Nicht jeder Oldie ist immer ein Oldtimer

Von: amv
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Da das Geschäft mit Oldtimern seit Jahren brummt, und die Preise für manche Modelle in letzter Zeit entsprechend gestiegen sind, sollte man in bestimmten Zeitabständen das Wertgutachten aktualisieren und, falls erforderlich, dann die Versicherungssumme entsprechend anpassen. Foto: Daniel Maurer/dpa

München. Der Markt mit Oldtimern boomt. „Doch nicht jeder mindestens 30 Jahre alte Oldie ist in einem erhaltungswürdigen Zustand und somit ein kraftfahrttechnisches Kulturgut“, sagt Matthias Gerst von TÜV Süd in München.

Deshalb sollte man sich vor einem Kauf fachmännischen Rat einholen: „Spezialisten wie die Sachverständigen von TÜV Süd können checken, ob sich der Veteran noch weitgehend im Originalzustand befindet oder zumindest fachmännisch restauriert wurde. Dann stellen sie im ersten Schritt bei Importfahrzeugen ein entsprechendes Gutachten nach Paragraf (§) 21 Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) aus.“ Das Fahrzeug muss dann ohne erkennbare Mängel im Sinne der StVZO sein, natürlich unter Berücksichtigung des damaligen Standes der Technik und der Vorschriftenlage.

Der zweite Schritt, die Einstufung eines Fahrzeuges als Oldtimer, setzt eine Begutachtung durch einen Sachverständigen oder einen Prüfingenieur voraus. Nur so kommt man in den Genuss einer vergünstigten Kraftfahrzeugsteuer. Die Jahressteuer für ein H-Kennzeichen oder rote 07er-Dauerkennzeichen beträgt pauschal 46,02 Euro für Krafträder und 191,73 Euro für alle übrigen Kraftfahrzeuge. „Für die Einstufung ist eine Begutachtung nach §23 StVZO erforderlich. Dabei sollte das Fahrzeug einen möglichst originalen Zustand aufweisen“, erläutert der TÜV Süd-Fachmann.

Eine Aufgabe für Spezialisten. „So ist beispielsweise eine Umrüstung von Diagonal- auf Radialreifen unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt, allerdings müssen die Abmessungen vergleichbar sein“, erklärt Gerst. Sind der damaligen Zeit entsprechende Tuningteile wie Sportauspuffanlage oder Fahrwerkskomponenten eingebaut, steht einem H-Kennzeichen oder einem roten 07er-Dauerkennzeichen in der Regel nichts im Weg. Autos mit solchen Nummernschildern dürfen ohne Feinstaubplakette in die Umweltzonen. Derzeit besitzen mehr als 380.000 Fahrzeuge ein H-Kennzeichen.

Häufig fehlen bei historischen Fahrzeugen, beispielsweise bei sogenannten „Scheunenfunden“, Papiere. Die Fachleute von TÜV SÜD können in solchen Fällen auf einen umfangreichen Datenbestand zurückgreifen und „bei der Beschaffung der erforderlichen Unterlagen wie Fahrzeugbrief, Betriebserlaubnis oder sonstigen Daten des Veteranen helfen“, schildert Gerst seine Erfahrungen.

„Taxiert werden sollte auch der Wert des automobilen Schatzes, um eine passende Versicherung abzuschließen“, legt Gerst Sammlern ans Herz. Da das Geschäft mit Oldtimern seit Jahren brummt, und die Preise für manche Modelle in letzter Zeit entsprechend gestiegen sind, sollte man zudem in bestimmten Zeitabständen das Wertgutachten aktualisieren und, falls erforderlich, dann die Versicherungssumme entsprechend anpassen. „Eine Unterversicherung wäre fatal“, gibt der TÜV SÜD-Fachmann zu bedenken.

           
Fundiertes Wissen und eine umfassende Datenbank ist vor allem gefragt, wenn es etwa nach einem Unfall ans Reparieren geht. „Einfach Teile aus dem Regal nehmen und reparieren, das funktioniert oft nicht mehr“, weiß Gerst: „Bei der Schadenkalkulation, aber auch der Wiederherstellung des Oldtimers sind deshalb die Kenntnis der damaligen Technik und der Reparaturwege unbedingt notwendig.“


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