Porsche 911 Carrera 4S Cabriolet: Genuss in jeder Hinsicht

Von: Sabine Neumann
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Der Genuss entsteht bereits beim Hinsehen: Der Porsche 911 Carrera 4S Cabriolet nimmt die klassische Form der anderen Elfer auf. Das Heckleuchtenband, das die beiden hinteren Lichteinheiten optisch miteinander verbindet, verrät Kennern den Allradantrieb. Foto: Porsche

Stuttgart. Nur Fliegen ist schöner? Von wegen. Mit Tempo 250 über eine leere Autobahn zu flitzen, sich die Frisur vom Fahrtwind zerzausen und die Ohren vom satten Röhren des Dreiliter-Turbo-Boxers im Porsche 911 4S Cabriolet verwöhnen zu lassen - das ist Genuss pur. Zumindest für Sportwagenfahrer.

Und der Genuss entsteht bereits beim Hinsehen. Das Cabrio nimmt komplett die klassische Form der anderen Elfer auf. Das Heckleuchtenband, das die beiden hinteren Lichteinheiten optisch miteinander verbindet, verrät Kennern den Allradantrieb.

Zudem unterscheidet sich der Carrera 4S von den gewöhnlichen 911ern durch die um insgesamt 4,4 Zentimeter weiter ausgestellten Radhäuser mit 20-Zöllern darunter. Die wirkliche Aufmerksamkeit gehört aber dem Dach. Hier haben die Porsche-Ingenieure bei der jüngsten Generation ganze Arbeit geleistet. Selbst bei schneller Fahrt bläht sich nichts auf, knackt nichts und bleibt das Geräuschniveau an Bord überraschend niedrig. Dass die Sicht nach hinten durch das kleine Heckfenster etwas eingeschränkt ist, lässt sich verschmerzen. Schließlich sieht man umso mehr, wenn das Verdeck zusammengefaltet und plan im Kasten hinter den Rücksitzen verschwindet.

Das Öffnen oder Schließen funktioniert bis zu Tempo 50 und dauert gerade einmal 13 Sekunden. So können selbst kleine Sonnenlücken am Himmel schnell genutzt werden und ein plötzlicher Regen ist ebenfalls kein Problem. Geschickt konstruiert wurde das integrierte Windschott.

Auf Knopfdruck klappt ein Rahmen vom Rand des Verdeckkastens hoch, ein Netzstoff rollt sich ab und nach nur drei Sekunden hat man die Konstruktion zwischen den Vorder- und Hintersitzen gespannt. Zudem wird der Platz für die Windschotttasche eingespart. Apropos Platz: es ist immer wieder erstaunlich, was sich in einem 911 alles unterbringen lässt. Insgesamt gibt Porsche zwar nur 125 Liter Gepäckraumvolumen an.

Doch schon das Staufach vorne nimmt mühelos zwei Trolleys und Laptop-Taschen auf. Und da man wohl kaum zu viert fährt, steht im Fond vergleichsweise viel Platz zur Verfügung. Fahrer und Beifahrer genießen großzügige Ellbogen- und Kopffreiheit. Dazu geben die Sportsitze besten Halt.

Vom Platz hinter dem Lenkrad genügt ein Blick auf die chromumrandeten Instrumente, um alle wesentlichen Daten und Funktionen zu erfassen. Das Infotainmentsystem lässt sich einfach und in Smartphone-Manier über den Touchscreen bedienen. Selbst Handschrifteneingabe ist möglich. Das Navigationssystem bietet Verkehrsdaten in Echtzeit, Online-Funktionen wie Google Earth und eine verbesserte Handy-Anbindung inklusive W-Lan-Hotspot samt einer Porsche-App, um zum Beispiel Musikstreaming-Dienste zu nutzen. Die beste Musik in den Ohren aber ist das kraftvolle Fauchen und Gurgeln des 420 PS starken Dreiliter-Turbo-Boxers - auch wenn der natürlich anders klingt als die bisher eingesetzten Sauger. Wer dem nachtrauert, der wird auf alle Fälle vom unglaublich vehementen Antritt und dem kraftvollen Durchzug des Turbos entschädigt. Ein Drehmoment von 500 Newtonmeter liegt zwischen 1700 und 5000 Umdrehungen an.

Ganz gleich, ob die Tachonadel bei 60, 80, 120, 180 oder 200 steht - der Sechszylinder besitzt immer noch Reserven. Und das Turboloch? Fehlanzeige. Zugkraftunterbrechung beim Schalten des Doppelkupplungsgetriebes? Ebenfalls. Der Übergang zwischen den einzelnen Fahrstufen ist so gut wie nicht zu spüren. So fliegt das Cabrio in 4,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 (Werksangaben). Ein Sprint von 80 Kilometer pro Stunde (km/h) auf 120 (km/h) nimmt laut Datenblatt gerade mal 2,5 Sekunden in Anspruch. Mit einem Druck auf die Sporttaste am Lenkrad kann das Ansprechverhalten des Aggregats noch einmal spürbar gesteigert werden - ebenso wie das Gefühl von Gänsehaut und Kribbeln am ganzen Körper. So atemberaubend der Geschwindigkeitsrausch ist, so verführerisch ist die engagierte Kurvenhatz mit dem 911 Cabriolet 4S.

Der Elfer giert förmlich nach schnellen Richtungswechseln. Dabei bleibt er stets stabil in der Spur. Der Allradantrieb trägt ebenso wie die ungemein exakte Lenkung und das präzise abgestimmte Fahrwerk dazu bei, dass der Wagen auf jede noch so kleine Anweisung des Fahrers reagiert. Kleiner Wermutstropfen: fährt man den offenen Elfer derart sportlich, dann macht sich das an der Tankstelle bemerkbar. Zwischen 14 und 16 Liter sind dann durchaus drin. Doch es braucht nicht allzu viel Zurückhaltung, um den Wert unter die Zehn vor dem Komma zu drücken und damit dem Normverbrauch von acht Litern, den Porsche angibt, näher zu kommen.

Mittlerweile gehören technische Helferlein wie ein Abstandstempomat, ein Tot-Winkel-Warner oder die Multikollisionsbremse zum Lieferumfang der 911er-Baureihe. Rote Bremssättel zeugen von der hohen Bremskraft des Boliden. Bi-Xenon-Scheinwerfer mit dynamischer Leuchtweitenregelung weisen serienmäßig den Weg bei Dunkelheit. Mit einem Einstiegspreis von 131.234 Euro (Testwagenpreis: 169.540 Euro) ist diese Art des Vorankommens allerdings nicht die günstigste.

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