Nicht jede Schneekette ist geeignet

Von: dapd
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Schneekette
Mit Schneeketten geht es noch vorwärts, wenn selbst die besten Winterreifen kapitulieren. Foto: dpa

Bonn. Mit Schneeketten geht es noch vorwärts, wenn selbst die besten Winterreifen kapitulieren. Die Ketten müssen aber sowohl zu den Reifen als auch zum Auto passen. „Allein die Reifendimension zu beachten, genügt bei modernen Autos meist nicht mehr”, warnt Ulrich Köster vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) in Bonn.

Bei der Auswahl geeigneter Schneeketten seien Autofahrer oft überfordert. Hinweise in den Zulassungspapieren gebe es nicht mehr und Betriebsanleitungen behandelten das Thema meist stiefmütterlich. Deshalb solle man sich beim Vertragshändler oder seiner Werkstatt erkundigen.

Empfehlenswert sei es, dass die Ketten gebräuchliche Qualitätsnormen (TÜV-/GS-Zeichen) erfüllen. Achtung: „Österreichreisende sollten zudem darauf achten, dass die Ketten auch den Vorschriften des Nachbarlandes entsprechen”, erinnert Christian Buric vom ADAC: „Das Zeichen der Ö-Norm muss auf der Verpackung oder an der Kette abgebildet sein.”

Ketten immer auf die Antriebsräder

Nach den Beobachtungen von Ulrich Köster geht es in den Radkästen vieler Fahrzeuge inzwischen so eng zu, dass ungeeignete Ketten anschlagen und Schäden verursachen können. Die Autohersteller reagierten darauf, indem sie beispielsweise nur feingliedrige Ketten zuließen oder solche, die keine Teile auf der Innenseite des Rads mehr aufweisen würden. Dazu zählten in aller Regel jene Modelle, die sich beim Anfahren selbsttätig aufziehen.

Auch wenn eine Kette passe, könne es zu Problemen kommen, schildert Köster seine Beobachtungen. „So sind Modelle mit Innenhaken zur Befestigung bei Autos mit Heckantrieb oftmals extrem schwierig zu montieren. Das liegt an den meist sehr engen Radausschnitten an der Hinterachse. Bügelketten und selbstaufziehende Systeme sind hier die bessere Wahl.”

Den Fachleuten zufolge gehören Schneeketten immer auf die antreibenden Räder. Bei Autos mit Frontantrieb vorn, bei Hecktrieblern also an die Hinterräder. Bei Allradfahrzeugen bringt ein Blick in die Betriebsanleitung Montagesicherheit.

Der ADAC rät, das Aufziehen der Schneeketten ohne Zeitdruck in Trockenübungen zu trainieren. „Zum Anlegen der Ketten sollte man einen ebenen Platz suchen, gegebenenfalls das Warndreieck aufstellen”, empfiehlt ADAC-Fachmann Buric. Immer wieder wird nach den Beobachtungen des Autoclubs der Fehler gemacht, die Ketten zu spät zu montieren. Stecke das Fahrzeug erst einmal fest, komme Hektik auf. Womöglich werde sogar der Verkehr gestoppt.

Nützlich sei es, eine wasserfeste Unterlage zum Hinknien und ein paar Arbeitshandschuhe dabeizuhaben. Bei einigen Kettentypen müsse das Rad nach dem Anlegen ein Stückchen weitergedreht werden, damit die Verschlüsse fixiert werden könnten. „In jedem Fall empfiehlt es sich, nach 20, 30 Metern den Sitz der Ketten nochmals zu kontrollieren und dabei zu prüfen, dass nichts schleifen oder an Bauteile des Autos anschlagen kann”, legt Buric Autofahrern ans Herz.

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