fach elektrisch verstellbar. Zudem wurden die Sitzschienen um 25 Millimeter verlängert, so dass jetzt selbst langbeinige Fahrer mühelos Platz finden. Das Lenkrad ist elektrisch verstellbar. Und für groß gewachsene Personen stellt selbst das Schiebedach kein Hindernis mehr dar: Es öffnet sich nun nach außen.

Leistung satt zwischen 350 und 400 PS

So wichtig der Wohlfühlfaktor an Bord auch sein mag - bei einem Elfer sind es vor allem die Fahrleistungen, die begeistern. So bietet der Carrera S eine Höchstgeschwindigkeit von 302 km/h und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 4,1 Sekunden (Werksangaben). Der Carrera wird von einem 3,4-Liter-Sechszylinder-Boxer (350 PS) angetrieben. Serienmäßig sorgt eine überaus exakt arbeitende Sieben-Gang-Schaltung für die Kraftübertragung auf die Hinterräder.

Noch mehr Dampf bietet der Carrera S (400 PS), die er aus 3,8 Litern Hubraum generiert. Mit 9,5 Litern Verbrauch konnten die Ingenieure bei diesem Modell laut Norm die Variante mit Schaltgetriebe um 1,1 Liter (zehn Prozent) genügsamer als den Vorgänger machen. Mit dem Doppelkupplungsgetriebe (PDK) begnügt sich das Triebwerk gar mit 8,7 Litern.

Wohl einen Bestwert in der Klasse liefert der kleinere Motor des Carrera: Mit einem Spritbedarf von 8,2 Litern (194 Gramm CO2 pro Kilometer) im Normzyklus unterschreitet das Triebwerk erstmals die 200-Gramm-Grenze. Dazu tragen das Rekuperationssystem, die Stopp-Start-Automatik und vor allem die Reduzierung des Gewichts bei. Der Elfer wiegt nun 1.414 Kilo - 40 Kilo weniger als bisher.

Die Abmagerungskur sowie das Längenwachstum haben die Fahreigenschaften des 911 noch einmal spürbar verbessert. Das gilt für den Geradeauslauf ebenso wie für die Kurvenhatz. Die Fahrstabilität ist selbst bei hohem Tempo beeindruckend. Die elektromechanische Servolenkung reagiert auf jeden Befehl direkt. Das Handling ist bestens. Wem das nicht reicht, der kann noch ein Wankstabilitätssystem (3.213 Euro) ordern.

88.037 beziehungsweise 102.436 Euro kosten Carrera und Carrera S mit Schaltgetriebe, inklusive CD-Audioanlage mit Anschlüssen für externe Geräte, Bi-Xenon-Licht und Zweizonen-Klimaautomatik. Das PDK schlägt mit 3.510 Euro zu Buche. Für das elektronische Dämpfungssystem im einfachen Carrera muss man 1.666 Euro zusätzlich ausgeben. Und wenn schon keine Kompromisse mehr gemacht werden, dann gehört eigentlich noch die variable Antriebsmomentenverteilung für mindestens 1.309 Euro auf den Bestellzettel.
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