Opel Zafira Tourer überzeugt auf ganzer Linie

Von: amv
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Rüsselsheim. Vor allem Familien kennen das Dilemma: am Ende kommt dann doch mehr Urlaubsgepäck zusammen als man eigentlich kalkuliert hatte. Wohl dem, der dann ein Fahrzeug vor der Tür stehen hat, das trotz kompakter Abmessungen mit seiner Variabilität punktet.

Der Opel Zafira Tourer überzeugt hier auf ganzer Linie und lässt jegliche Diskussion um eine Tasche mehr recht entspannt im Sande verlaufen. Zusätzliche Entspannung kommt dann auch während der Fahrt auf, zumindest wenn sich der 1,6-Liter-Diesel (136 PS) unter der Motorhaube befindet. Die neue Maschine ist seit den 90er Jahren die erste Diesel-Eigenentwicklung der Marke mit dem Blitz. Sie ersetzt das bisherige Triebwerk mit 1,7 Litern Hubraum sowie die schwächeren Varianten des Zweiliter-Diesels.

Doch der geringere Hubraum hat keineswegs weniger Durchzugsvermögen zur Folge. Das maximale Drehmoment von 320 Newtonmetern liegt bei 1.800 Umdrehungen an. Schon mit wenig Druck auf das Gaspedal geht es damit zügig vorwärts. Überholmanöver zwischen Tempo 80 und 140 meistert der Selbstzünder mühelos. Danach jedoch wird es etwas mühsamer, insbesondere wenn es vollbeladen eine Steigung zu bewältigen gilt. Dann macht es durchaus Sinn, das ebenfalls neu abgestimmte und sauber arbeitende Sechsgang-Getriebe eine Stufe tiefer zu schalten.

Von null auf Tempo 100 sprintet der Diesel in 11,2 Sekunden (Werksangabe). Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 191 Kilometer pro Stunde (km/h). Selbst unter Volllast bleibt der CDTi erstaunlich leise. Kaum glaubt man in einem Diesel zu sitzen, so zurückhaltend verrichtet der Motor seinen Dienst. Den Technikern gebührt alle Ehre, wie sie Dämmung und Konstruktion des Motors hinbekommen haben und zudem den Verbrauch im Blick hielten. Selbst bei zügiger Fahrt mit vollbeladenem Auto zeigt der Bordcomputer einen Wert von 8,3 Litern im Durchschnitt. Bei ruhigerer Fahrweise steht schnell eine Fünf vor dem Komma. Damit reicht der modern und dynamisch gezeichnete Zafira durchaus nahe an die Werksangaben von 4,1 Litern heran. Doch nicht der Motor macht Spaß. Das Fahrwerk erweist sich als komfortabel, aber keineswegs zu weich abgestimmt. Einerseits werden Unebenheiten des Straßenbelags weggefiltert, bevor sie die Insassen stören können. Andererseits zeigt der Tourer keinerlei Wankbewegungen oder Unsicherheit selbst in schnell gefahrenen Kurven.

Die direkte Lenkung trägt dazu bei, dass so etwas wie Fahrspaß aufkommt. Seine Kernkompetenz als Familien-Fahrzeug stellt der Opel mit seiner Ladekapazität in den Vordergrund. Der Stauraum wird hinter weit aufschwingende Heckklappe und einer rückenfreundlich niedrige Ladekante nutzbar. Der Fünfsitzer bietet ein Stauvolumen von 710 Litern, das sich auf 1.860 Liter erweitern lässt. Beim Siebensitzer sind es 152 Liter bei komplett aufgerichtetem Gestühl und maximal 1.792 Liter. Sind alle hinteren Sitze im Boden versenkt, kann das Gepäck auf einer ebenen Ladefläche gestapelt werden. Eine recht tiefe Lücke zwischen Kofferraum und der zweiten Sitzreihe mag die Einen stören. Andere sehen sie als weiteren Stauraum für Kleinteile. Man muss eben nur flexibel sein. Unter diesem Stichwort bietet Opel optional einen so genannten FlexCover-Gepäckraumteppich (60 Euro) an, der ausgeklappt den ganzen Gepäckraumboden abdeckt und somit die Mulde schließt.

Flexibilität müssen allerdings Reisenden beweisen, die die Fahrt in der dritten Reihe antreten wollen. Es ist nicht ganz einfach, dorthin zu gelangen. Einmal dort Platz genommen, eignet sich der Platz aber durchaus auf kurzer Strecke für einen Erwachsenen, ohne dass er sich die Beine allzu sehr verrenken muss. In Reihe Zwei hingegen können es sich drei Personen auf den in der Länge verschiebbaren Einzelsitzen so richtig bequem machen. Fahrer und Beifahrer haben erst recht keinen Anlass, sich über mangelnden Platz zu beklagen. Wer am Steuer sitzt, hat zudem einen schnellen Überblick über alle Anzeigen.

Schalter und Hebel lassen sich ergonomisch und eindeutig bedienen. Viele Details erhöhen den Komfort der Passagiere. Dazu gehören die Aussparungen in den Türen für 1,5-Liter Flaschen vorne, beziehungsweise Literflaschen hinten ebenso wie die zahlreichen Ablagemöglichkeiten für Krimskram. Clever ist überdies die Platzierung der Steckplätze für USB-Kabel oder Zigarettenanzünder: die Leiste verschwindet platzsparend in der Mittelkonsole. Klimaanlage, CD-Radio oder Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung gehören schon in der Basisversion (28.250 Euro) zum Lieferumfang.

Die Ausstattungsvariante Innovation (33.250 Euro) bietet unter anderem 17-Zoll-Aluräder, die dritte Sitzreihe, Ambientebeleuchtung oder eine Audioanlage mit Navigationssystem. Zur weiteren Entspannung bei der Suche nach Stauraum gehört die verschiebbare Mittelkonsole oder ein Fach unter dem Beifahrersitz. Da passen dann auch die letzten Kleinigkeiten auf der Fahrt in den Familienurlaub hinein. In den Kapiteln Ausstattung, Technik, Verarbeitung und Materialwahl kann der Zafira überzeugen. Sein großen Plus: der flexible Innenraum. Fair ist zudem der Einstiegspreis, denn der Tourer Sport bietet manches Detail, die sich Wettbewerber teuer bezahlen lassen.

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