Stuttgart - Oldtimer können sich lohnen: Trotzdem ist Vorsicht geboten

Oldtimer können sich lohnen: Trotzdem ist Vorsicht geboten

Von: amv
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Mercedes-Benz 300 SL Flügeltürer
Der Mercedes-Benz 300 SL mit Flügeltüren bei der Oldtimer-Ralley 2010: Im vergangenen Jahr hat er den höchsten Wertzuwachs erfahren. Foto: dpa

Stuttgart. Oldtimer erscheinen in Zeiten niedriger Zinsen als eine verlockende Geldanlage. Schließlich legte der Deutsche Oldtimer Index, den der Verband der Automobilindustrie (VDA) herausgibt, im vergangenen Jahr um 4,5 Prozent zu.

Dass es 2013 noch ein Plus von über acht Prozent gegeben hatte, sehen Fachleute dabei entspannt. Es habe sich nur ein Muster der vergangenen Jahre bestätigt: Nach Phasen mit stärkerem Wertzuwachs folgen in der Regel Phasen mit einem geringeren Anstieg. Langfristig zeigt der Deutsche Oldtimer Index eine klar positive Tendenz nach oben.

Oldtimer können sich also lohnen, trotzdem ist Vorsicht geboten: „Nicht alle Oldtimer gewinnen an Wert“, warnt Thorsten Ruthmann, Manager der DEKRA Classic Services in Stuttgart. „Die historischen Schätzchen verlieren zwar nur selten an Wert, aber die auffälligen Wertsteigerungen der letzten Jahre betreffen in erster Linie Sportwagen und Cabriolets von Premiumherstellern.“

Stark gefragt sind derzeit auch Fahrzeuge mit echten Spuren der Zeit, der sogenannten Patina. Sie erreichen meist sogar höhere Verkaufserlöse als vergleichbare Fahrzeuge, die komplett restauriert und technisch scheinbar besser in Schuss sind. Gesucht sind überdies Oldies, deren Historie lückenlos dokumentiert ist.

Den Chancen steht allerdings das Risiko gegenüber, statt einem Schatz Schrott erworben zu haben. „Ein auf den ersten Blick attraktiver Oldtimer kann sich durchaus als Blender entpuppen, der nur oberflächlich aufgehübscht und nicht mit der nötigen Sorgfalt und Akribie restauriert wurde“, gibt Ruthmann zu bedenken. „Wer sich bei Investitionssummen im fünf- und sechsstelligen Bereich zu stark von Emotionen leiten lässt, kann viel Geld verlieren.“

Sein Rat: „Schalten Sie einen neutralen Gutachter ein, der kein persönliches Interesse an einem Kauf hat.“ Er kann die Schwachstellen des Fahrzeugtyps aufzeigen, die wirkliche Qualität der Restaurierung beurteilen und das Potenzial für eine Wertsteigerung in der Zukunft besser abschätzen. „Achten Sie darauf, das Richtige zu kaufen, und das zum passenden Preis“, meint der Experte.

Wenn es ums Geld geht, dürfe auch eine Vollkostenrechnung nicht fehlen. Denn für Garage, Versicherung, Steuern und kleinere Reparaturen laufen pro Jahr schnell 2.000 Euro auf. Welche Kriterien beim Kauf eines Oldtimers wichtig sind, hat der TÜV Süd in einem Anforderungskatalog für die Begutachtung von Oldtimern zum Download zusammengestellt.

Platz eins in der Rangliste der Fahrzeuge mit dem höchsten Wertzuwachs im vergangenen Jahr eroberte die Sportwagen-Legende Mercedes-Benz 300 SL (Flügeltürer). Dahinter folgt ein US-Amerikaner: Der Chevrolet Camaro der Baujahre 1978 bis 1981 war bereits 2012 Zweitbester im Wertzuwachs.

Den dritten Rang belegt das Mercedes-Benz 500 SEC Coupé (W 126), das von 1985 bis 1991 gebaut wurde. Dahinter folgt der Volvo PV 544 (Baujahre 1961-1965). Zwei Opel-Modelle belegen die Plätze fünf und sechs: Der Opel Commodore, eine Limousine der oberen Mittelklasse (1969-1971) mit Reihensechszylinder, und dahinter der etwas schwächer motorisierte Opel Rekord C 1700 (1968-1971). Der Opel Ascona B (1975-1981) schafft es auf Platz zehn.

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