Neuwagenkäufer werden immer älter

Von: amv
Letzte Aktualisierung:
Rentner-Auto
Das Alter von Neuwagenkäufer steigt kontinuierlich. Foto: dpa

Duisburg. Die Autoindustrie plagt ein Problem. Das Alter von Neuwagenkäufer steigt kontinuierlich. Im Durchschnitt 53 Jahre alt ist, wer den Kaufvertrag eines Neufahrzeugs unterschreibt. Dies ist die Quintessenz einer Marktuntersuchung des CAR-Center Automotive Research in Duisburg.

Im Vergleich zu vorangegangen Erhebungen hat sich der Altersprozess deutlich beschleunigt. Noch offensichtlicher wird der Trend, wenn man sich die Altersgruppe der „unter 45-Jährigen“ anschaut. Nur noch 25 Prozent aller privaten Neuwagenkäufer sind unter 45 Jahre. Gleichzeitig stellt aber die Gruppe der 18 bis 45-jährigen 40 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland.

In Summe sind drei Gründe für das Fehlen der jungen Käufer verantwortlich, sagt CAR-Leiter Ferdinand Dudenhöffer: „Erstens, der demographische Wandel spiegelt sich im Neuwagenmarkt. Zweitens, die Autobauer lenken mit ihren hohen Anteilen an taktischen Zulassungen junge Käufer auf junge Gebrauchtwagen. Der dritte Grund: In Großstädten wird das Auto als Statussymbol für junge Menschen unbedeutender.“ Das Auto habe für Großstadtbewohner „wesentlich an Emotion und Notwendigkeit verloren“.

Interessant in diesem Zusammenhang die Altersstruktur der Neuwagenkäufer der deutschen Autobauer im ersten Quartal. Mit 56,1 Jahre hat Porsche die ältesten Kunden. Nicht viel jünger sind laut der Marktanalyse die Opel- und VW-Neuwagenkäufer. Für Ford liegt der Wert bei 51,5 Jahren. Laut Dudenhöffer entscheiden sich jüngere Käufer mehr und mehr für Tageszulassungen, Vorführwagen oder junge Gebrauchtwagen. Ein Großteil solcher Fahrzeuge wird mit Rabatten von 25 Prozent und mehr gegenüber dem Listenpreis auf die Händlerhöfe gestellt.

„Autobauer trainieren die jungen Käufer zu Schnäppchenjägern“, schildert der Branchenkenner seine Beobachtungen. Ein problematischer Effekt, meint er. Für die Autobauer habe dies langfristige Ertragsfolgen, denn es werde sehr schwer werden, die zufriedenen Tageszulassungskäufer auf rabattärmere Original-Neuwagen wieder umzupolen. „Der einzige Unterschied ist der Preis und wer zum Schnäppchen-Jäger trainiert wurde, ist schwer zu bekehren“, befürchtet der Branchenexperte.

Zudem spiele der Preis noch eine weitere Rolle. Der Durchschnitts-Neuwagen kommt heute auf 25.000 Euro. Gleichzeitig hat insbesondere bei jungen Menschen das Auto durch neue konkurrierende Angebote anderer Produkte - wie Urlaube, Trendsportarten, Internet-Devices wie Smart-Phones in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Dudenhöffer Fazit: „Der Neuwagen hat seinen früheren Stellenwert eingebüßt. Bei hohen und steigenden Preisen für Neuwagen flacht das Interesse ab und springt zu anderen Produkten.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert