Porsche 718 Cayman: Schier grenzenlose Kurvengier

Von: Sabine Neumann, amv
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Porsche Cayman
Betont werden die wie mit einem Messer gezogenen Linien und großen Lufteinlässe in der Front, zusätzlich durch klare, modern gezeichnete Scheinwerfer und Heckleuchten sowie die seitlichen Kiemen vor den Hinterrädern. Foto: Porsche

Stuttgart. Klar, es gibt sie. Die Zweifler, ob der 718 Cayman mit seinen nur vier Zylindern noch ein richtiger Porsche ist. Die Kritiker, die ihr feines Gehör aktivieren, um die Akustik des Boxermotors auf Mängel in der Frequenz zu prüfen.

Doch wer einmal den Schlüssel links vom Lenkrad umgedreht und ein paar Kilometer hinter sich gebracht hat, dem ist spätestens dann klar: das Sportcoupé weiß in jeglicher Hinsicht zu überzeugen.

Mit dem ersten Druck auf das Gaspedal erklingt das tiefe sonore Röhren, das man sich von einem Porsche wünscht. Die Stuttgarter Techniker haben ganze Arbeit geleistet, um dem 300 PS starken Zweiliter-Turbo-Benzindirekteinspritzers noch immer das passende Hintergrundgeräusch bei der Entfaltung seiner Kräfte zu geben. Zudem hängt das Triebwerk richtig gut am Gas, reagiert spontan auf die kleinste Bewegung des rechten Fußes.

Dafür verantwortlich ist unter anderem ein neu entwickelter Turbolader. Er macht es möglich, dass das Drehmoment von 380 Newtonmetern (Nm) bereits bei 1950 Touren anliegt und über ein breites Band bis 4500 Umdrehungen reicht. Damit stellt sich hinsichtlich Antritt und Durchzug in allen Drehzahlbereichen pure Begeisterung ein. In 4,7 Sekunden (mit Sport Chrono Paket/1796 Euro) ist die Tempo-100-Marke erreicht. Bei 275 Kilometern pro Stunde findet der Vortrieb dann sein Ende. Das reibungslos arbeitende Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (PKD) mit Paddels am Lenkrad (2826 Euro) passt bestens zu dem Mittelmotor-Sportwagen.  

Ganz fein sind dazu Dämpfer und Stabilisatoren des Caymans abgestimmt. Nick- und Wankbewegungen gibt es selbst bei schnell gefahrenen und dicht aufeinander folgenden Kurven nicht. Spielerisch beschleunigt der Wagen aus engen Kurven heraus vehement. Ungemein präzise bleibt der Zweisitzer exakt auf der vorgegebenen Spur. Das liegt auch an der Hintergrundarbeit des so genannten Porsche Vectoring Systems (1309 Euro) mit einer variablen Momentenverteilung an den Hinterrädern sowie einer mechanischen Hinterachs-Quersperre.

Bei Bedarf wird mit dem Einschlagen der Lenkung - das eingesetzte Lenkgetriebe stammt übrigens aus dem 911 Turbo - das kurveninnere Hinterrad leicht abgebremst. Dadurch erhält das kurvenäußere Hinterrad eine höhere Antriebskraft und ermöglicht einen zusätzlichen Drehimpuls in die eingeschlagene Richtung. Das Ergebnis ist ein direktes und dynamisches Einlenken in die Kurve beziehungsweise mehr Fahrstabilität und Traktion beim Herausbeschleunigen. Langer Rede kurzer Sinn: die Kurvengier des 718 Cayman scheint schier grenzenlos.


Gut, dass das vom 918 Spyder abgeleitete Drei-Speichen-Lenkrad mit Multifunktionstasten so passend in der Hand liegt. Während der Schalter für die Lenkradheizung eher verborgen in einer der Speichen liegt, machen die Multifunktionstasten die Bedienung von Audio-, Telefon- und Navigationsfunktionen ohne langes Überlegen möglich. Dazu eignen sich ebenso die angenehm großen Icons und Bedienfelder des Sieben-Zoll-Touchscreens.

Die vollelektrisch einstellbaren Sportsitze mit Alcantarabezug geben guten Halt und erweisen sich sowohl bei der Kurvenhatz als auch auf Langstrecken als bequem und entlastend.
Zeitgemäß und modern ist die Möglichkeit, das Handy in Verbindung mit dem optionalen Connect Plus-Modul (880 Euro) und der dazugehörigen Smartphone-Ablage in der Mittelarmlehne ganz einfach mit dem Fahrzeug zu verbinden.

Weiteren, wenn gleich nur minimalen Stauraum bieten zwei kleine Ablagefächer in den Türen. Platz für größere Getränkeflaschen indessen sucht man vergeblich. Kleiderhaken an den Sitzrückseiten sind hingegen ein praktisches Detail. In den beiden Kofferräumen vorne und hinten lassen sich bis zu 275 Liter Gepäck verstauen. Zwei Trolleys und eine Laptoptasche passen beispielsweise locker in das Fach unter der Fronthaube.

Im Vergleich zum Roadster-Bruder Boxster wiegt der Cayman mit 1365 Kilogramm gerade einmal 20 Kilogramm mehr. Das liegt zum großen Teil an der mächtigen Heckscheibe, die viel Licht und Helligkeit in den Innenraum bringt. Und natürlich am  festen Dach. Das aber trägt nicht nur in erheblichem Maß zur hohen Verwindungssteifigkeit des 718 bei. Mit seinem dynamischen, nach hinten gespannten Verlauf ist es wesentlicher Teil der dynamisch-sportlichen Optik des Zweitürers.

Betont werden die wie mit einem Messer gezogenen Linien und großen Lufteinlässe in der Front, zusätzlich durch klare, modern gezeichnete Scheinwerfer und Heckleuchten sowie die seitlichen Kiemen vor den Hinterrädern.  

Die grün getönte Wärmeschutzverglasung, Klimaanlage oder Soundsystem gehören ebenso zur Serienausstattung wie die die Bi-Xenon-Scheinwerfer. Gönnt man sich zudem Extras wie Lederpolster (3195 Euro), die durchaus empfehlenswerten Parkassistenten vorne und hinten (1428 Euro) oder die schicken 20-Zöller (2499 Euro), dann stehen unter dem Strich 83.782 Euro als Gesamtsumme. Darin enthalten sind auch 2249 Euro für die Sportabgasanlage. Mit der können sich selbst Zweifler und Kritiker sicher sein, dass der Sound des 718 Cayman Porsche-Ansprüchen genügt.


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