Peugeot 2008 Allure HDi: Eine gewachsene Größe

Von: amv
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Sieht aus wie fürs Gelände, ist aber als Stadtwagen konzipiert: Peugeot bringt das Crossover-Modell 2008 am 15. Juni zu den Händlern. Foto: dpa

Köln. An sein Evolutionsmodell 2008 knüpft Peugeot große Hoffnungen. Das Mini-SUV soll dem französischen Hersteller aus der Krise helfen und derzeit läuft dessen Verkauf "sehr gut", berichtet Peugeot-Sprecher Thomas Schalberger von der Absatzfront.

Technisch basiert der Hoffnungsträger auf dem Peugeot 208, dem derzeitigen Bestseller des französischen Anbieters. Etwas größer, etwas höher besitzt der 2008 durchaus Charme und Reiz.

Nur fürs Gelänge taugt er eher weniger, mögen Designelemente wie Unterfahrschutz, Chromeinstiegsleisten, Dachreling, muskulöse Flanken und große 17-Zoll-Rädern auch anderes verheißen. Mit einem Trick haben Peugeots Innenraumdesigner das Mini-SUV sehr groß gestaltet. Die meisten PKW-Innenräume werden förmlich um den Fahrer herum gebaut. Im Peugeot 2008 indes fühlt man sich wie in einem Van.

Das kleine Lenkrad wurde unüblich tief positioniert. Auf die weit in Richtung Frontscheibe platzierten Instrumente schaut man dann über den Lenkradkranz hinweg. So entsteht ein üppiges Raumgefühl. Die Bedienelemente beherrscht man nach einer kurzen Orientierung. Allerdings: Schalter, wie etwa für die Sitzheizung, muss man erst einmal finden. Das Panorama-Glasdach (Aufpreis: 450 Euro) lässt viel Licht ins Innere. Nachts soll eine blaue LED-Umrandung ein "außergewöhnliches Ambiente" (O-Ton Werk) schaffen.

Überhaupt möchte Peugeot mit diverse Leder- und Hochglanzapplikationen einen Hauch von Luxus ins Interieur zaubern. Doch angesichts der Vielzahl der eingesetzten Materialien wirkt der Innenraum etwas aufgebrezelt. Gewöhnungsbedürftig ist die eingeschränkte Rundumsicht. Die breiten B-Säulen lassen schon mal einen Radfahrer im Augenwinkel verschwinden. Die C- und D-Säulen entpuppen sich als Sichthindernis. So klein (4,16 Meter Länge) der 2008 von außen auch erscheinen mag, innen erweist er sich als angenehm geräumig.

Vorne ist man jedenfalls ohne Einschränkung gut aufgehoben. Auf der Rückbank können es zwei Erwachsene ordentlich aushalten mit Platz für Knie und Kopf. Der dank niedriger Kante leicht zu beladende Kofferraum erreicht mit 360 Litern fast die Kapazität eines VW Golf. Bei Bedarf lässt sich das Stauvolumen bei einer vollkommen ebenen Ladefläche auf bis zu 1.194 Liter vergrößern. Zur Raumausnutzung der intelligenten Art zählen zudem zahlreiche Stau- und Ablagemöglichkeiten.

Das Zusammenspiel von Federung und Dämpfung ist den Fahrwerksentwicklern gut gelungen. Komfortabel werden Kopfsteinpflaster oder Gullideckel weggebügelt. Außerorts gibt sich der 2008 ebenfalls entspannt, gutmütig und gelassen. Wer partout mag, kann sich auf einen Feldweg trauen, mehr ist weniger empfehlenswert. Zwar greift eine Traktionskontrolle (Grip Control: 250 Euro) je nach Untergrund helfend ein, bremst einzelne Räder nach Bedarf ab und lässt gerade so viel Schlupf zu, dass man auch auf losem Grund gut anfahren kann. Doch damit ist dann auch der Grenzbereich im Abseits erreicht. Den passenden Fahrmodus fürs Vorwärtskommen kann der Fahrer mit einem Drehschalter auf dem Mitteltunnel einlegen. Schnee-, Wüsten und Schlammsymbole weisen den Weg.

Der 1,6-Liter Dieselmotor (92 PS/230 Newtonmeter) besitzt genügend Durchzugskraft und hat mit dem knapp 1,3 Tonnen wiegenden Fronttriebler keine Probleme. Das Höchsttempo liegt bei 180 Stundenkilometern; der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 wird in 13,3 Sekunden absolviert (Werksangaben). Als nervend erweist sich die Schaltung. Sie versieht ihr Werk mitunter hakelig und auch die langen Schaltwege irritieren.

Keine Minuspunkte sammelt der 2008 bei der Beurteilung der Lenkung und als besonders angenehm erweist sich die Start-Stopp-Automatik. Das System agiert beispielhaft sanft und zuverlässig. Auf der Habenseite steht darüber hinaus der Spritverbrauch. Es fällt schwer, ihn im Autoalltag über die 5,8 Liter-Marke zu treiben (Normverbrauch: 3,8 Liter). Der französische Hersteller nennt den 2008 einen Urban-Crossover, was wohl eine Mixtur aus Mini-SUV, Mini-Van und konventionellem Kleinwagen bedeutet.

Dieses Segment ist in Deutschland innerhalb der vergangenen fünf Jahre nahezu kontinuierlich gewachsen. Was wiederum wenig wundert. Fahrzeuge dieses Segments bieten angenehm viel Platz und büßen dank ihrer Kompaktheit nichts an Agilität und Wendigkeit ein. Peugeot flankiert sein Modell mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis (Testwagenpreis: 24.170 Euro) und beweist mit dem 2008, dass die Zeiten, in denen ein Kleinwagen mancherlei Verzicht bedeutete, passe sind.

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